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Prolog

„Pia? Bist du soweit? Beeil dich! Du willst doch einen guten Eindruck machen, oder?“, rief meine Mutter nach oben.
„jaja! Ich komm gleich!“, schrie ich zurück.
Heute war es endlich soweit! Wir hatten Sommerferien und ich würde zu meiner Tante nach Oberhausen fahren. Also nicht zum urlaub, wie man jetzt bestimmt denkt! Nein, ich hatte dort einen Ferienjob! Meine Tante war die Besitzerin des größten und edelsten Hotels in Oberhausen! Und durch sie hatte ich nun eine Beschäftigung für meine Ferien und würde gleichzeitig noch Geld verdienen! War doch super, oder? Wahrscheinlich denken viele ob ich denn nichts besseres zu tun hätte in den Ferien als zu arbeiten! Aba nein! Das hatte ich nicht! Ich war das einzigste Kind meiner Eltern und ich tat alles um ihnen zu gefallen! Das war allerdings gar nicht leicht! Meine Eltern hatten hohe Ansprüche und ich musste auf vieles verzichten! Ich war 16 und ging in die 10. Klasse eines Gymnasiums! Mein Notenschnitt lag bei 1,3 und der war nur so „schlecht“, da ich in Sport eine 3 bekommen hatte! Zwar war ich Klassenbeste und lernte Tag und Nacht, doch meine Eltern waren immer noch nicht begeistert! Egal was ich tat! Es war nie hundertprozentig, und das war, wie mein Vater immer betonte, Vorraussetzung in der heutigen Zeit!
Durch die ganze Lernerei hatte ich nicht viele Freunde! Besser gesagt hatte ich nur 2! Sören, der Sohn von Bekannten meiner Eltern, war genauso wie ich und auch der eigentlich perfekte Sohn! Ich verstand mich mit ihm ganz gut! Wahrscheinlich da wir das selbe Schicksal trugen.
Dann war da noch meine aller beste Freundin Mimmi! Sie war komplett anders als ich! Sie war selbstbewusst und hatte viele Freunde! Sie ging oft auf Partys und trank auch häufig Alkohol! Ich tat das bis auf ein Gläschen sekt am Geburtstag nie! Doch es gab einen Unterschied zu all den anderen, und zwar, dass sie mit ihrer Familie Sonntags in die Kirche ging! Dort hatte ich sie auch kennen gelernt! Sie ist die einzigste, die mich nicht wegen meinem Äußeren gleich abgewimmelt hat. Nicht falsch verstehen! Ich sah nicht schlecht aus, nein! Mimmi sagte sogar immer ich würde richtig gut aussehen! Doch ich kleidete mich anders! Meine Eltern wollten nicht dass ich zu modern rumlief! Das würde nur ablenken hieß es immer! Von daher trug ich immer eine Jeans (ich konnte sie sogar überreden, dass ich mir eine mit Schlag holen durfte) und eine Bluse! Im Sommer gabs dann immer einfache Röcke, die mindestens bis unter die Knie gingen, und ein T-shirt, das nicht zu viel vom Arm und rein gar nichts vom Bauch sehen ließ!
Jaja…. Dazu hatte ich dann noch lange schwarze Haare und meine Augen waren blau! Außerdem war ich ca. 1,70 groß.
In meiner Freizeit besuchte ich Lerngruppen wie den Mathe-club, oder ich gab nachhilfe!
Und nun hatte ich einen richtigen Job im größten Hotel Oberhausens!

Kapitel 1

Ich würde als Putze arbeiten, also als Zimmermädchen. Und nebenbei hätte ich wohl auch noch genug Gelegenheit in andere Aufgaben reinzuschnuppern! Ich freute mich total auf diese 4 Wochen!
Schnell lief ich mit meinem Koffer die Treppe hinunter wo auch schon meine Eltern auf mich warteten!
„fertig!“, sagte ich dort angekommen.
„sehr gut! Dann fahren wir los! Verabschiede dich von deinem Vater!“, gab mir meine Mutter als Anweisung! Ich ging zu meinem Vater wünschte ihm eine schöne Zeit und ging dann mit meiner Mama ins Auto und wir fuhren los in Richtung Oberhausen ich nahm mir meinen Mp3-Player und stöpselte ihn mir ins Ohr! Ach ja! Ich hatte noch eine Leidenschaft! Von der allerdings wussten meine Eltern nicht und ich hatte auch nicht vor es ihnen zu beichten! Diese hieß Tokio Hotel! Ich fand diese Band genial! Ihre Lieder waren super und auch die Jungs! Sie machten was sie wollten! Genau das Gegenteil von mir eben! Ich hörte ihr Album so oft ich konnte! Das gab mir auch oft Kraft, die dinge durchzuziehen und die Ansprüche meiner Eltern weiterhin zu erfüllen! Meine Eltern würden durchdrehen, wenn sie wissen würden, dass ich solche Musik hörte! Für sie gab es nur Mozart und die Beatles! Ich mochte die Beatles zwar, doch wenn man sie seit klein auf ständig hört, begannen sie doch irgendwann einen zu nerven!
Wir fuhren und fuhren und ich hörte in Ruhe die Musik meiner vier Idole. Nach ca. einer Stunde hielten wir dann vor einem riesigen Gebäude! Der eingangsbereich war mit gold verziert und überall standen Männer in roten Anzügen, die die Koffer der Gäste entgegennahmen. Es war gigantisch! Ich öffnete die Tür und stieg vorsichtig aus. Obwohl wir nicht gerade wenig Geld hatten war ich einen solchen Luxus nicht gewohnt. Meine Eltern wollten immer bodenständig bleiben und kauften von daher nur das aller nötigste!
Ich blickte um mich und öffnete dann den Kofferraum. Als ich meinen dann heraus nahm steuerte sofort eines der Roten Männchen auf mich zu und fragte höflich:
„kann ich ihnen den Koffer abnehmen, Madame?“
ich grinste. Mann, war das ein Servis.
Das rote Männlein stand vor mir und wartete auf eine Antwort. Dann bekam ich endlich den Mund auf.
„ähm nein danke! Ich bin kein Gast!“, antwortete ich schließlich.
Er musterte mich und machte dann Kehrt. Meine Mutter stellte sich neben mich.
„na komm! Dann lass uns mal zu Tante Vivian gehen!“, sagte sie und lief auf die Eingangstür zu. Ich blickte noch mal auf das Hotel und folgte ihr dann.
Als ich die Tür hinter mir hatte klappte mir die Kinnlade runter! Das war ja alles noch gigantischer als draußen! Oben an der Decke hingen riesige Kristallarmleuchter. Und eine große Wendeltreppe führte in den nächsten Stock. Alles hier war in den Farben Rot/gold. Eigentlich waren das ja nicht so meine Farben, doch mit den ganzen roten Männchen und so weiter, war es einfach ein wunderschönes Gesamtbild! Wir standen nun vor der Rezeption, hinter der eine sehr sympathisch aussehende junge Frau stand. Auf ihrem Namensschild stand „Laura Steinecker“
Meine Mutter begann zu sprechen:
„Guten Tag! Könnten sie uns sagen wo Vivian Frisch ist? Das hier ist ihre Neffin!“
Die Frau, Laura, lächelte mich lieb an!
„ach du bist also die Kleine! Nett dich kennen zu lernen!“, ich grinste zurück, „ also! Frau Frisch hat heute einen sehr wichtigen Pressetermin, doch sie hat mich gebeten dich hier in Empfang zu nehmen. In ungefähr einer Stunde kommt sie wieder! Du kannst hier dein Gepäck hinstellen und dann erzähl ich dir erst mal ein wenig über dieses Hotel hier.“
„ok danke!“, meinte ich höflich und kam zu ihr hinter die Rezeption.
Meine Mutter verabschiedete sich kurz von mir und ging dann wieder. Ich setzte mich mit Laura, die hatte mir das du schon angeboten, und sie begann zu erzählen.
„also… in den 4 Wochen in denen du da bist werden auch jede Menge Prominente kommen. Unter anderem dieser Orlando Bloom, Uwe Ochsenknecht und seine Söhne, dann noch diese Band Tokio Hotel – moment mal! Hatte sie gerade Tokio Hotel gesagt?! Das war jetzt nicht ihr Ernst, oder?! Tokio Hotel würde hier her kommen? Und ich würde hier arbeiten! Wow – das war- das war- ich fand keine Worte dafür.
Mittlerweile hörte ich wieder zu und sie endete gerade mit ihrer Aufzählung der Stars!
„also.. dazu muss ich dir sagen, bei uns gilt die Regel die Stars wie ganz normale Menschen zu behandeln und nicht nach Fotos oder Autogrammen zu fragen! Sie sollen sich hier wohl fühlen und nicht verfolgt!“
ich nickte.
„kein Problem! Ich bin eh nicht so der Typ der sich was aus schnell gekritzelten Unterschriften macht.“
„ohh das solltest du mal meiner Tochter sagen! Sie will immer dass ich ihr ein Autogramm mitbringe, und wenn ich ihr erkläre, dass das nicht geht, wird sie richtig sauer! Sie ist denk ich in deinem Alter! Wie alt bist du denn?“
„16“, antwortete ich knapp.
„ahhh das ist ja toll! Sie auch! sie heißt Meira! Übermorgen kommt sie hier vorbei! Sie hilft hier oft mit! Vielleicht lernt ihr euch dann ja kennen!“

