Besucher online

  Startseite
  Über...
  Archiv
  Fortsetzung 2
  Fortsetzung story 1
  Acting Like A Dork?!
  London-Story....:)
  Story 4
  Story 3
  Story 2
  Story 1 - the american dream?
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   HAMMA GEILE FF VON LIA!!!! UNBEDINGT LESEN!!!!
   sauuuuuuuu tolle ffs von eylin!!!
   hamma geile hp mit ff von Betty!
   echt klasse ff von line!!!
   rockkmahouse-geile ff!!
   echt geile ff von christina!!!
   super tolle hp mit ff von anna!!!
   richtig geile hp mit ff von Marry-loo
   total tolle ff von schuschu!!
   absolut geile hp mit ff von steffi!!!!
   der club einsamer gb bestitzer^^
   ffs von lea un jojo! lesen!!!!
   richtig klasse ff von little-beast!!!
   chanicans geniale ffs!!!
   ne hammer hp mit ff von zozzona
   geile ff von Kate!!!!!
   echt tolle hp von sevgi!!!
   coooole ff von clautsch!!
   extrem geil hp mit ff von ari!!
   verruecktesduo's geile hp mit ff!
   coole ff von Tigerauge
   sauuuu geile ffsvon lilly!!
   Annikas echt geniale ffs
   super tolle hp mit ff von Anga
   übelst geile ffs von nicki und kim!!!
   Steffis tolle ffs!! unbedingt drauf gehn!
   richtig geile Ffs von nina und lena!!!
   ne echt geniaaale ff von Gina!!
   suupi ff von elina!!!
   ne total geile ff von schnuffelmausi^^
   vivis super tolle ffs! drauf gehn!
   Laras geniale ffs! muss man gelesen haben!



http://myblog.de/lalilu123

Gratis bloggen bei
myblog.de





5 Jahre! 5 lange Jahre! Das war wirklich lang! Sie hatte sich schon richtig damit abgefunden! Es war eigentlich schon gar nichts Schlimmes mehr, doch jetzt kam alles wieder in ihr hoch. Sie dachte an diese Augen, so grün und stechend! Ein Schmerz fuhr ihr durchs Herz und ihr Puls wurde schneller. Dann diese spitze Nase. Es war so schrecklich gewesen! Doch was hätte sie denn tun sollen? Sie hatte ja keine Chance gehabt! Und jetzt musste sie dafür büßen! Jetzt musste sie leiden, und nicht er, der es verdient hätte.
Ruhig stand Frankie auf und lief zum Fenster. Es war ein grauer, dunkler Tag und die Wolkendecke verdichtete sich immer mehr. Schon bald würde es regnen, das wusste sie. Der ganze Tag war schon so beschissen gewesen, sie wusste nicht wie es noch schlimmer kommen könnte. Eigentlich wusste sie gar nicht wieso sie lebte. Es gab doch keinen der sie vermissen würde. Logisch, es kannte sie ja auch keiner. Sie existierte so zu sagen überhaupt nicht.

Vor 5 Jahren lebte sie zusammen mit ihrer Mutter Emily und deren Freund Bryan in London. Ihr leiblicher Vater war schon seit Jahren tot. Er war bei einem Autounfall ums Leben gekommen und sie hatten damals in Deutschland gelebt. Frankie hatte ihren Vater nur 4 Jahre gekannt und konnte sich nicht sehr gut an ihn erinnern. Nach seinem Tod zogen ihre Mutter und sie nach London, da Emily es einfach nicht mehr in Deutschland ausgehalten hatte. Zuhause hatten sie immer deutsch gesprochen. 6 Jahre später lernte Emily dann Bryan kennen und sie verliebten sich. Er war richtig nett und auch Frankie verstand sich super mit ihm. Allerdings wollte ihre Mutter keine feste Beziehung und somit auch nicht bei ihm einziehen oder ihn gar heiraten. Bryan passte das alles gar nicht und er hatte immer und immer wieder versucht sie zu überreden endlich den Schritt zu ihm zu machen. Doch ihre Mutter hatte Angst. Und so lebten sie weitere 5 Jahre. Das zwischen Emily und Bryan änderte sich ständig. Mal waren sie unzertrennlich und dann stritten sie sich wieder. Frankie’s Mutter lag einfach noch der Schmerz des Todes ihres Vaters in den Knochen.
Heute vor genau 5 Jahren hatte sich dann alles verändert! Frankie hatte Geburtstag und Emily hatte eine große Überraschungsparty für sie geplant. Mit Luftballons, Torten, vielen Freunden und allem was dazu gehört. Doch daraus wurde nichts. Am Mittag kam Bryan vorbei und machte Frankie’s Mutter wieder einmal einen Heiratsantrag. Emily war sofort fertig mit den Nerven und erklärte ihm dass sie noch nicht soweit sei. Frankie hatte all dies beobachtet, sie stand ja im selben Raum. Auf diesen Korb hin wurde Bryan wütend und begann zu schreien ob Emily ihn verarschen wollte. Frankie begann zu zittern und bekam fürchterliche Angst. So war Bryan noch nie gewesen. Ihre Mutter hatte nach einiger Zeit auch Tränen in den Augen und hörte sich die Beschimpfungen von Bryan weiterhin an. Irgendwann wurde es ihr zu viel und sie schrie dass es wohl besser wäre wenn sie sich trennen. Bryans Augen weiteten sich und man sah die Wut in ihm aufsteigen. Er packte Emily am Arm und schlug auf sie ein. Immer und immer wieder. Frankie rannte auf ihn zu und versuchte ihn davon abzubringen weiter zu machen, doch er schlug sie nur weg. Die Tränen rannen ihr übers Gesicht und sie wusste nicht weiter. Ihre Mutter lag schon halb auf dem Boden, doch Bryan schlug und trat weiter auf sie ein. Blut spritzte auf den Boden und Frankie stand kurz vor einem Zusammenbruch. Sie rannte erneut auf Bryan zu und trat ihn und schrie ihn an. Er drehte sich kurz zu ihr und trat ihr dann direkt in den Bauch, so dass sie auf den Boden fiel und ohnmächtig wurde.
Als sie wieder aufwachte lag sie in einem Auto. Sie öffnete ihre Augen und sah in ein fremdes Männergesicht. Sofort fiel ihr wieder ein was passiert war und suf der Stelle saß sie kerzengerade im Wagen. „Wo ist meine Mum?“, fragte sie den Mann und man konnte ihre Verzweiflung hören. „Die… die ist tot, es tut mir leid!“, antwortete ihr dieser. Tot? Was?? Nein! Das konnte nicht sein! Sie konnte nicht tot sein! Frankie begann zu weinen, dann schaute sie wieder den Mann an. „Nein!“, schrie sie, „Sie ist nicht tot!“ Der Mann schaute sie mitleidig an. „Ich fürchte doch!“, murmelte er. Frankie schüttelte den Kopf! Nein! Sie stürmte aus dem Auto und sah schon den Krankenwagen der vor ihrem Haus stand. Davor liefen 2 Sanitäter die eine Trage trugen. Auf dieser lag ein Mensch - mit einem weißen Tuch abgedeckt. Nein! Das konnte nicht ihre Mutter sein! Sie rannte auf die Trage zu und riss das Laken zur Seite. Die protestierenden Rufe der Sanitäter überhörte sie. Frankie stand da und war kreideblass. Es WAR ihre Mum! Sie WAR tot! Frankie konnte nicht mehr denken, nicht mehr weinen, sie konnte gar nichts mehr. Kraftlos lies sie sich zu Boden fallen. Sie bekam nichts mehr mit und auch ihre Tränen verhinderten es dass sie etwas sah.
Das nächste Jahr lebte sie in einem Heim. Bryan war abgehauen und niemand wusste wo er war. Frankie hatte sich schon seit dem Tag des Mordes Rache geschworen. Davon würde sie niemand abhalten.