Kapitel 2

Laura erklärte mir noch wie das alles so laufen würde im Hotel und so weiter und nach einer ¾ Stunde, kam dann eine große, schicke und sehr dünne Frau auf uns zu. Ich erkannte sofort, das war meine Tante Vivian. Sie hatte die selbe Nase wie meine Mutter! Und auch die Augen waren sehr ähnlich. Sie kam auf mich zu und lächelte:
„PIA!!!! Schön dich endlich hier zu haben! Na? Schon in arbeits stimmung?“, fragte sie.
Ich lächelte:
„natürlich! Aba erst würde ich vllt gerne meinen Koffer wegbringen wenn das ginge!“, Laura und Vivian lachten. Nanu? Was war denn jetzt so lustig? Hatte ich irgendetwas falsch gemacht? Hoffentlich nicht!
„ja natürlich! Das mit der Arbeitsstimmung war auch nur ein Scherz! Heute musst du noch nicht richtig arbeiten! Und du brauchst auch nicht so förmlich mit uns zu reden!“, antwortete mir meine Tante.
Förmlich? Ich redete eigentlich immer so! ich meine ich war keine von denen, die in jedem Satz 5 mal Alter und ey sagten! Aba ich war ja wohl nicht so förmlich. Oder doch? Mein gott! Hoffentlich machte ich nichts falsch!!! Lieber schnell zeigen, dass ich auch locker sein kann. Also sagte ich:
„ja klar Alter! Voll geckeckt Mann ey!“
nun guckten mich die 2 erstmal total verdutzt an. dann prusteten sie los!
„also ich muss sagen du hast echt einen einzigartigen Sinn für Humor!“, bemerkte meine Tante.
Was?!?! Das sollte doch kein Witz sein! Na super! Der erste Tag hier und ich mache schon alles falsch! Das wird meinen Eltern gar nicht gefallen!!!
Vivian führte mich mit meinem Koffer zum Aufzug, mit dem wir dann bis in den achten Stock fuhren. Hier stiegen wir aus. Wir liefen denn langen roten Gang entlang und blieben vor dem Zimmer stehn auf dem die Nummer 832 prangte.
„wir hatten kein Zimmer mehr frei, das wir normalerweise unseren Angestellten geben und von daher haben wir beschlossen, dass wir dir ein normales Hotelzimmer geben! Ich hoffe wir können dir vertrauen!“
ich grinste und bevor ich antwortete dachte ich daran schön locker zu bleiben.
„na klar ey mann!“, antwortete ich und war mit der Antwort zufrieden. Doch meine Tante begann schon wieder laut loszulachen! Ich schaffte es wohl nie etwas richtig zu machen, oder?
„du bist echt witzig, Pia, aba bitte rede nicht mehr so, sonst platze ich irgendwann noch vor lachen.“
Ich murmelte ein „ok“ und sah ihr dabei zu wie sie die Tür aufschloss. Dann ging ich hinein und mir blieb der Atem weg. Es war ein riesiges Zimmer mit einem Doppelbett, einem Fernseher und einer riesigen großen Badewanne!! Das war einfach gigantisch.
„und hier darf ich jetzt 4 wochen wohnen?“, fragte ich. Ohh nein! Ich hatte vergessen locker zu klingen! Was sie jetzt wohl von mir halten würde?!
Doch anders als die letzten Male lächelte sie mich nur an! vielleicht sollte ich das mit dem Locker sein doch vergessen, dachte ich mir.
„wenn du nichts anstellst ja!“, anwortete mir Vivian.
„wir machen es am besten so, du packst aus und wenn du fertig bist gehst du runter zu Laura die dir dann alles zeigen und erklären wird!“
„gut! Ich werde mich beeilen!“
„nein nein! Lass dir ruhig Zeit! Du brauchst dich nicht zu beeilen!“
ich lächelte dankend und meine Tante verließ das Zimmer.
Ich ging auf den Balkon und hatte eine prima Sicht auf den Eingangsbereich. Plötzlich rollte ein großer schwarzer Wagen an! er sah sehr wichtig aus! Wer da wohl drin saß? Wahrscheinlich einer der vielen Promis, die Laura alle aufgezählt hatte! Na ja… das würde ich ja noch früh genug erfahren! Also ging ich wieder rein und packte meine Sachen alle aus. Nach ca. 20 minuten war ich fertig und ging nach unten an die Rezeption. Laura begrüßte mich freundlich und stellte mir Tobi vor, der nun auch hinter der Theke stand. Auch er trug einen der Roten Anzüge, die die roten Männleins alle anhatten. Er schien sehr nett zu sein.
Dann führte sie mich durch eine Tür, die kaum auffiel, da die die selben rot-gelben Muster hatte wie die restlichen Wände. Wir kamen im so wie ich das erkannte Waschraum an. Überall standen überdimensionale Waschmaschinen und Trockner und ständig flitzten irgendwelche Leute umher. Einen von diesen hielt Laura an. es war ein Junger und er sah sehr jung aus. Ich schätze ihn auf 17, höchstens 18!
„hey Nils! Komm mal her! Das hier ist Pia, sie wird für 4 Wochen bei uns arbeiten. Ich hätte gerne, dass du ihr hier alles zeigst und erklärst! Vorallem den Putzablauf in den Zimmern, ok?“
der Junge schaute an mir herunter und grinste dreckig. Mir war dieses Grinsen ganz und gar nicht geheuer!
„klar! Mach ich doch gerne! Ich bin Nils!“, sagte er und hielt mir die Hand hin. Ich nahm sie und lächelte gezwungen. Irgendwie kam er mir echt schleimig vor. Na ja! Mich bohrte jetzt allerdings doch die frage nach seinem Alter:
„hey! Wie alt bist du denn?“, normalerweise fragte ich nie so direkt! Ich weiß auch nicht was mich da geritten hatte!
„17! Und du?“
„16!“, da hatte ich also richtig geraten.
Er zeigte und erklärte mir alles und ich stellte immer wieder Fragen, so dass ich mich am Schluss echt gut auskannte. Schließlich hielten wir wieder an der Rezeption und Laura kam auf uns zu.
„na ihr! Hat alles geklappt!“
„ja! Perfekt! Ich kenn mich jetzt schon wirklich gut aus!“
„ok! Super! Dann kannst du den Rest des Tages noch ein wenig entspannen! Morgen wird ein anstrengender Tag! Und du musst schon um 8 Uhr hier auf der Matte stehen! Also… ruh dich aus und sei morgen dann ausgeschlafen und fit um 8 Uhr hier bei mir! Ok?“
„alles klar! Bis morgen dann!“ antwortete ich und ging hoch in mein Zimmer. Dort machte ich es mir gemütlich, nahm noch ein Bad und ging dann wie besprochen um halb 8 schon ins Bett. Auf den nächsten Tag freuend schlief ich dann in meinem riesengroßen Bett ein.