Das Heim war grauenhaft und schon mit 13 flüchtete sie. Ihr neues Zuhause war die Straße. Erst hatte sie unter Brücken und in Parks geschlafen, doch dann, eines Tages, ist sie auf ein verlassenes Supermarktgebäude gestoßen und hatte es sich dort eingerichtet. Was heißt eingerichtet? In dem Raum standen eine Matratze, ein kleiner Tisch und eine Stehlampe. Alles hatte sie beim Sperrmüll erobert. Da konnte man schon ganz gute Sachen finden.

Sie wandte ihre Augen von der grauen Wolkendecke ab und ging zum Tisch hinüber. Unter dem Tisch holte sie eine Socke hervor und leerte den Inhalt aus. Hier hatte sie ihr Geld versteckt. Sie saß ab und zu an der Straße, wie die Bettler eben. Und es war auch schon vorgekommen, dass sie Geldbeutel geklaut hatte.
Die wenigen Münzen kullerten auf den Tisch und Frankie begann sie zu zählen. Insgesamt hatte sie 7 Pfund. Das war schon ziemlich viel. Normalerweise waren nur so um die 5 Pfund.
Sie nahm 6 davon und verstaute den einen wieder mit dem Socken unter dem Tisch. Dann stand sie auf und rannte hinaus. Frankie lief durch die vielen kleinen Gassen Londons und blieb schließlich vor einer winzigen Bäckerei stehen. Sie atmete noch einmal tief durch, bevor sie dann das Geschäft betrat.
„Guten Morgen!“, wurde sie von der Verkäuferin begrüßt. Frankie schaute auf und bemerkte sofort den komischen Blick der Frau. Natürlich, so wie sie aussah. Sie hatte nur alte, abgetragene Klamotten und sonderlich gepflegt war sie auch nicht.
Sie lief an der Theke entlang und betrachtete die Leckereinen. Schließlich blieb Frankie stehen.
„Haben sie Kerzen?“, fragte sie nach.
„Ja selbst verständlich! Was für welche dürfen es denn sein?“
„Die billigsten!“, antwortete Frankie. Die Verkäuferin verschwand und Frankie wandte sich wieder dem Essen zu. Wie lange hatte sie schon nicht mehr etwas so leckeres gegessen! Sie war auch wirklich extrem dünn, schon fast abgemagert!
Nach kurzer Zeit kam die Verkäuferin wieder zurück.
„Hier! Diese hier kosten 3 Pfund. Und da sind 6 Kerzen drin.“, reichte die Verkäuferin ihr eine Packung.
„OK!“, murmelte Frankie und schaute wieder auf die Leckereien. Irgendwann blieb ihr Blick bei einer Art Schneckennudel hängen. Sie sah sehr lecker aus und kostete nur 2,4 Pfund. Das konnte sie sich leisten.
„Ich nehme noch die!“, bestellte sie und bezahlte. Sofort verließ sie den Laden wieder und kehrte zu ihrer „Wohnung“ zurück.
Sie ging mit der Leckerei und den Kerzen zu ihrem kleinen Tisch, stellte die Sachen darauf ab und kniete sich daneben. Sie packte die Kerzen aus und steckte sie auf die Scheckennudel. Dann kramte sie eine weitere Tüte unter dem Tisch hervor und holte eine Streichholzpackung heraus. Frankie nahm eins und entzündete die 6 Kerzen, die sie hatte.
Sie stand nochmals auf und lief zur Matratze. Diese hob sie hoch und nahm ein Foto hervor, das sie darunter versteckt hatte. Lange betrachtete Frankie dieses Foto und ihr Blick wurde immer wässriger. Sie schaute auf ein kleines Mädchen, das in den Armen eines noch recht jungen Mannes und einer hübschen Frau lag. Das kleine Mädchen war sie und die anderen beiden ihre Eltern.
Nach kurzer Zeit kehrte sie zum Tisch zurück und legte das Foto neben die Süßigkeit.
Sie atmete tief ein. Dann pustete sie die Kerzen auf einmal aus, schloss ihre Augen und erinnerte sich an ihre alten Wünsche. Sie wünschte sich schon lange nichts mehr. Frankie hatte die Hoffnung verloren dass einer ihrer Wünsche je in Erfüllung gehen könnte.
„Happy Birthday Frankie!“, murmelte sie und schaute nochmals auf das Foto, das ihre damals noch heile Familie zeigte. Eine Träne stieg auf, doch Frankie wischte sie schnell weg.
Ja, heute hatte Frankie Geburtstag. Sie wurde 16. Schon so alt. Ganze 3 Jahre lebte sie nun schon auf der Straße. Wie schnell die Zeit doch verging.
Frankie nahm die Süßigkeit und brach ein Stück ab. Normale Menschen würden jetzt das ganze auf einmal essen, doch für Frankie war es Essen für den ganzen Tag. Sie verstaute den Rest unter dem Tisch und aß das kleine Stück. Es war wirklich köstlich.
Mittlerweile war es schon halb 1 am Mittag und Frankie beschloss mal wieder ein wenig umherzuziehen. In ihrer „Wohnung“ wurde es ihr schnell langweilig. War ja selbstverständlich, sie hatte ja nichts womit sie sich beschäftigen konnte. Alles was sie tat, war ihr Leben aufzuschreiben. Jeden Tag schrieb sie Sachen auf. Es tat gut ihre Gefühle niederzuschreiben und sie erinnerte sich auch immer wieder an ihr Ziel: Rache an Bryan! Insgesamt hatte sie schon ganze 25 Blöcke voll geschrieben. Das hörte sich jetzt viel an, doch für 3 Jahre war es eigentlich sogar recht wenig.
Frankie rannte wieder durch die vielen kleinen Gassen und kam schließlich an einem großen Platz an. Dieser hier war immer voller Menschen. Frankie saß oft hier. Sie saß einfach irgendwo auf dem Platz und beobachtete die Menschen. Es war teilweise zu lustig was für Gestalten hier rum liefen.
Auch heute suchte sie wieder nach dem perfekten Ort zum Beobachten. Der Platz war kreisförmig und in der Mitte stand ein großer Brunnen. Überall waren kleine Kaffees und es war einfach total gemütlich. Es war auch schon häufig vorgekommen, dass hier Fotoshoots mit Models oder ähnlichen gemacht wurden. Auf jeden Fall war es immer ein riesen Spaß hier zu sitzen.
Sie steuerte auf den Brunnen zu und setzte sich an den Rand. Sie zog ihre Beine an den Körper und lehnte sich am Brunnen an.




Frankie schloss die Augen und genoss es die kühle Luft einzuatmen. Es war zwar Mai, doch das Wetter in London spielte mal wieder verrückt! Sie hasste dieses Wetter. Ihrer Meinung nach gab es einfach viel zu viel Regen und viel zu wenig Sonnenschein.
Sie nahm ihre langen braunen Haare und legte sie alle über ihre eine Schulter. Ihre Haare reichten ihr bis in die Taille, da sie diese auch nie schnitt und waren ziemlich wild verstrubbelt. Frankie’s Augen waren braun und ihre Lippen von Natur aus dunkelrot. Sie war nicht sonderlich groß, jedoch auch kein Zwerg. Frankie maß genau 1,64. Damit war sie auch zufrieden.
Sie saß einfach so da, hörte den Gesprächen der Leute zu und hielt die Augen geschlossen. Für viele hörte sich Frankies Tagesablauf wohl ziemlich langweilig an. Zugegeben- extrem spannend war er nicht, doch man gewöhnte sich daran und lernte diese Zeiten zu schätzen. Es gab nämlich auch andere, viel schlimmere Zeiten. Wenn es Winter war zum Beispiel. Oft hatte Frankie blaue Finder von der Kälte und sie hatte ja auch nur eine Decke. Und diese war sogar noch mit Löchern versehrt.
Plötzlich hörte Frankie ein deutsches Gespräch.
„Nein! Das sieht doch scheiße aus!“, beschwerte sich ein Junge.
„Naja, es geht…aber irgendwie siehts wirklich nicht sonderlich toll aus!“, steuerte ein anderer dazu.
Frankie wurde hellhörig und lauschte genau den Worten der beiden.
„Wieso können wir das denn nicht irgendwo anders machen?! Hier ist es wirklich voll langweilig!“, wurde weiter gemault.
„Jungs, Schluss jetzt! Ihr seid nicht die Fotografen, also habt ihr das auch nicht zu bestimmen!“, schritt ein Mann ein. Dieser hörte sich älter an.
Die Stimmen kamen immer näher und irgendwann beschloss Frankie ihre Augen zu öffnen. Sie schaute um sich. Nix besonderes, fand sie. Gerade wollte sie ihre Augen wieder schließen, als erneut diese Stimmen an ihr Ohr drangen.
Sie suchte nach der Person, der sie diese Stimme zuordnen konnte. Langsam schaute sie durch die Menge, als ihr Blick plötzlich den eines Jungens traf.
Wie versteinert blickte sie ihn an und ihr schien als ob sein Blick sie durchbohrte. Es waren zwei braune Augen, mehr bekam sie von dem Jungen nicht mit. Das Bohren seines Blickes wurde immer stärker und Frankie fühlte sich als ob er in ihr lesen könnte wie in einem Buch. Die Vergangenheit stieg plötzlich in ihr auf und da waren sie wieder: die stechend grünen Augen! Schnell schloss sie ihre Augen wieder. Was war denn das gerade gewesen? Es war als hätte dieser Junge alles in ihr hervorgerufen! Es war als ob er verstehen würde was in ihr vorging, obwohl er sie nicht einmal kannte. Obwohl Sie ihn nicht mal kannte.
Sie atmete tief durch und öffnete die Augen ein weiteres Mal. Es war als würde sie etwas zwingen ihn noch einmal anzuschauen. Sofort traf sie wieder den Blick des Jungens, der anscheinend nicht aufgehört hatte sie anzustarren. Diesmal lies sich Frankie nicht von ihm fesseln, sondern betrachtete den Rest des Jungens. Er hatte eine Baseball Cappy auf unter der blonde Haare hervorlugten. Besonders groß war er nicht, das gefiel Frankie, da sie ja auch keine Riesin war.
„Hallo!!! Mensch jetzt pass mal auf! Wir wollen auch mal fertig werden!“, wurde der Junge von einem anderen mit langen Dreadlocks gerufen. Er zuckte sich leicht zusammen und drehte sich dann wieder um. Das jedoch nicht ohne ihr einen bestimmten Blick zuzuwerfen. Was war das denn für ein Blick gewesen? Er hatte etwas Neugieriges gehabt und war nicht so mitleidig gewesen, wie die Blicke sonst immer waren. Irgendwie war es ein besonderer Blick gewesen und Frankie hätte zu gerne gewusst wie sie ihn deuten sollte.
Dieser besagte Junge beugte sich nahe zu dem Anderen mit den Dreadlocks und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Dieser beugte sich in meine Richtung und musterte Frankie kritisch. Na toll! Genau diese Blicke konnte Frankie genauso wenig ab wie diese Mitleidigen. Sie kam sich dann immer so asozial vor.
Der Junge mit den Dreads drehte sich wieder zu dem anderen und sagte dann etwas in voller Lautstärke.
„Ja, die sieht nicht viel älter aus als wir. Schon schlimm irgendwie…“, bemerkte er und Frankie verdrehte die Augen. Yuhuu! Bei diesem Exemplar kamen wohl Mitleid und Abscheu zusammen.
„Psstt!!! Red doch nicht so laut!“, zischte der erste Junge.
„Wieso denn? Die kann uns doch sowieso nicht verstehen! Schon vergessen?! Wir sind in ENGLAND!“, grinste der Dread Typ und der erste zuckte nur mit den Schultern.
Frankie grinste. Wenn die wüssten! Na ja, könnte interessant werden mal zu hören was die so von ihr dachten.
Doch bevor die beiden Jungs weiter reden konnten wurden sie schon wieder gerufen und verschwanden. Auch gut, dachte Frankie, schloss wieder ihre Augen und lies die Sonne, die mittlerweile ein wenig durchkam auf ihr Gesicht scheinen. Wie sie das liebte. Dazusitzen und nach zudenken. Oder auch zu träumen. Das tat sie ziemlich oft. Sie träumte davon eine Familie zu haben. Jemandem, dem sie etwas bedeutete und zu wissen dass sie existierte. Das wusste sie momentan nämlich nicht.
„Die da?“, hörte sie einige Zeit später eine andere Jungenstimme.
„ja genau!“
„mhhh… ihr habt recht!“
„Die tut mir irgendwie ziemlich leid!“
„jap, mir auch! Sollen wir irgendwas machen?“
„was denn?“
„Keine Ahnung! Du bist doch hier immer der Kreative, lass dir mal was einfallen!“
Inzwischen konnte Frankie 4 verschiedene Jungenstimmen hören. Bei ihrem Gespräch musste Frankie schmunzeln.
„Was der wohl passiert ist?“
„Mhhhmmm… ich würds gerne herausfinden!“
Pahhh! Das würden die niemals erfahren, dachte Frankie. Noch nie hatte sie mit jemandem über das was passiert war geredet. Und das würde sie auch nie. Sie war von den Menschen enttäuscht! Von allen Menschen! Und ganz besonders von Gott!
„Jetzt sprich sie doch mal an!“
„In englisch??“
„ja klar!“
„ich kann aber nicht so gut englisch sprechen!“
„Na und?! Wir andren auch nicht!“
„Na toll! Wieso muss ich das wieder machen?!“
„Weil wir abgestimmt haben und du hast verloren!“
Mittlerweile musste Frankie das Lachen ziemlich unterdrücken.




Sie hatte die Augen immer noch geschlossen und hörte nur noch ein Seufzen und dann wie Schritte auf die zukamen.
„hello!“, sagte ein Junge und Frankie ließ mit Absicht die Augen geschlossen. Der sollte sich schon noch was Besseres einfallen lassen.
Er räusperte sich.
„Sorry… hello? You… girl?“, stammelte er vor sich hin.
Frankie musste sich wirklich zusammenreißen um nicht sofort in Lachen auszubrechen.
Sie wollte den Armen jetzt mal erlösen und öffnete die Augen. Schon wieder zwei braune. Allerdings waren diese Zwei anders.
„hi!“, sagte sie schlicht und kurz. Der Junge lächelte erleichtert. Sie musste ebenfalls schmunzeln. Dieser Junge war ihr irgendwie sympathisch. Und das kam wirklich nicht oft vor.
Sie betrachtete ihn weiter. Er war irgendwie ziemlich anders als alle. Er hatte lange schwarze Haare, die ihm zerzaust über den Kopf hingen. Es sah wirklich toll aus! Sein Mund fiel ihr sofort auf. Und dann sein Hals! In diesem Punkt war sie genau wie ihre Mutter. Sie hatten beide einen Halstick. Der Hals eines Typs, das war ganz wichtig!
„How are you?“, fragte er sie schießlich und es klang auch schon ein klein bisschen selbstsicherer.
Frankie grinste nur. Sie rang mit sich selbst. Sollte sie weiter englisch reden oder nicht? Irgendwie war es ja gemein ihn so zappeln zu lassen.
„Ganz gut und dir?“, antwortete sie ihm dann.
Der Typ sah sie völlig entsetzt an. Sein Mund stand offen und seine Augen wurden immer größer.
Frankies Grinsen hingegen wurde immer größer. Irgendwie war das ja dann doch ziemlich fies gewesen.
„Du….du kannst deutsch??“, fragte er plötzlich, nachdem er sich wieder einigermaßen gefasst hatte.
„ja! Ist meine Muttersprache!“, grinste Frankie frech.
„Dann hast du….alles ge…gehört?“, stammelte er weiter.
Frankie nickte und brach schließlich in Lachen aus. Der Typ schaute sie erst geschockt an, bevor er dann auch grinsen musste.
„Man wie peinlich!“, lachte er.
„Na ja… es war interessant!“, lächelte Frankie.
Das Grinsen im Gesicht des Jungen verschwand augenblicklich.