Kapitel 3

Nun war es viertel vor 8 und ich verließ gerade mein Zimmer. Ich wär wohl ne ziemliche Langschläferin, wenn ich dazu Zeit finden würde. Meine Mutter weckte mich am Wochenende immer um 9 Uhr, egal wie spät ich ins Bett gegangen bin, da sie meinte man würde den Tag sonst verplempern! Ich hasste das frühe Aufstehen, doch mit all den Jahren hatte ich mich daran gewöhnt! Ich stand in der Woche immer um viertel vor 6 auf und am we um 9! Von daher fiel es mir heute nicht sonderlich schwer heute so früh arbeitsfertig zu sein!
Ich nahm den Aufzug und stieg im Erdgeschoss aus. Dann lief ich geradewegs auf die Rezeption zu. Laura erkannte mich schon von weitem und winkte mir fröhlich zu. Höflich lächelte ich und winkte ebenfalls. Dann stand ich vor ihr:
„na du? Schon fit zu einer so frühen Stunde?“, begrüßte sie mich.
„ja klar! Kein Problem!“
„dann is ja gut! Also… Lust dich in die Arbeit zu stürzen?“
Grinsend lächelte ich. Ich war an hart arbeiten gewöhnt und mittlerweile machte es mir schon fast Spaß immer neue Aufgaben zu lösen. Obwohl man nicht sagen konnte dass ich der erfahrenste Mensch im Bereich Spaß haben war, da ich eigentlich nie etwas tolles, lustiges machte! Na ja… das gehörte nun wirklich nicht hier her!
Laura packte mich an der schulter und schob mich vorwärts in Richtung der Tür, die man kaum erkannte. Ich ging gehörig mit ihr mit. Plötzlich öffnete sich die Fahrstuhltür, die ziemlich nah an der versteckten Tür war und heraus kam… wow! Heraus kam kein geringerer als Campino von den Hosen! Auch seine Band mochte ich sehr! Ich kannte zwar nur wenige Lieder, die ich immer bei Mimmi hörte, doch die die ich kannte Liebte ich total! Ich fragte mich ob Laura erwähnt hatte, dass er kommen würde. Wahrscheinlich da als ich gerade nicht aufgepasst hatte. Er lief an uns vorbei, geradewegs in Richtung Speisesaal.
„ohhh… na das war wohl deine erste ‚begegnung’ mit nem Prominenten, was?“, riss mich Laura aus meinen Gedanken, die wohl mein ziemlich erstauntes Gesicht gesehen hatte. Sie lächelte mir lieb zu und ich grinste zurück.
„ja schon…!“, hielt ich mich nur kurz.
Dann öffnete sie die Tür und wir gingen in den riesigen Waschsalon. Sie blickte suchend umher, stieß dann ein „ahh“ aus und zog mich an der Hand in eine Ecke, in der ein Mann mit Rücken zu uns stand. Wir hielten vor ihm und Laura tippte ihm auf die Schulter. Der Typ zuckte zusammen und drehte sich dann schnell um. Nun erkannte ich ihn! Es war Nils! Och nö… bitte nicht der! Ich wusste nicht was mich so an ihm störte! Seine obercoole Art, oder sein schleimiges Aussehen… auf jeden Fall störte er mich.
„hey nils! Heute fängt Pia an! Würdest du mit ihr alles soweit regeln? Am besten erstmal ausstatten und dann zu Hans, der weiß besser was sie tun kann, als ich!“, sprach Laura zu ihm.
„ja klar mach ich gerne!“, schleimte er mal wieder. Ich mochte ihn nicht! Und ich hatte keine Lust mit so einem Jungen Konversationen zu führen! Vielleicht auch weil ich genau wusste was meine Eltern von ihm denken würden!
Laura wandte sich nun an mich:
„Kriegst du das hin?“
ich nickte. Natürlich würde ich das hinbekommen! Ich hatte bisher noch nichts nicht geschafft! Ich hatte immer alles durchgezogen und mich richtig ins Zeug gelegt! Ich war mir sicher dass ich auch das wieder geregelt bekommen würde.
Nun drehte sich Laura um und ließ mich mit diesem Nils stehen. Na toll, dachte ich. Was sollte ich jetzt mit DEM alleine hier machen. Doch bevor ich irgendwas sagen konnte ergriff er meine Hand, was mir gar nicht passte, und zog mich hinter sich her. Wir gingen in einem Raum, der voll mit Spinten war! Er blieb stehen und ich entzog ihm schnell meine Hand. Dann blickte er um sich. Sein Blick blieb an dem 2. Spint hängen. Er lief auf ihn zu und öffnete ihn.
„was hast du für ne Größe?“, fragte er dann mit dem Rücken zu mir.
„was?“, fragte ich verwirrt.
„na was hast du für ne Kleidergröße? Ich schätz mal so 38, oder?“
also mal im ernst! Ich würde dem doch nicht meine Kleidergröße verraten! Das ging nur mich was an!! manche hielten das wohl für spießig, doch für mich war das schon ziemlich privat!
„das sag ich DIR doch nicht!“, fauchte ich unhöflich.
Er drehte sich verwundert zu mir um. Dann zuckte er mit den Achseln.
„dann komm halt her und such dir seine Klamotten selbst raus!“
Klamotten?? was für Klamotten??
Er bemerkte wohl meinen fragenden Blick und erklärte:
„na du denkst ja wohl nicht, dass du in deinen Klamotten putzen kannst, oder?“
das leuchtete mir ein. Die Zimmermädchen hatten ja immer solche einheitlichen Kleider an. Also ging ich zum Spint und was ich dort sah ließ mich kurz aufhören zu atmen! So etwas würde ich doch nicht anziehen!!! Dort hingen rote Kleider, die ziemlich kurz waren, und goldene Schürzen dazu! Für meinen Geschmack war das Kleid viel zu kurz!!!
„na wird’s endlich mal was?!“, fragte Nils genervt.
Da musste ich wohl durch, dachte ich mir und nahm mir die Sachen in meiner Größe. Pahh… 38!!! Ich hatte 36!