„Das war alles nicht böse gemeint oder so! Och scheiße!“, begann er zu erklären.
Frankie lächelte.
„Jaja… schon klar! Ich kenn das alles! Keine Angst! Solche Sachen hab ich schon zum Genüge gehört…“, murmelte Frankie, versuchte dabei allerdings zu Lächeln.
„Wieso siehst du denn eigentlich so aus? Lebst du auf der Straße oder was ist passiert?“, fragte er sie.
Falsche Frage. Bei so etwas machte Frankie sofort dicht. Das ging ihn nichts an. Das ging keinen etwas an.


Frankie sagte nichts sondern stand einfach nur auf. Auch der Junge erhob sich und schaute sie verwirrt an.
„Was ist denn los? Hab ich irgendwie was falsches gesagt?“, fragte er.
Frankie würdigte ihn keines Blickes, sondern ging einfach an ihm vorbei.
„Ich muss jetzt…“, murmelte sie noch im Vorbeigehen.
„Warte!“, rief Bill ihr hinterher, doch Frankie wollte nicht warten. Wieso hatte er diese Frage stellen müssen?! Es ging ihn rein gar nichts an was passiert war. Man! Es ging niemanden etwas an. Nur sie! Eine Träne bahnte sich den Weg über ihre Wange. Sie lief einfach stur gerade aus.
Kurz bevor sie in die kleine Gasse, die zu ihrer „Wohnung“ führte, einbog, wurde sie am Arm gepackt. Sie dachte es wäre der Typ von vorher und drehte sich nicht um.
„Wait! Sorry for my brother!”, murmelte ein anderer.
Vosichtig drehte Frankie sich um und schaute in das Gesicht eines weiteren Jungens. Diesmal war es der mit den Dreads.
Vorsichtig lächelte Frankie und der Junge wischte ihr mit seiner Hand die Träne von der Wange.
„Du kannst ruhig deutsch mit mir reden.“, erklärte Frankie und grinste den Typ an.
„Was…wie?“, stammelte dieser und war anscheinend genauso geschockt wie der andere.
„ich kann deutsch reden...“, lachte Frankie, „ meine Muttersprache…“
Der Junge grinste nun ebenfalls frech.
„Hast du Hunger?“, fragte er sie schließlich.
„Hunger schon, aber kein Geld…“, gestand Frankie ihm.
„Kein Problem! Wir laden dich ein!“, lächelte er. „ ich bin Tom!“
„Frankie!“, stellte sie sich vor und nahm seine Hand. Ein freches, aber sehr süßes Grinsen umspielte seinen Mund. Tom legte einen Arm um ihre Schulter und führte sie zurück zu den anderen 3. Dort stand der Typ mit den schwarzen Haaren, der mit der Cappy und noch ein weiterer, der lange braune Haare hatte.
Sie stellten sich als Gustav, Georg und Bill vor. Bei Bill schaute sie weg. Sie konnte ihm nicht in die Augen schauen. Er hatte die falsche Frage gestellt. Niemanden ging so etwas an. Und vor allem keinen den sie nicht einmal richtig kannte. Und überhaupt war Frankie der Meinung, dass man jemanden gar nicht richtig kennen konnte. Ein Mensch war so unberechenbar. Das beste Beispiel dafür war ja Bryan! Sie hatten sich in ihm getäuscht. Sie hatten sich eingebildet ihn zu kennen. Was für ein Irrtum.
„Also… ich und Frankie haben Hunger! Was ist mit euch?“, riss Tom sie aus ihren Gedanken. Frankie grinste ihn an. Er hatte denselben faszinierenden Hals wie der andere Junge.
„Ja klar! Wir kommen natürlich mit!“, sagte der Typ, den sie als aller erstes gesehen hatte; Gustav.
Frankie lächelte noch einmal in die Runde. Normalerweise ging sie bei so etwas nie mit, doch heute war ihr Geburtstag und da erlaubte sie sich etwas derartiges.
Zu fünft trotteten sie alle auf ein kleines Restaurant zu. Frankie folgte ihnen einfach. Sie hatte ja schließlich kein Geld und kannte sich somit auch nicht mit den Restaurants aus.
„One Table for 5 Persons!“, bestellte Georg beim Ober. Dieser schaute alle der Reihe nach an und musterte Frankie dann kritisch.
„I’m sorry sir, but we’re no doss house! (Obdachlosenheim)”, bemerkte dieser während er seine Nase rümpfte. Frankie schaute verschämt zu Boden.
„Was…was hat er gesagt?“, fragte Bill nach.
Frankie hatte ganz und gar keine Lust das jetzt wiederzugeben und sagte nur:
„Ach, wisst ihr was? Ich hab eigentlich gar keinen großen Hunger! Geht ohne mich essen! Ich muss sowieso wieder los!“
Alle 4 starrten sie verwirrt an. Das war Frankies Chance. Sie machte auf der Stelle kehrt und rannte davon.
„Frankie! Warte doch!“, riefen ihr die anderen hinterher, doch Frankie dachte gar nicht daran zu warten. Nein! Wie schon gesagt: Man konnte niemandem vertrauen! Und auch nicht ihnen! Was wenn sie etwas als Gegenleistung verlangt hätten? War wohl besser, dass sie gegangen war.
Frankie atmete tief aus und ging vom Laufen ins Gehen über. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hob sie sich ihre Seite. Durch das wenige Essen hatte sie einfach viel zu wenig Energie und mit jeder Bewegung wurde sie müder. Ohne Energie konnte der Körper nicht arbeiten. Langsam lief sie weiter, als es plötzlich donnerte. Die bösen Gewitterwolken zogen zusammen und schon im nächsten Moment erleuchtete ein greller Blitz. Sie blieb stehen und schaute in den Himmel. Dort oben sollte Gott sitzen! Gott! Was für ein mieser Verräter. Sie hasste ihn und immer wenn sie etwas über ihn hörte oder an ihn dachte stieg die Wut in ihr auf. Wie konnte man bloß ein solcher Heuchler sein?! Er hatte sie im Stich gelassen! Er war ein mieses Arschloch! Mehr nicht.
Eine Träne kullerte ihre Wange hinunter und im nächsten Moment begann es auch schon zu regnen. Auch das noch. Frankie lies sich auf die Knie in den Schlamm fallen. Wieso?! Diese Frage stellte sie sich schon seit Jahren! Seit sie denken konnte. Wieso?! Erst ihr Vater, dann ihre Mutter!
Sie begann hemmungslos zu weinen, was im Regen allerdings unter ging. Mit verquollenen Augen schaute sie erneut zu „Gott“, wie ihn alle nannten.
„Du dreckiges, mieses Schwein!!!“, schrie sie, stand wieder auf und rannte die Gassen entlang. Sie konnte nicht mehr, doch sie rannte einfach weiter. Es war als würden diese grünen, fiesen Augen sie den ganzen Tag verfolgen. Hinter jedem Ende einer Gasse lauerten sie erneut auf Frankie.
Sie irrte durch die Gassen wie durch ein Labyrinth und ihre Tränen verschmolzen mit dem Regen der auf ihre Wangen prasselte. Sie selbst nahm nichts mehr wahr. Sie war viel zu erschöpft. All ihre Kraft hatte sie verlassen, so dass sie schließlich einfach nur zu Boden viel und beim Aufprall spritzte der Matsch in alle Richtungen. Nun lag sie dort. Leblos, doch man sah ihren Oberkörper sich gleichmäßig auf und ab heben.
Frankie’s Blick stabilisierte sich langsam wieder und sie blickte ein letztes mal zu dem Verräter, der auf seinem Thron im Himmel saß, während für sie hier unten alles zusammenbrach. Dann schloss sie die Augen und schlief ein.
Plong… Plong….Plong…..Plong…..
Die Wassertropfen fielen gleichmäßig in die Pfütze. Es regnete nicht mehr, nein, es war nur der Rest Regen, der von der Wasserrinne tropfte.