Kapitel 4

Ich zog es an und es war für meinen Geschmack wirklich viel zu figurbetont! Es endete über dem Knie und war richtig eng!!! Der Ausschnitt war auch so groß, dass man sogar die Schlüsselbeine sah!!! Ich fühlte mich ganz und gar nicht wohl! Ich band mir die Schürze um, und ging schließlich wieder aus der Kabine zu Nils der die ganze Zeit gewartet hatte. Er musterte mich von oben bis unten. Ich fühlte mich wirklich unwohl, und als er dann auch noch grinste bekam ich das Gefühl im Boden zu versinken! Na toll!!! Worauf hatte ich mich da bloß eingelassen? Jetzt blamierte ich mich schon zum wievielten mal? Auf jeden Fall zum Genüge!
„siehts so schlimm aus?“, fragte ich vorsichtig.
Nun schaute er irgendwie entsetzt und überrascht.
„was? Schlimm? Nein! Es sieht wirklich geil aus!“
Geil?!?! Na toll! Das war ja jetzt noch schlimmer als wenn er gesagt hätte dass es schlecht aussieht!! Wenn es jemand wie Nils Geil findet, musste es scheußlich sein!!! Mir lief ein Schauer über den Rücken!
„na, können wir dann mal gehen?!“, unterbrach mich Nils dann. Ich nickte und zusammen machten wir uns auf zu diesem Hans, zu dem ich gehen sollte.
Wir gingen in einen Raum mit einem großen Tisch in der Mitte und mehreren Kleinen Außenrum. An dem großen saß ein ziemlich kleiner Mann, dessen ovalförmiges Gesicht eine kleine runde Brille zierte und unter seiner Nase prangte ein zotteliger Schnurrbart.
Er erinnerte mich in irgendeiner Weise an meinen Chemielehrer, der ziemlich durchgeknallt war. Nils zog mich mit ihm geradewegs auf diesen Mann zu.
„hey hans!“, begrüßte er ihn freundlich.
„ach! Der junge herr baumann! Na? Was verschafft mir die Ehre?“, fragte dieser Hans und mir fiel sofort auf, dass auch seine Stimme und Art zu sprechen unheimlich die meines Lehrers ähnelten! Hatte er vllt einen Bruder? Na ja… war ja auch egal!
„also das entzückende Mädchen hier an meiner Seite“, fing er an und grinste mir zu. Schleimer, dachte ich bloß und warf ihm einen abfälligen Blick zu. Anscheinend brachte ihn das ein wenig aus der Bahn und er redete etwas monotoner weiter!
„nun ja… sie ist neu hier! Ich hab ihr gestern schon alles gezeigt und heute ist ihr erster offizieller Arbeitstag! Laura hat gemeint ich sollte sie fragen, wo sie beginnen soll!“
der Mann musterte mich. Ich lächelte freundlich! Der erste Eindruck war schließlich der wichtigste! Dann sagte er:
„schön dich kennen zu lernen … ähhh…“
„Pia ist mein Name!“, half ich ihm.
„gut! Schön dich kennen zu lernen Pia! Also, ich bin der Hans und wenn du fragen hast, oder Probleme kannst du immer zu mir kommen!“, ich lächelte dankend! Er schien mir wirklich nett zu sein.
„heute fängst du damit an die Hotelzimmer zu putzen! Du kannst zu Betti gehen, die wird dir dann alles erklären und das erste mit dir zusammen putzen! Danach wirst du alles alleine machen und wir werden sehn, wie du dich so machst!“
„Keine Angst! Ich werde sie nicht enttäuschen! Das verspreche ich ihnen!“
er grinste:
„davon gehe ich auch nicht aus! Also… Nils wird dich jetzt zu Betti führen und ihr erklärt ihr was ich gesagt habe! Ach und noch was! Ihr putzt im 8. Stock, richtet ihr das bitte aus!“
„werden wir erledigen! Es hat mich gefreut ihre Bekanntschaft zu machen und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen!“, beendete ich das Gespräch höflich. Ich machte Kehrt und ging wieder aus dem Saal. Dicht gefolgt von Nils! Draußen angekommen blieb ich stehn und bemerkte Nils Blick. Er starrte mich irgendwie ziemlich abwesend an.
„hey! Hab ich irgendwas falsch gemacht?“, fragte ich unschlüssig.
„was? Ähhmmm… nein, aba wo hast du gelernt so geschwollen zu reden?“
„geschwollen? Das war doch ganz normal!!!“
Nun schaute er mich komisch und skeptisch an. dann drehte er sich um und murmelte:
„dann lass uns mal gehen…“
Wir gingen in einen anderen Raum. Er war ebenfalls wie alle anderen Räume hier ganz weiß und nur ein paar metallene Wagen fielen einem ins Auge. Nun erkannte ich eine Frau im selben roten-goldenen Kleid, das auch ich trug. Sie trete sich um, da man in der Stille die hier herrschte, jeden einzelnen Schritt hörte. Sie war schätz ich mal so um die 40 und sah wirklich nett aus! Sie hatte braune wellige Haare und schon fast schwarze Augen. Ihr Mund war auch wirklich schön. Dann verformte sich ihr Mund zu einem Lächeln, und die sagte:
„Hallo! Bist du die neue? Laura hat mir schon Bescheid gesagt, dass hier bald ein wenig frischer Wind reinkommt! Schön dich hier zu haben! Ich bin Betti!“ , begrüßte sie mich und streckte mir ihre Hand entgegen. Ich nahm sie dankend an.
„Pia, es freut mich!“, grüßte ich zurück.
Wir unterhielten uns noch ein wenig und machten uns dann mit einem der metallenen Wägen auf den Weg zum Fahrstuhl! Der Metallwagen hatte sich übrigens mittlerweile als Putzwagen rausgestellt. Nun hieß es auf in den 8. Stock.

Kapitel 5

Wir gingen zur ersten Tür: 801! Betti klopfte an die Tür und wartete ob jemand aufmachen würde. Als sich jedoch nichts tat ging sie zum Wagen und holte einen Schlüssel.
„der hier passt in jedes Zimmer! Mit ihm kannst du überall hinein! Wenn also keiner aufmacht wie jetzt nimmst du dir den Schlüssel und schließt auf!“,
Ich hörte aufmerksam zu und nickte. Dann öffnete sie die Tür und wir betraten das Zimmer. Es sah genauso aus wie meines- lag ja auch auf dem selben Stock! Wir gingen wieder hinaus zum Putzwagen, wo wir und alle möglichen „Werkzeuge“ holten und anfingen das Zimmer zusäubern! Sie war von mir und meiner Arbeit begeistert.
„Ich habe selten jemanden gesehen, der so ordentlich geputzt hat wie du! Und vor allem hast du nicht gemeckert oder dich bei irgendetwas angewidert weggedreht, wie das hier so viele machen! Ich denke du kannst die nächsten Zimmer gleich alleine machen! Wenn du mit allen durch bist kannst du den Wagen runter bringen und dich dann ein wenig ausruhen! Heute Abend erwartet dich dann Laura um halb 7 an der Rezeption.“
Ich nickte und verabschiedete mich und schon war ich auf mich alleine gestellt. Doch ich hatte keine wirklichen Probleme! Es lief alles wie geschmiert und ich machte es einfach wie im ersten Zimmer. Es ging ziemlich schnell da war ich auch schon bei Zimmer 824 angekommen. Dem vor meinem. Ich tat alles wie immer. Ich klopfte und lauschte. Niemand öffnete oder sagte irgendetwas. Ich ging zum Wagen und holte den Schlüssel. Nachdem ich aufgeschlossen hatte musste ich mich erst einmal wieder fangen! Ich staunte nicht schlecht, als ich dieses Zimmer hier sah. Oder sollte ich lieber sagen dieses Appartment? Es war riesig! Mindestens doppelt so groß wie meins und das war ja schon echt groß!
Als ich mich wieder gefangen hatte ging ich zum Wagen und holte Wischmopp und Wasser und ging ins hinterste Zimmer, in dem ich ziemlich viele Fenster entdeckte! Mann, war hier ein Saustall. Überall lagen Klamotten und leere Süßigkeittüten herum und überhaupt könnte ich bei diesem Durcheinander nie den Überblick behalten!
Plötzlich hörte ich etwas, das wie die Spülung der Toilette klang! Kam das von hier drin? Also wenn dann musste es am anderen Ende des Zimmers sein, denn es hörte sich ziemlich weit entfernt an. Dann hörte ich eine Tür knacken und dumpfe Schritte. Ohhh nein! Ich hatte doch nichts falsch gemacht, oder? Hoffentlich nicht! Es ist doch alles soooo gut gelaufen! Die schritte entfernten sich immer mehr und nun hörte ich wie eine Tür auf ging und kurz darauf auch sofort wieder zuknallte. War hier nun jemand? Ich war mir nicht sicher. Doch – es musste jemand hier sein! Ich hatte doch sogar die Schritte gehört! Ängstlich öffnete ich meinen Mund und stieß ein
„hallo?“ hervor. Niemand antwortete.
„Hallo?“, sagte ich nun nochmals, diesmal allerdings gleich viel lauter. Doch keiner antwortete! Na ja… wer weiß, vllt hatte ich mich ja doch getäuscht.
Ich wandte mich wieder den Fenstern zu und als diese blitzen beschloss ich den Staubsauger zu holen. Ich ging zur Tür, wozu ich erst mal wieder durch dieses riesen Labyrinth an Zimmern gelangen musste.
Dann ergriff ich die Türklinke, drückte sie runter und – nichts! Nichts geschah. Die Tür öffnete sich nicht! Was sollte das denn? Wieso um alles in der Welt, ließ sie sich nicht mehr öffnen? Ich bekam langsam Angst und erinnerte mich nochmals an die Schritte. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich! Der besitzer dieses Zimmers hatte mich hier , natürlich ungewollt eingeschlossen! Na super! Ich hatte ja noch den Schlüssel. Hatte ich? Ich wühlte in meinen Taschen, doch konnte nichts finden! Oh nein! Ich hatte ihn draußen liegen lassen! Wie dumm konnte man denn bloß sein? Am ersten Tag schon so alles versauen! Was sollte ich denn jetzt machen? Ja klar! Ich musste warten bis der Inhaber wiederkäme. Ich hatte ja gar keine andere Wahl! Also ging ich durchs Zimmer und langweilte mich vor mich hin.
Irgendwann wurde es mir dann zu doof und ich setzte mich aufs Bett und drückte Fernsehen an. Eigentlich hätte ich das ja aus Höflichkeit nie gemacht, doch irgendwie war das heute etwas anderes! Ich meine, was sollte ich denn hier machen?
Ich schaltete ein und zappte so durch die Kanäle. Zu hause schaute ich eigentlich nie Fernsehen. Viel lieber las ich ein gutes Buch bei dem man sich weiterbilden konnte! Doch das hatte ich ja hier nicht! Irgendwann blieb ich bei einem Musikkanal hängen. Es kamen Gerade die toten Hosen mit Pushed again! Ich liebte dieses Lied. Mimmi hörte es auf und ab! Dann irgendwann schloss ich die Augen und vergaß alles um mich herum. Schnell war ich dann schon in einen schönen Schlaf gesunken.