Auf dem Boden war eine riesige Pfütze und in dieser Pfütze…Frankie. Sie hatte die Augen geschlossen und schlief tief und fest.
Währenddessen schoben sich die dicken fiesen Wolken auseinander und die Sonne warf fröhlich und zufrieden ihre strahlen auf den großen Planeten, der sie umkreiste. Die ganze Nacht durch hatte es geregnet und nun war schon der nächste Tag angebrochen.
Die Sonnenstrahlen rückten immer näher zu Frankie und als sie sie berührten zuckte sie leicht zusammen. Es war als würde sie etwas kitzeln. Frankie legte ihre Hand auf ihre Backe und kratze sich. Da das Kitzeln nicht aufhörte, Öffnete sie vorsichtig die Augen und blinzelte in die Sonne. Langsam und mit zusammen gekniffenen Augen setzte sie sich auf. Ihre Kleider waren pitschnass und sowohl ihre Haare als auch der ganze Rest ihres Körpers waren mit Matsch verschmiert.
Erschöpft vom vorherigen Tag seufzte Frankie und stand dann langsam auf. Ihr Bauch lies ein lautes Knurren hören. Er krampfte und Frankie merkte wie ihr Magen nach Essen verlangt. Auf die Süßigkeit vom Vortag hatte sie keine Lust und so beschloss sie zu Luigi zu gehen. Er hatte ein italienisches Restaurant hier in London und 2/3 mal im Monat konnte sie zu ihm kommen wenn sie Hunger hatte. Dann gab er ihr etwas zu essen. Sie war ihm unendlich dankbar dafür!
Langsam setzte sie sich in Bewegung. Sie war noch schwach! Sehr schwach!
Auf dem Weg durch die Gassen wurde ihr klar, dass heute der erste Tag in ihrem 16 jährigen Leben war. Wow! Sie konnte es gar nicht glauben dass sie schon so alt war. Wie viel schon passiert war in dieser Zeit!!!
Sie bog gerade auf den Platz, an welchem Luigis Restaurant stand, als sie 4 Personen sah. Die Krämpfe in Frankies Bauch wurden noch stärker. Diese 4 Personen waren die Jungen von gestern. Und sie steuerten direkt auf das italienische Restaurant zu.
Da konnte sie jetzt doch nicht auch hin gehen! Nach ihrem Abgang am letzten tag. Ihr Bauch knurrte wieder.. Sie konnte da jetzt nicht hingehen! Was würden die wohl von ihr denken?! Nach langem hin und her bestimmte allerdings ihr Bauch, dass sie doch gehen musste.
Langsam trottete sie auf das Restaurant zu.
„Ahhhh!!!! Frankie!!!!“, begrüßte sie Pablo, der Oberkellner, während er gerade einen Tisch im Freien bediente.
Frankie lächelte.
„Hi Pablo!“, grüßte sie zurück. Normalerweise lief das so ab, dass er Frankie durch das Restaurant in die Küche führte und sie dort aß. Doch heute konnte sie dort nicht durchlaufen, da waren ja die 4 Jungs vom Vortag!
„Könntest du mir das Essen raus bringen? Bei dem Wetter würde ich lieber im Freien essen…“, bat sie Ihn deswegen.
„Ja klar!! Kein Problem!“, willigte Pablo ein und verschwand. Frankie blieb draußen stehn. Sie spürte die angeekelten Blicke der Personen die im Restaurant saßen auf ihre Haut brennen. Sie musterten sie als wäre sie eine asoziale, die es nicht wert wäre zu leben. Frankie machte das nicht sonderlich viel aus, sie dachte ja genauso. Sie war es nicht wert zu leben! Niemand brauchte sie. Das hatte sie schon lange genug gespürt.
Nach weiteren Minuten in denen sie permanent angestarrt wurde kam Luigi heraus.
„Frankie!!!! Wie schön dich zu sehen! Hier ist dein Essen!“, lächelte er sie an und drückte ihr einen Karton in die Hand.
„Vielen vielen Dank!“, sagte sie und grinste. Langsam drehte sie sich um und lief in eine Straße, die zum Shoppingbereich führte. In dieser Straße befand dich dann irgendwann eine Brücke. Hier saß Frankie oft auf dem steinernen Geländer und schwang die Beine durch die Luft.
Auch heute legte sie den Essenskarton auf die Mauer und schwang dann ihre Beine darüber. Die öffnete den Karton und der Geruch einer frischen Pizza stieg ihr entgegen! Mhhh… Lecker! Es tat gut mal wieder etwas richtiges zu essen!
Fröhlich nahm sie ein Stück und biss ab. Es war köstlich! Sie schloss die Augen und genoss den Geschmack den sie schon so lange nicht mehr erlebt hatte.
Dort saß sie dann eine ganze Weile, schwang ihre Beine in dem Wind und genoss das Essen. Sie aß gerade mal 3 Stücke, dann war sie einigermaßen satt. Den Rest hob sie für die nächsten Wochen auf.
Plötzlich spürte sie einen Luftzug, direkt in ihrem Nacken.
„Frankie!“, flüsterte jemand schnell. Frankie erschrak, schrie auf und rutschte ein Stück nach vorne. Schnell griff die nach hinten und versuchte sie festzuhalten, wobei sie die Pizzapackung streifte. Mit einem kurzen Plumps verschwand diese dann im Wasser. Geschockt schaute Frankie ihr nach. Da schwamm nun ihr Essen für die nächsten 3 Wochen.
Schnell zog sie sich ganz zurück auf die Mauer und drehte sich geschwind um. Die Person die daran schuld war, war Tom. Breit grinsend stand er vor ihr.
„Hi!“, grinste er.
Frankie seufzte und ihr Gesicht wurde trauriger als es sowieso schon war.
„na toll! Wegen dir hab ich die nächsten 3 Wochen jetzt nichts zu essen!“, brummelte sie.
Tom schaute verwirrt.
„Was?“, fragte er nur und zog die Augenbrauen nach oben.
Frankie deutete mit dem Kopf auf die Packung, die mittlerweile schon einige Meter entfernt war.
„Pizza…“, murmelte sie.
„Ohh… tut mir leid! Und du hast sonst nichts mehr zu essen??“, staunte Tom und blickte Frankie eindringlich an.
Traurig schüttelte sie den Kopf.
„Und du wärst dir ganzen nächsten 3 Wochen mit nur einer Pizza ausgekommen??“
Frankie nickte, korrektierte ihn dann aber:
„Einer dreiviertelsen…“, murmelte sie und schaute zu Boden.
„Na, dann komm mal mit!“, stieß Tom plötzlich laut aus und schnappte Frankies hand. Diese war total überrumpelt. Was hatte er denn jetzt vor?
Er zog sie hinter sich her die Straße entlang, bis sie vor einem großen Supermarkt stehen blieben.
Frankie schaute ihn fragend an. Was hatte er denn jetzt vor? Tom hingegen grinste Frankie nur an und riss sie dann wieder hinter sich her, direkt in diesen riesengroßen Supermarkt.
Zusammen gingen sie durch die Gänge und Tom blickte suchend in die Regale. Frankie beobachtete ihn nur und schmunzelte. Er hielt immer noch ihre Hand und zog sie hinter sich her. Dann, ganz plötzlich, blieb er stehen und zog Frankie mit sich näher ans Regal. Mit seiner noch freien Hand griff er nach einer großen verpackten Tafel. Tom drehte sein Gesicht zu Frankie und grinste.
„Schokolade! Ganz wichtig!“, erklärte er. Frankie schaute auf die Packung. Früher hatte sie schon Schokolade gegessen, allerdings hatte sie noch nie eine so große gesehen!
Tom drückte ihr die Packung in die Hand und zog sie dann weiter. Er blieb wieder stehen und nahm eine Packung Cornflakes aus dem Regal. So ging das eine ziemlich lange Zeit und Tom schien ins Einkaufsfieber zu verfallen. Schließlich waren beide bis zu der Nase hin voll bepackt und Frankie versuchte über den Stapel an Lebensmitteln drüber zu blinzeln.
„Und jetzt?“, fragte sie Tom, als sie einen kleinen Teil von ihm zu Gesicht bekam.
„Jetzt….“, begann dieser ,“ jetzt bezahlen wir…“
Frankies Augen weiteten sich.
„Bezahlen? Aber womit denn? Tom… also ich weiß nicht ob dus schon mitbekommen hast, aber ich hab kein Geld…“, murmelte sie und sofort verschlechterte sich ihre Laune.
„Na und? Ich aber!“, grinste Tom und lief direkt auf die Kasse zu. Erst jetzt blickte Frankie was er vor hatte und rannte ihm hinterher.
„Nein, Tom! Nein! Das kann ich nicht annehmen!“, rief sie und hatte sofort wieder diese Hintergedanken. Was erwartete er als Gegenleistung von ihr? Einfach so konnte er das ja wohl nicht gemacht haben.
„Das wollen wir mal sehn….“, riss Tom sie aus ihren Gedanken und legte seine Stapel ab. Er lief auf Frankie zu, nahm ihr die Lebensmittel ab und legte sie dann ebenfalls ab. Noch bevor Frankie etwas erwidern konnte begann die Verkäuferin alles abzutippen.
„Das macht dann alles zusammen…. 48 Pfund!“, erklärte sie schließlich.
Frankie schaute die Verkäuferin geschockt an. 48 Pfund?! So fiel hatte sie vielleicht gerade mal in einem halben Jahr!
Tom zückte sein Geld und legte mehrere Scheine hin. Frankie beobachtete alles mit großen Augen. Für sie geschah gerade etwas einfach nur unglaubliches. Einerseits war sie sogar ein wenig glücklich, doch andererseits hatte sie Angst. Angst vor dem auf was sie sich da einließ.
Die Verkäuferin hatte alles schon in zwei Tüten gepackt und Tom drückte Frankie eine davon in die Hand. Er nahm die andere.
„Bye!“, verabschiedete er sich von der Verkäuferin und zog Frankie hinter sich her, hinaus aus dem Supermarkt. Draußen angekommen blieb er stehen und grinste sie an.
„So, damit du mal wieder was zu essen hast.“, grinste er.
Frankie stiegen die Tränen in die Augen. Wieso tat er das?! Wieso?! Da war sie schon wieder. Die bekannte Frage wieso.
Sie blickte mit ihren leicht wässrigen Augen zu Tom.
„Und was soll ich jetzt für dich machen?“, fragte sie ihn und schloss dabei die Augen. Sie hatte solche Angst.
Tom schaute verwirrt und schüttelte schließlich den Kopf.
„Wo soll das Zeug hin?“, fragte er denn nur. Geschockt öffnete Frankie die Augen. Wie bitte?! Er wollte nichts von ihr? Oder würde das erst noch kommen?
Sollte sie ihm ihre „Wohnung“ zeigen? Konnte sie ihm vertrauen? Nein! Vertrauen konnte sie keinem, das war ihr ja klar, aber sie musste ihm ihre „Wohnung“ zeigen. ER hatte ihr diese Sachen gekauft! Sie konnte ihm jetzt nicht einfach den Zutritt zu ihrer „Wohnung“ verweigern! Das Leben bestand nun mal aus nehmen und geben… was für ein bescheuerter Spruch!
Tom betrachtete sie lange. Er wüsste zu gerne was in ihr vorging. Sie war eigentlich wie ein riesen großes Geheimnis! Man wurde nicht schlau aus ihr. Doch auf der anderen Seite wirkte sie so vertraut und man hatte das Bedürfnis ihr zu helfen. Allein ihre Augen strahlten etwas warmes, jedoch auch verletztes aus. Sie war wie ein Buch, in einer anderen Sprache. Man konnte nicht verstehen was drin stand, wollte es aber wissen und versuchte die Sprache zu lernen.
„na?“, riss Tom Frankie schließlich aus ihren Gedanken. Sie schluckte. Dann nickte sie.
„Ok…komm mit!“, sagte sie monoton und setzte sich in Bewegung. Tom lief neben ihr her. Sie redeten kein Wort. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Sie hatte Angst, er war gespannt.
Nach einigen Minuten erreichten sie den großen Platz an dem sie die Jungs das erste mal gesehen hatte. Kurz blieb sie stehen. Tief atmete sie ein und aus. Tom, der weitergelaufen war, machte nun ebenfalls halt und drehte sich dann zu ihr um.
„Was ist? Alles ok?“, fragte er.
Frankie schaute ihm in die Augen. Sie wurde nicht schlau aus ihm. Wieso tat er so etwas? Wieso?!
Langsam nickte sie und lief wieder zu ihm. Zusammen liefen sie auf die Gasse zu, die zu ihrer Wohnung führte. Sie schwiegen wieder die ganze Zeit.
Schließlich bogen sie um die letzte Ecke und Frankie blieb vor dem alten herunter gekommenen Supermarktgebäude stehen.
„Wir sind da…“, murmelte sie und sie wandte ihren Blick nach unten.
„Hier wohnst du? Na dann…“, sagte Tom und ging in das Gebäude.
Verwirrt blieb Frankie noch kurz vor der Tür stehen, bevor sie ebenfalls in das Gebäude ging. Sie sah Tom, der mitten im Raum stand und sich umschaute.
„Is nicht viel, aber zum Leben reichts…“, erklärte ihm Frankie auf seinen fragenden Blick hin.
„Ok… wo soll ich die hintun?“, fragte er und hob die Tüte hoch. Frankie grinste.
„Hier ist ja wohl genug freier Platz! Stell es einfach irgendwo hin!“
Tom lächelte zurück und stellt die Tüte an die Wand. Frankie stellte ihre ebenfalls ab und lief zum Fenster. Sie öffnete dieses und setzte sich auf die Fensterbank. Die kühle frische Luft tat gut und sie atmete diese tief ein.
Tom kam zu ihr und lehnte dich auf die Fensterbank.
„Wie lange lebst du schon…. Na ja…. Du weißt schon…“, stammelte er und schaute immer noch gerade aus.
„Du meinst auf der Straße?“, grinste Frankie.
Tom löste seinen Blick und schaute dann zu ihr.
„Naja, seit ich 13 bin, also seit genau 3 Jahren.“, lächelte sie.
„Du bist also 16?“
„jap, seit gestern!“, grinste Frankie. Toms Augen wurden größer und er schaute sie verwirrt an.
„Wie? Du hattest gestern Geburtstag?“, fragte er.
„Jap….“, murmelte sie.
„Aber… wir haben uns doch gestern getroffen, wieso hast du denn nichts erwähnt?“
„Wieso sollte ich? Das ist doch nichts Besonderes! Jeder wird irgendwann mal 16… und ich wurde es eben gestern!“
„Ja, aber das war doch dein Geburtstag! Das ist etwas Besonderes!“.
Frankie grinste ihn an.
„na ja… jetzt weißt du es ja!“
Tom lächelte.
„Na dann…“, sagte er und streckte ihr seine hand entgegen.
„Alles Gute zum Geburtstag nachträglich!“, sagte er.
Frankie nahm seine Hand entgegen und lachte.
„Danke!“, grinste sie.
Sie lächelten sich kurz an und schauten dann beide wieder gerade aus.
„Willst du mir erzählen was passiert ist?“, unterbrach Tom dann irgendwann sie Stille. Frankie schaute ihn an, doch er hielt seinen Blick geradeaus.
Wollte sie? Sie hatte irgendwie ein gutes Gefühl bei ihm, doch sie hatte es noch nie jemandem erzählt.
„Also, es ist nichts besonderes… im Prinzip ist es eigentlich nur dass meine eltern nicht mehr leben und ich nicht im Heim bleiben wollte…“, erzählte sie die Kurzfassung.
Tom betrachtete sie mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Irgendwann erzähl ich dir vielleicht die ganze Story, aber jetzt noch nicht!“, fügte sie schnell hinzu.
„Schon gut… tut mir auf jeden Fall leid!“, murmelte er.