Kapitel 6

„hey du!“, flüsterte mir jemand zu. Was war denn passiert und warum war alles vor meinen Augen schwarz? Ach ja… ich war eingeschlafen und hatte natürlich die Augen geschlossenl.
„hey… tut mir leid, aba ich dachte wir sollten dich mal wecken!“, sagte diese Stimme wieder. Jetzt konnte ich mich wieder an alles erinnern. Das war bestimmt der Besitzer des Appartments, der mich gerade weckte. Schnell öffnete ich die Augen und im nächsten Augenblick schloss ich sie wieder. Träumte ich etwa noch? Das konnte nicht sein, was ich da eben gesehen hatte! Ich muss aufwachen! Pia! Du musst arbeiten! Ruckartig schlug ich die Augen wieder auf, schaute mich ca. 3 sekunden lang um und schloss sie dann schon wieder. Ich hörte leute lachen. Nein! Das konnte nicht sein! Das- das war unmöglich! Ich sah gerade etwas, das nicht realistisch war! Ich – ich- ich sah Tokio Hotel! Das ging nicht! Die konnten nicht hier vor mir stehn! Langsam öffnete ich ein Auge und sah in 2 Gesichter! Die Gesichter der Zwillinge Tom und Bill! Langsam öffnete ich auch das andere Auge und setzte mich schnell auf! Mein gott! Was würden die denn jetzt bloß von mir denken?! Ich meinte, ich schlief in ihrem Bett! Das war mir so peinlich! Ich merkte dass ich rot anlief und mit einem Blick in ihre grinsenden Gesichter verstärkte sich das nur.
Ich musste etwas sagen! Die situation erklären und mich entschuldigen!
„tut mir echt leid, dass ich es mir erlabt habe, in eurem bett zu schlafen! Ich weiß es gehört sich nicht und ich schäme mich dafür und hoffe dass ihr nicht sehr erbost seid!“, redete ich drauf los. Nun schauten mich die Jungs genauso weggedrehten an wie Nils schon mal.
Dann redete Tom mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
„nein, mylady, wir wollen ihnen die Güte erweisen und ihnen ihren Fehltritt verzeihen!“ dann prustete er los. Ich verstand gerade gar nichts. Bill grinste kurz zu Tom, wandte sich dann wieder zu mir und sagte:
„Du kannst ruhig normal mit uns reden! Wir sind auch nur Menschen!“
Hää??? Wieso normal mit denen reden. Ich erwiderte nichts und stand schnell auf.
„Noch mal entschuldigung! Ich hoffe euer Zimmer ist euch sauber genug! Wenn nicht werde ich natürlich noch weiter putzen!“
Schon wieder begann Tom laut zu lachen! Also irgendwie war er mir ziemlich unsympathisch! Bill hingegen schaute ziemlich verwirrt.
Keiner sagte etwas und ich stand da und wartete auf eine Antwort! Doch anscheinend hatte keiner vor mir eine zu geben.
„Also ihr müsstet mir schon sagen was ihr wollt, sonst kann ich es euch nicht erfüllen.“, sagte ich schließlich.
Es schien als würde ich sie aus ihren Gedanken reißen. Dann sprach Bill:
„Also du musst hier garantiert nicht aufräumen, das wär morgen sowieso alles wieder durcheinander!“
Ich musste an die Unordnung im Zimmer denken und schmunzelte. Dies bemerkte Tom.
„hey, du kannst ja auch lachen!“
Hää? Natürlich konnte ich lachen! Auch wenn ich das nicht allzu oft tat.
„Ja selbstverständlich kann ich lachen! Wieso denn auch nicht?“
„Naja… du wirkst so ernst! Aba das Lächeln steht dir! Solltest du öfter tun!“, schmeichelte er mir. Schon wieder musste ich grinsen. Mir hatte noch nie jemand ein Kompliment gemacht, das nichts mit Schule oder Arbeit zu tun hatte. Ich wurde rot.
Plötzlich wurde mir eine Hand entgegengestreckt. Es war Bills.
„Ich bin Bill! Un du?“, stellte er sich mir vor.
Ich nahm seine Hand entgegen.
„Pia! Schön dich kennen zulernen!“
Nun kam auch Tom mit seiner Hand zu mir.
„Tom.“, sagte er kurz und ich lächelte ihm höflich zu.
„Ich muss dann wieder meine Arbeit verrichten! Ach ja… könnte mir jemand verraten wie viel Uhr es ist, bitte?“
Die beiden begannen wieder zu grinsen und schauten mich an. Was war denn bitte sehr so witzig? Dann holte Tom ein Handy aus seiner Hosentasche und sagte:
„Es ist… 6 Uhr!“
„was? Ohhh nein! Ich muss sofort runter! Um halb muss ich wieder anwesend sein! Und ich wollte doch so gerne ne Stunde früher sein und schon helfen!“, fing ich an zu „fluchen“! für mich war so etwas schon fluchen!
„Macht dir arbeiten so viel Spaß oder was?“, fragte Bill verwirrt.
„Ich will doch einen guten Eindruck machen!“, erklärte ich ihm.
„und deswegen willst du eine Stunde früher dort hin?“ ich nickte.
„Wow! Also ich würde so etwas nie machen wenn ich das nicht müsste…“
„nun ja… ich will eben alles richtig machen und wenn es geht noch besser!“, bemerkte ich nun.
Die beiden schauten mich immer noch ziemlich ungläubig an.
„Also irgendwie bist du interessant!“, bemerkte Tom. Was sollte das heißen ich bin interessant?!
„Was? Ich bin ein ganz normales Mädchen, was ist an mir interessant?“
„nein, du bist eben kein ganz normales Mädchen!“, sagte nun auch Bill.
Ich zog die Augenbrauen hoch. Was wollten die von mir. Plötzlich fiel mir wieder die Zeit ein.
„Tut mir Leid, doch ich muss jetzt meine Pflichten erledigen! Es war mir eine Ehre mit euch zu reden! Auf Wiedersehen!“, verabschiedete ich mich schnell.
„bye, mylady.“, sagte Tom und grinste. Ich betrachtete ihn komisch.
„tschüss Pia!“, sagte Bill lachend. Ich lächelte noch mals höflich und ging dann.

Kapitel 7

Also irgendwie war das eine sehr eigenartige Begegnung gewesen, dachte ich im Fahrstuhl auf dem Weg nach unten. Dort ging ich dann wie immer an die Rezeption zu Laura.
„Hallo Pia! Na? Wie ist es gelaufen?“
„gut!“, lügte ich. Der Zwischenfall mit den Jungs war nun wirklich nicht sehr toll gewesen! Garantiert keine Glanzleistung! Doch das musste sie ja nicht wissen.
„Du bist sehr früh!“
„Ja ich weiß! Ich dachte ich könnte noch so ein wenig helfen!“, erklärte ich ihr.
„Also deinen Ehrgeiz müsste meine Tochter haben! Ach ja… sie kommt übrigens morgen auch hier her! Ich hab ihr von dir erzählt und sie freut sich schon dich kennen zu lernen! Ihr Name ist Meira!“
„ich freu mich auch schon sie zu treffen!“, gab ich höflich zurück. Eigentlich stimmte das nicht! Ich hatte Angst davor sie zu treffen! Ich hatte Angst sie wär so wie alle andren, die nichts mit mir zu tun haben wollten! Ich hatte Angst sie würde mich sehen und dann sofort wieder vor mir davon rennen! Ich hatte einfach Angst!
„also… wenn du willst kannst du in der Küche helfen alles herzurichten! Und nachher musst du dann bedienen!“, riss sie mich aus meinen Gedanken!
„ok! Kein Problem!“
„Gut! Moment! Ich führ dich hin! Tony, kannst du hier mal kurz die Stellung halten?“, schrie sie nach hinten. Ein großer älterer Mann mit weißen Haaren kam heraus.
„ja klar!
„gut, danke! So dann folg mir einfach mal!“, sagte sie dann wieder zu mir. Wir liefen in den Speißesaal und durch eine elektrische Tür. Hier herrschte das pure Chaos! Überall rannten Leute durch die Gegend und Geschirr klirrte in allen Ecken des Raumes! Laura hielt eine Frau, die gerade an uns vorbei lief an und erklärte ihr dass sie mich an ihre Seite nehmen und mir alles zeigen sollte. Gesagt getan! Sie zog mich mit sich zu einem Tisch auf dem wiederum viele kleine Kästen mit Gabeln, Messern und Löffeln standen. Sie drückte mir eine davon in die Hand und nahm sich auch selbst eine, bevor wir dann wieder aus der Tür und zu den Tischen gingen. Sie erklärte mir wie man den Tisch korrekt deckte und nach einer halben Stunde waren wir dann auch fertig! Sie nahm mich zu sich und befohl mir den ganzen Abend nicht von ihrer Seite zu weichen! Dann stürmten auch schon die ersten Gäste herein! Sie setzten sich und ich dackelte Sina, so hieß sie, hinterher und beobachtete wie sie die Gäste bediente. Irgendwann lief sie auf einen Tisch, der in der letzten Ecke stand und an dem 4 Personen saßen zu. Die Personen kamen mir irgendwie bekannt vor, doch ich wusste nich woher. Dann erkannte ich sie! Es waren Tokio Hotel! Ohh nein! Hoffentlich würden mich die 2 nicht erkennen! Das wäre wirklich zu peinlich! Doch wie sollte es auch anders sein, erkannten sie mich sofort.
„hey Pia! Na? Wie geht’s?“, fragte mich Bill. Sina blickte mich verwirrt an. Na super!
„Mir geht es augezeichnet und selbst?“, antwortete und auf beiden Gesichtern breitete sich ein Grinsen aus! Also ich wurde wirklich nicht schlau aus ihnen!
„joa, ne? Alles klar bei uns!“, antwortete mir Tom.
Ich lächelte und dann ergriff sina das Wort.
„Ich will ja nicht stören, aba was kann ich denn an Trinken für die Herren herbeiholen?“, fragte sie.
Dann gaben sie ihre Bestellung ab und Sina wandte sich an mich.
„Du hast echt viel gearbeitet! Bleib ruhig noch kurz hier und erzähl mit ihnen! Du kannst dann ja wieder mit kommen wenn ich das Trinken gebracht habe!“
Was?! Nein! Was hatte sie denn jetzt wohl für einen Eintrug von mir?! Na toll!
Sie verschwand und ich drehte mich um zu den anderen, die alles mit angehört hatten und mich nun erwartungsvoll anschauten!
„ochh nö! Jetzt hab ich alles vermasselt!“, stöhnte ich und schlug mir meine Hand vor den Kopf!
„was? Wieso denn?“, fragte Tom.
„was denkt die denn jetzt wohl von mir?“, stoß ich hervor. Ich war wirklich schon den Tränen nahe! Ich wollte doch nur alles super machen, doch anscheinend wollte mir das nicht gelingen. Ich hörte wie ein Stuhl nach hinten gestoßen wurde und jemand auf mich zu kam. Dann wurde ein Arm um mich gelegt!
„Hey! Is doch nichts schlimmes passiert! Sie hat dich doch sogar gelohnt!“, das war Bills Stimme. Ich schaute nicht auf! Ich wollte es nicht nur gut machen! Ich wollte herausstechend sein! So, dass sich alle an mich erinnern könnten und vor allem, dass meine Eltern stolz auf mich sein könnten! Bei dem gedanken an meine Eltern begann mein ganzer Körper zu zittern! Was wenn ich ihnen mal wieder nicht gut genug wäre? Nun zitterte ich noch mehr und ich hatte das Gefühl nicht mehr aufhören zu können!
„mein gott, du Zitterst ja!“, bemerkte nun auch Bill, der immer noch den Arm um mich gelegt hatte.
„Komm mit und setz dich erst mal!“ er zog mich zu einem noch freien Stuhl und kniete sich vor mich.

Kapitel 8

„was ist denn los? Es ist doch nichts passiert!“, sprach er beruhigend auf mich ein, doch mein Zittern wollte nicht aufhören. Ich hatte immer die Bilder meiner Eltern vor mir.
„Ach… macht euch um mich keine Sorgen! Es ist alles ok. Mir geht’s gut!“, sprach ich ziemlich gequält und schaute auf. Als mich alle fragend anschauten zwang ich mir ein Lächeln auf. Doch es war wirklich schwer so zu tun als ob alles gut wäre und natürlich glaubte mir auch niemand.
„ich geh jetzt wieder an die Arbeit!“, sagte ich und stand auf. Doch mein Kreislauf versagte total und ich fiel sofort wieder auf den Stuhl zurück.
„Nix da! Du gehst jetzt nicht noch mal arbeiten! Nicht in dem Zustand!“, sagte Bill und stand auf.
„Ich such mal ein Personal und werde es dann erklären!“
„nein!“, schrie ich.
Überrascht sahen mich die anderen an.
„Nein, tu das nicht! Ich will arbeiten und es ist meine Entscheidung ob ich arbeiten will, oder nicht! Tut mir Leid dass ich so direkt bin, aba das geht nur mich etwas an!“, sagte ich bestimmerisch. Bill stand zögerlich da.
Langsam stützte ich mich am Tisch auf und versuchte mich zu stellen. Nach einiger Zeit gelang es mir auch und ich war zufrieden mit mir! So… das wär geschafft. Ich bewegte mich langsam vorwärts und obwohl dass Zittern noch da war, schaffte ich es einigermaßen aufrecht zu gehen!
„Pia, komm schon! Hör auf mit dem Scheiß!“, sagte nun Tom.
Ich blickte ihn nur böse an.
„Ich arbeite! Das ist kein ‚scheiß’!“, gab ich zurück und ging an Bill vorbei. Meine Schritte wurden immer sicherer und schließlich konnte ich wieder normal gehen. Ich arbeitete den Rest des Abends und ging dann ins Bett. Sofort schlief ich ein.
Riiinnng! Mein Wecker klingelte und ich war sofort wach! Es war 6 Uhr. Ich hatte also 2 Stunden Zeit um mich soweit fertig zu machen. Ich hüpfte als allererstes in die Dusche. Es war sehr beruhigend wie das warme Wasser auf mich prasselte. Ich genoss es richtig in der Dusche zu stehn und für kurze Zeit vergaß ich sogar die Arbeit!!!
Als ich dann eine halbe Stunde später meine Haare geföhnt und zu einem Zopf zusammengemacht hatte, schlüpfte ich wieder in meine Arbeitsklamotten und ging munter nach unten an die Rezeption. Wie immer begrüßte mich Laura. Doch heute stand an ihrer Seite ein hübsches Mädchen. Sie war ca. 1,65 groß und hatte ganz ewig lange blonde Haare. Ihre Augen waren braun und ihre Lippen richtig schön rot. Auch sie trug die Arbeitsklamotten. Ich überlegte wer das sein könnte.
Bei den beiden angekommen stellte mir Laura sofort dieses Mädchen vor.
„ach hallo Pia! Das hier ist Meira, meine Tochter von der ich dir ja schon so viel erzählt habe.“
Ich schaute zu Meira. Eine Ähnlichkeit konnte ich ehrlich gesagt nicht erkennen!
„hey! Schön dich zu treffen! Meine Mum hat mir schon echt viel von dir erzählt!“, begrüßte sie mich lieb. Irgendwie hatte sie etwas Sympathisches an sich.
„hey! Ja ich freu mich auch!“, gab ich zurück und lächelte sie an.
Wir unterhielten uns eine Weile und verstanden uns wirklich gut.
Sie war richtig lieb und überhaupt nicht voreingenommen! Das hätte ich nicht erwartet, doch ich war total erleichtert darüber.
Irgendwann fragte Laura:
„Hättet ihr Lust heute zusammen die Zimmer zu putzen?“
„ja klar!!! Wird bestimmt lustig!“, Meira war sofort von der Idee begeistert.
„ja! Ich fänds auch echt toll!“, bestätigte ich.
„ok… schön dass ihr euch versteht! Ihr putzt dann wieder Stock 8 und wenn ihr fertig seid könnt ihr zusammen noch was schönes machen!“
„Danke mum das ist echt lieb!“
ich war zwar nicht so angetan davon, dass wir danach frei hatten, doch da ich Meira wirklich lieb fand beschloss ich einfach am nächsten Tag mehr zu arbeiten!
Wir gingen uns einen Putzwagen holen und fuhren dann in den 8. Stock. Im Fahrstuhl unterhielten wir uns angeregt über Musik. Sie stand auf Rock und irgendwie gefiel mir dass. Als die Fahrstuhltür sich öffnete, wünschte ich mir vom Boden verschlugen zu werden. Vor der Tür standen Bill und Tom. Ich blieb einfach stehn und schaute sie an und auch sie zeigten keine Reaktion. Die Situation war wirklich doof und seid meinem Auftritt gestern hatte ich sie aus meinen Gedanken verdrängt. Bill schien sich als erstes wieder zu fangen.
„hey Pia! Geht’s dir wieder besser?“, fragte er. Dass er nicht böse auf war überraschte mich.
„Öhhmm… ja! `tschuldigung dass ich euch so genervt hab gestern! War irgendwie ein Ausrutscher!“, stammelte ich.
„Mein gott Pia!“, stöhnte Tom und verdrehte die Augen. War er vllt auch mich böse? Ohh nein!
„Du hast uns doch nicht genervt! Wir würden bloß gerne wissen was los war!“ ok! Das überraschte mich jetzt! Machten sie sich wirklich Gedanken? Wahrscheinlich sagten sie das nur aus Höflichkeit!
„ach nichts!“, fing ich an!
„ich war nur ein wenig verwirrt!“
„ja das haben wir bemerkt! Doch ich denke das ist untertrieben!“, sagte Bill. „du hast am ganzen Körper gezittert und konntest nicht mehr aufstehn Pia! Da muss es doch einen Grund gegeben haben.“
„nein… es gab keinen! Das habe ich doch schon gesagt!“
„Nagut… wir können dich nicht zwingen!“, sah Tom dann endlich ein.
„Es gibt auch wirklich nichts zu erzählen!“, fuhr ich fort. „soll ich euer Zimmer heute putzen?“
„nein… nicht nötig. Du weißt ja wie es da aussieht! Aba Pia, ich bitte dich, wenn es einen Grund gibt, erzähl ihn uns.“, bemerkte nun Bill.

Kapitel 9

Ohne etwas zu sagen ging ich mit Meira und dem Wagen an ihnen vorbei. Sie stiegen in den Fahrstuhl und bevor sich die Tür schloss drehte ich mich nochmals um und lächelte ihnen zu. Ich sah in Bills Blick, das er nicht zufrieden mit meiner Antwort war.
Dann schloss sich der Aufzug und die beiden verschwanden. Ich atmete tief durch und drehte mich um zu Meira, die mit ungläubig anstarrte.
„waren das gerade Tokio Hotel?“, fragte sie mich. Ich nickte. Wir schlossen das erste Zimmer auf und gingen rein. Doch Meira dachte nicht an putzen. Sie hielt mich am Arm fest und schaute mich durchdringend an.
„Von was haben die eben geredet?“, ich zögerte. Ich erzählte normalerweise nie jemandem von meinem Leben, doch bei ihr hatte ich irgendwie ein gutes Gefühl und außerdem hatte ich das Bedürfnis jemandem von meinen Gedanken zu berichten. Ich ließ mich auf das Bett fallen und Meira tat es mir gleich. Sofort begann ich ihr alles anzuvertrauen, was ich normalerweise für mich behielt. Ich redete über meine Eltern, ihre Erwartungen, Mein Leben als Außenseiter und über die Situation vom vorigen Abend. Mittlerweile rannte mir die erste Träne über die Wange, da ich immer mehr fürchtete alles falsch zu machen. Meira nahm mich in den Arm und strich mir über den Rücken. Ich war ihr so dankbar!
„Komm! Lass uns putzen und dann machen wir mal was, was ich über alles liebe, ok?“, fragte sie. Ich wusste zwar nicht was sie meinte, doch ich wusste dass ich ihr vertrauen konnte. Also putzen wir was das Zeug hielt und schon eine Stunde später waren wir fertig. Wir brachten den Wagen wieder runter und dann erklärte mir Meira:
„so… jetzt lass uns erst mal in dein Zimmer gehen…“
Oben angekommen steuerte sie geradewegs auf meinen Kleiderschrank zu. Sie riss die Türen auf und schaute hinein.
Ich hingegen platzierte mich derweilen auf meinem Bett. Immer wieder hörte ich ein „bahhh“ und „ohh mein Gott!“. Dann drehte sie sich zu mir.
„so…. also ich werde jetzt etwas in deinem Leben ändern! Und keine Widerrede! Deine Eltern sind weit weg und jetzt kannst du einmal machen was du willst!“, sagte sie.
Irgendwie bekam ich Angst. Was hatte sie denn jetzt vor? Hoffentlich nichts schlimmes!!!
„also… wir gehen jetzt als aller erstes zusammen shoppen und heute Abend gehst du mit mir in einen Club!“
Was?! Shoppen ok, aba in einen Club? Nein – das ging nicht!
„Ich kann nicht! Ich muss morgen früh arbeiten!“
„Vergiss es! Du kommst da nicht drum rum! Wenn ich mit meiner Mutter rede bin ich mir sicher dass du morgen erst abends arbeiten musst! Mach dir mal keine Sorgen! Und jetzt hol dir dein Geld und
komm mit mir mit! Aba nimm lieber mal ein bisschen mehr mit! Du brauchst ziemlich viele neue Klamotten!“
Ich wusste dass Widerstand zwecklos war und so nahm ich mir meinen Geldbeutel, in dem 400 Euro waren und ging zu Meira. Diese schnappte meine Hand und zusammen liefen wir aus dem Hotel.
Wir fuhren mit dem Bus in die Einkaufsgegend und als wir ausstiegen blickte sie an mir herunter.
„Was hörst du denn für Musik?“, fragte sie mich dann.
„na ja… also ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau! Ich darf nichts außer Mozart und den Beatles hören…“, stammelte ich.
Sie schaute mich entsetzt an.
„ok.. moment mal!“, sagte sie und holte einen Mp3player aus ihrer Tasche sie gab mir einen Stöpsel und startete die Musik. Als erstes kam irgendein HipHop lied.
„Gefällt dir das?“, fragte sie.
„eher nicht so…“, murmelte ich.
„ok… und das?“ Nun lief ein Lied von den toten Hosen. Hier kommt Alex hieß es glaub ich.
„ja! Das ist schon viel mehr mein Geschmack!“, sagte ich dann.
„Dacht ichs mir doch! Und das dann auch, oder?“ Sie schaltete weiter und ich hörte Gitarrenklänge und eine harte Stimme. Das Lied war klasse. Meine Eltern würden es zwar als sinnloses Rumgeschreie bezeichnen, doch mir gefiel es.
„Das ist sehr gut! Wer ist das?“
„Nirvana!“, erklärte sie mir.
„Gut… jetzt weiß ich wo wir hin müssen!“, sagte sie, zog mir den Stöpsel aus dem Ohr und zog mich hinter ihr her. Irgendwann standen wir vor einem kleinen Geschäft, in dessen Schaufenster Puppen mit kurzen Röcken und zerrissenen Jeans standen! Also so etwas würde ich nicht anziehen! Da würden mich keine 10 Pferde reinkriegen.
Meira konnte wohl Gedanken lesen, denn sie sagte:
„Keine Widerrede“, und zog mich da rein! Was machte ich hier bloß?! Wenn das meine Eltern rauskriegen würden!!
Meira begrüßte die Kassiererin, die mit Tattoos und Piercings überseht war.
Dann fragte sie mich nach meiner Größe.
„36!“, antwortete ich knapp und schaute mich weiter im Geschäft um. Meira hingegen war zwischen Regalen und Kleiderständern untergetaucht. Nach kurzer Zeit kam sie wieder und ihr ganzer Arm war beladen mit Klamotten. Sie stieß mich zur Kabine und hielt mir die Klamotten hin. Ich wollte gerade protestieren, da warf sie mir einen bösen Blick zu.
„na ja… probieren kann ich ja mal…“, murmelte ich und zog den Vorhang zu. Ich legte die Klamotten ab und nahm mir die obersten. Das konnte ich nie im Leben anziehn!!! Doch da musste ich wohl mal wieder durch.

Kapitel 10

Es war eine total zerissene Jeans und dazu ein T-shirt, auf dem ein Toten kopf abgebildet war. Ich schaute auf die Marke. Ed Hardy… mhhh… noch nie gehört. Irgendwie gefiel es mir, doch ich könnte damit doch nie rumlaufen. Ich zog es an und es war richtig eng… für meine Verhältnisse. Nun schlüpfte ich in die Jeans und wollte sofort wieder raus. Die saß doch viel zu tief!!! Da bräuchte ich ja gleich gar keine anzuziehen!
„bist du endlich fertig?“, ertönte Meiras Stimme von draußen. Langsam öffnete ich die Kabine und Ihr Gesicht ließ nichts gutes ahnen. Ich drehte mich zum Spiegel und erschrak. War das wirklich ich? Ich sah so ganz anders aus! So… gut! Ich fand das sah gut aus! Ich war irgendwie begeistert!!
Nun drehte ich mich strahlend zu Meira, deren Mund immer noch offen stand. Langsam fing sie sich wieder.
„Sicher dass du kein Modell bist und es mir bloß nicht verraten wolltest??“, fragte sie mit einem Grinsen. Ich wurde rot.
„Ach quatsch! So gut sieht das jetzt auch nicht aus!“, streitete ich ab.
„Also das sieht einfach nur umwerfend aus! Du siehst aus wie ein Modell! Ich habe noch nie so ein hübsches Mädchen gesehn!“, machte sie mir weiter Komplimente.
„Hast du etwa noch nie in den Spiegel geschaut?“, fragte ich. Wow! Kam das von mir? Ich wusste gar nicht dass ich so ‚cool’ sein konnte. Meira lächelte.
„danke! Aba du siehst echt einzigartig aus! Du hast was total Besonderes!“ Sie kam auf mich zu und öffnete mir meinen Pferdeschwanz. Meine Schwarzen brustlangen Haare fielen nun flach herunter. Sie strubelte mit ihren Händen ein wenig durch meine Haare, so dass die schließlich frech in mein Gesicht fielen. Ich konnte es mir nicht erklären, doch irgendwie fühlte ich mich plötzlich wohl in meiner Haut.
„das nehmen wir! Auf! Das nächste!“, rief Meira fröhlich und auch ich sprang nun total motiviert zurück in die Kabine! Doch dort angekommen musste ich erst mal schlucken. Das nächste das dort lag war ein Mini rock und ein Top!!! Ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben getragen. Ich atmete tief durch, und schlüpfte dann in die Klamotten. Der Rock war kaki, und es waren ganz viele Aufnäher drauf. Er saß genauso tief wie die Jeans. Das Top war Schwarz und wurde an der rechten Seite mit ganz vielen Fetzen zudammengebunden! Die Träger waren so dünn wie Spagetthis und so musste ich meinen Bh ausziehen. Das war total ungewohnt! Normalerweise trug ich immer einen! Ich hatte Körbchengröße C und von daher nicht gerade eine leichte Brust. Doch ich traute mich die Kabinen Tür zu öffnen und Meiras Gesicht war mal wieder zum schreien! Ich musste lachen! Wow! Ich lachte! Und ich lachte richtig! Das war so selten! Ich war auch irgendwie glücklich.
„heiß!“, stieß Meira hervor. Ich drehte mich wieder zum Spiegel und erschrak! Das sah wirklich heiß aus! Ich fühlte mich plötzlich total anders! Viel selbstsicherer! Das Mädchen da im Spiegel war ich und ich sah gut aus! Ich ging auf meira zu und fiel ihr in die Arme! Sie lachte!
„heyhey… dafür ist es noch zu früh! Ich hab noch viel mit dir vor! Und jetzt das nächste! Das nehmen wir auch!“, sagte sie!
Das nächste war ein braunes Kleid. Es war richtig kurz und es war ein wie ich erfuhr Neckholder. Außerdem band ich ein schwarzes Band unter den Busen. Der Rest fiel mehr oder weniger lose herunter. Es sah wieder mal genial aus. Und auch die nächsten T-shirts und Tops, sowie einen weiteren Rock, diesmal aber bis kurz über den Knieen und 2 weitere Jeans, kauften wir auch. Dann bezahlte ich. 200 euro! Doch ich war gerne bereit für solch tolle Sachen so viel Geld auszugeben! Ich war einfach nur glücklich und mit Meira an der Hand schlenderte ich aus dem Geschäft!
„So! Bist du bereit für den nächsten Schritt?“, fragte Meira und ich nickte! Ihr konnte ich vertrauen, das wusste ich! Wir liefen die Straße entlang und hielten bei einem ziemlich schräg aussehenden Friseurladen. Eine neue Frisur? Ich hätte gerne eine, doch meine Eltern würden es dann natürlich auch bemerken. Ich schaute Meira an und sie schien mal wieder meine Gedanken erraten zu haben.
„willst du etwas ändern oder nicht?“, fragte sie.
Ja natürlich wollte ich, doch ich hatte so viel Angst. Doch wenn ich nichts tun würde würde sich auch nichts tun! Unschlüssig nickte ich. Meira strahlte.
„Du wirst es nicht bereuen, glaub mir!“, rief sie und zog mich hinter ihr her in den Laden. Ich platzte mich auf einem Stuhl nieder und sie tuschelte mit dem Friseur! Es sollte ja eine Überraschung werden!
Dann fing der Friseur an und ich bekam mit jeder auf den Boden fallenden Strähne mehr Angst. Worauf ließ ich mich hier eigenltich ein? Ich schloss die Augen und versuchte nicht an meine Eltern zu denken.
Nach ca. einer ¾ Stunde war ich fertig. Ich hatte die ganze Zeit über die Augen geschlossen gehalten! Nun hörte ich Meira