Sie schaute ihn lange an und begann dann zu grinsen. Irgendwie sah er ja schon komisch aus. Solche Leute hatte sie noch nicht oft in London rumlaufen gesehen. Und Selbstvertrauen schien er wohl auch genug zu haben.
„Wasn los?“, fragte Tom, als er ihren Blick bemerkte.
„Nix nix….“, lenkte sie ab. Frankie sprang von der Fensterbank und lief auf eine der beiden Tüten zu.
„Also… was ist das ganze Zeugs jetzt?“, fragte sie während sie in den Sachen wühlte. Tom kam zu ihr und nahm ein paar Sachen heraus.
„Eigentlich sind das alles nur lebensnotwendige Sachen…“, grinste er und hob eine Dose hoch. Eine nahm er sich und eine drückte er ihr in die Hand.
„Aha!“, murmelte Frankie und zog die Augenbrauen nach oben. „So lebensnotwendig können die ja nicht sein…“, grinste sie dann.
„Abwarten!“, lachte Tom und öffnete seine Dose. „Red Bull!“, erklärte er ihr.
Frankie öffnete ihre ebenfalls und schaute Tom dabei zu wie er einen großen Schluck davon nahm. Sie schmunzelte. Er sah so aus als würde er es richtig genießen.
Als Tom abgesetzt hatte, blickte er zu Frankie.
„ganz sicher lebensnotwendig!!!“, beteuerte er und Frankie musste lachen.
„na dann…“.
Sie setzte die Dose langsam an und trank den ersten Schluck. Der Geschmack war ihr wirklich unbekannt, doch während ihr die Flüssigkeit den Hals herunter lief, begann sie ihn zu genießen.
„Wow!“, stieß sie nur heraus.
Tom grinste stolz.
„Na?? Hab ich Recht oder was?“
Frankie lachte.
„Na gut… du hast Recht!!! Und was verbirgt sich noch alles in diesen Tüten?“, fragte sie weiter.
Zusammen durchforschten sie den Rest der Einkäufe und Frankie lies es sich ausnahmsweise mal richtig gut gehen. Sie lachte viel und wurde immer vertrauter mit Tom. Es war ihr fremd, doch sie hatte das Gefühl er würde sie verstehen! Und das obwohl er nicht einmal wusste was in ihr vorging!
Nach geraumer Zeit warf Tom dann einen Blick auf sein Handy.
„Ups!“, murmelte er.
„Was denn los?“, fragte Frankie neugierig.
„Naja… vorhin, da war ich eigentlich mit den andren Jungs essen und als ich dich gesehn hab, hab ich denen gesagt ich würde auf Toilette gehen…und ich bin jetzt schon über 3 Stunden weg!“, erklärte er Frankie. Diese schmunzelte.
„Na, dann würde ich mal sagen du gehst zurück!“, grinste sie.
„Mhhmmm… muss wohl sein!“, brummte er mit gesenktem Blick.
Kurz trat eine drückende Stille ein. Wie Frankie solche Stillen hasste.
„Sag mal, willst du nicht mit kommen? Die andren freuen sich bestimmt auch dich wieder zu sehen!“, unterbrach Tom diese dann.
Erschrocken blickte Frankie auf.
„Was?? Ähhmmm… nein, lass mal! Ich glaub es ist besser wenn ich nicht mitgehe!“, murmelte sie. Sie wollte nicht dorthin. Nicht unter Menschen! Sie war es nicht gewohnt unter Menschen zu sein. Normalerweise war sie ja immer alleine. Da konnte sie sich jetzt nicht einfach in die masse werfen! Das wäre wie ein Sprung ins kalte Wasser!
„Ach komm! Wieso denn?! Auf!!!“, versuchte Tom sie zu überreden.
„Nein ich glaube wirkl- „
„Bitteee!“, unterbrach sie Tom.
„Bitte! Ich würde so gerne noch mehr Zeit mit dir verbringen!“
Er schaute sie permanent mit seinen braunen Augen an und es war als würde Frankie etwas zwingen mit ihm zu gehen. Sie rang mit sich selbst. Schließlich gab sie sich geschlagen.
„Nagut!“, seufzte sie.
Tom begann zu grinsen. Erst ein wenig, dann immer breiter und schließlich übers ganze Gesicht.
„Cool!“, sagte er nur.
Frankie musste lachen. Irgendwie war er ja etwas besonderes.
„Gut! Also, wo müssen wir hin?“, fragte sie dann.
„Mhh… also ich denke ich ruf Bill und die andren erst mal an und dann können wir ja gucken wo wir uns treffen…“, murmelte Tom während er sein Handy aus der Hosentasche kramte. Er tippte darauf herum und hielt es sich dann ans Ohr.
Frankie hingegen marschierte zu ihrer Matratze. Sie hob sie unauffällig ein kleines Stück nach oben und zog das Familienfoto hervor.
Ob sie gewollt hätten dass ihre Tochter so lebt? Bestimmt nicht! Sie hätten wohl alles getan um es zu verhindern. Doch das konnten sie ja jetzt nicht mehr! Jetzt waren sie tot! Jetzt konnten sie nicht mehr auf mich aufpassen, nicht mehr mit mir schimpfen und nicht mehr mit mir lachen! So viele Kinder sind genervt von ihren Eltern, die nur mit ihnen schimpfen. Was würde Frankie dafür geben einmal mit ihnen zu streiten! Zu wissen, dass sich jemand um einen sorgte.
Schon wieder stieg eine unheimliche Wut in ihr auf. Bryan! Dieser beschissene….
„Damn!“, murmelte sie und legte das Foto wieder zurück unter die Matratze.
Eines Tages würde der Tag der Rache kommen! Sie würde ihm genau das selbe antun wie er ihrer Mutter.
„Alles ok?“, fragte plötzlich jemand hinter ihr. Ertappt zuckte sie zusammen und fuhr herum. Direkt hinter ihr stand Tom und schaute sie fragen an. Er stand ganz nah an ihr und Frankie fühlte sich ziemlich unwohl.
„Jaja… alles ok… können wir?“, lenkte sie ab und ging um Tom herum zu dem Ausgang. Er folgte ihr.
„ja, wir gehen in unser Hotel.“, erklärte er ihr. Zusammen liefen sie hinaus und wieder die vielen Gassen entlang. Wieder schwiegen sie sich an.
Plötzlich blieben sie vor einem riesigen und noblen Hotel stehen. Geschockt schaute Frankie Tom an.
„Jetzt sag nicht dass ihr hier drin wohnt??“, stammelte sie und zog ihre Augenbrauen nach oben.
Tom grinste stolz.
„doch!“.
Frankie’s Augen weiteten sich noch mehr.
„Seid ihr Millionäre oder so?!“, staunte sie weiter.
Tom lachte.
„Nicht ganz!“, sagte er nur und Frankie schaute ihn prüfend an. Was meinte er mit ‚nicht ganz’?
Tom lief durch den Eingang während Frankie immer noch mit offenem Mund die unglaubliche Eingangshalle betrachtete. So etwas hatte sie noch nie gesehen! Und sie lebte nun schon wie viele Jahre in London?
„Kommst du?“, riss sie Tom aus ihrem Staunen.
Sie schaute ihn an, den Mund immer noch weit geöffnet. Tom grinste.
„Mach den Mund zu, sonst fliegen noch Fliegen rein.“
Auch Frankie musste lachen, schloss ihren Mund und ging schließlich zu Tom. Zusammen liefen sie durch die glaserne Tür, die ihnen von zwei anzug tragenden Männern aufgehoben wurde. Der Mann hinter der Rezeption betrachtete Frankie kritisch. Sie spürte seine Blicke und machte vorsichtig und unsicher langsamer. Tom schaute zuerst verwundert zu Frankie, folgte dann aber ihrem Blick und bemerkte den Grund ihres langsamen Schrittes. Auf der Stelle schnappte er Frankies Hand. Diese sah ihn nur noch verwunderter an. Er lächelte ihr zu und zog sie dann hinter ihm her in den Fahrstuhl. Tom drückte auf die Zahl 2 und die Tür schloss sich.
Frankie grinste.
„Ich hab eben gedacht das wärs jetzt gewesen…“, lächelte sie ihn an.
„Was? Wieso?“, fragte Tom verwirrt.
„na, denkst du die wollen jemanden wir MICH in so einem Hotel haben??“, entgegnete sie ihm.
Tom zuckte vorsichtig mit den Schultern.
„Ach komm schon! Das weiß ich ja selbst auch! ich pass einfach nicht in diese Welt.“, murmelte sie.
„In was für eine Welt?“, fragte Tom weiter.
Mit einem hohen Bling stoppte der Aufzug und die Tür öffnete sich.
„Na in dieser Welt der Reichen und Schönen… da pass ich eben einfach nicht hinein!“, sagte sie ihm bevor sie hinauslief auf den Gang.
Tom folgte ihr und hielt sie am Arm, so dass sie sich zu ihm umdrehte.
„Also erstens bist du wunderschön, so dass der Teil mit den Schönen schon mal wegfällt, und zweitens müsste es schon eine sehr doofe Welt sein, wenn man in ihr nicht erkennen würde, wie…“, stoppte er und suchte nach dem richtigen Worten. Ja, wie war Frankie? Aufregend, Interessant, Geheimnissvoll?
„Wie unbeschreiblich du bist!“, vollendete er schließlich seinen Satz. Ja, unbeschreiblich war sie! Er könnte sie niemals in Worten erklären, doch sie hatte es ihm in irgendeiner Art und Weise angetan und er wollte mehr von ihr erfahren! Er wollte mehr an sie herankommen.
Frankie schaute ihn ziemlich perplex an. Sie hätte niemals mit einer solchen Aussage gerechnet. Wie sie diese jedoch finden sollte wusste sie selbst auch nicht so recht. Einer Seits fühlte sie sich wirklich sehr geschmeichelt, aber andererseits… Sie wusste ja, dass die meisten Menschen nur Heuchler waren und man ihnen nicht vertrauen konnte. So war es doch bestimmt auch bei Tom. Er wollte irgendwas von ihr, wofür er erst ihr Vertrauen brauchte und dafür musste er ein wenig schleimen. Man durfte ihr also nicht ernst nehmen.
Frankie seufzte. Was er gesagt hatte, hatte sie irgendwie berührt. Wie gern würde sie sich darüber freuen können! Doch sie durfte nicht so naiv sein! Er wollte etwas von ihr und jetzt war die Zeit gekommen heraus zu finden was es war.
„Tom, bitte sags mir gleich! Was willst du von mir? Was kann ich dir geben?“, fragte sie traurig und schaute ihn mit schon einem kalten, verletzten Blick an.
Tom war ziemlich überrascht. Er öffnete seinen Mund, fand allerdings nicht sofort seine Sprache wieder. Nachdem er ein wenig herumgedruckst hatte, atmete er dann tief ein und fragte:
„Was verdammt noch mal soll ich denn wollen?! Was hast du die ganze Zeit mit dieser Frage? Was soll das?! Bitte, sags mir! Ich versteh’s nicht!“
Frankie rang mit sich. Wieso!?
„Wieso kannst du mir nicht einfach mal die Wahrheit sagen?“, fragte sie laut.
„Was den für eine Wahrheit?!“, rief Tom zurück.
„Ach komm schon!“, schrie Frankie noch einen Tick lauter. Dann schaute sie bedrückt zu Boden.
Ganz leise und vorsichtig fuhr sie fort.
„Du sagst diese Sachen doch nur weil du etwas als Gegenleistung erwartest. Ich kenn die Menschen! Alle sind so! Alle!“, flüsterte sie schon fast.
Tom schüttelte ungläubig den Kopf.
„Also ich weiß echt nicht was du für eine Vorstellung von den Menschen hast!“, brummte er.
„Ich weiß wie die Menschen wirklich sind, Tom! Ich habe es erlebt! Ich weiß wie verlogen, dreckig, mies und…und!“, zischte sie.
„Und was?“
„Und hemmungslos sie sind!!“, schrie Frankie. Die Wut stieg wieder in ihr auf. Bryan! Bryan!!! Dieses verdammte Arschloch! Damn! Wie hatten sie sich nur so in ihm täuschen können?! Nie wieder würde sie einen solchen Fehler begehen!! NIE
Eine einsame Träne bahnte sich den Weg über ihre Wange.
„Komm her, nicht Weinen!“, flüsterte Tom und schloss Frankie in den Arm. Erst hob die ihren Kopf weit weg von ihm und versuchte ihm auszuweichen. Sie war diese Nähe nicht mehr gewohnt. Sie hatte ja keinen. Und außerdem wollte sie doch keinem zu nahe kommen. Doch irgendwann spürte sie wie angenehm es war. Sie fühlte sich das erste mal seit Ewigkeiten wieder geborgen und wohl. Mit einem lauten Schluchzer lies sie ihren Kopf an Toms Schulter fallen. Tom befestigte seinen Griff und drückte sie ganz nah an sich. Die eine Hand legte er auf ihren Kopf und strich sanft über ihre Haare.
Frankie weinte und weinte und sie hatte das Gefühl dass ein Teil der Last, die auf ihr lag, abfiel. Langsam hob sie wieder ihren Kopf.
Tom schaute ihr genau in die Augen. Beide waren wie ein Rätsel für den andren. Bei fanden sie sich gegenseitig geheimnisvoll.
„Willst du mir vielleicht erzählen was genau passiert ist?“, fragte Tom leise und man konnte den ängstlichen Unterton in seiner Stimme hören.
„Noch nicht! Ich….ich kann noch nicht!“, murmelte Frankie und schaute zu Boden.
Tom nahm ihr Kinn und hob es nach oben, sodass Frankie ihm wieder in die Augen schaute.
„Schon ok!“, flüsterte er und nahm sie noch mal fest in den Arm.
„Aber du musst wissen, dass egal was dir jemand angetan hat, ich bin nicht so! Ich würde dich nicht verletzen!“, sagte er in ihr Ohr.
Frankie wusste nicht ob sie ihm glauben konnte, doch sie wollte ihm glauben. Sie drückte sie noch einmal ganz fest an ihn. Dann ließen sie von einander ab.
„Sollen wir dann mal gehen?“, fragte sie und lächelte leicht.
„ja klar!“, sagte Tom, nahm ihre Hand und ging mit ihr den Gang entlang. Vor einer Zimmertür blieb er dann stehen.
Er kramte in seiner Hosentasche.
„Fuck!“, fluchte er plötzlich.
„Wasn los?“, fragte Frankie vorsichtig.
„Ich hab mein Handy bei dir liegen lassen…“, murmelte er.
„Bei mir? Mhh… Keine Angst, da wird’s schon nicht geklaut! Da kommt ja sowieso niemand hin!“; grinste sie.
Nun huschte auch über Toms Gesicht ein Lächeln.
„ok! Und jetzt hab ich ein Grund um noch mal mit zu dir zu gehen!“, grinste er frech.
Dann nahm er den Zimmerschlüssel aus der Hosentasche und öffnete die Tür. Mit einem lauten Knarren öffnete sich diese.
„Ladys first!“, lächelte Tom und machte eine einladende Handbewegung.
Frankie blickte an sich herunter.
„Naja… lady??“, fragte sie lachend.
Tom verdrehte die Augen und schob sie dann hinein. Hinter sich schloss er die Tür.
„TOM???“, rief plötzlich jemand.
Tom grinste zu Frankie.
„Wir werden schon erwartet. Oder besser gesagt ich…ich hab noch nicht erzählt dass du mitkommst!“
Frankie schaute ihn mit großen Augen an.
NICHT?!“, fragte Frankie geschockt. Was wenn sie überhaupt nicht wollten, dass Frankie zu ihnen kam?! Auf einmal bekam sie tierische Angst. Würden sie ausrasten? Menschen waren unberechenbar, das wusste sie jetzt ja!
Sie schaute zu Tom.
„Dann kann ich nicht mit!“, flüsterte sie ängstlich und verstört.



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung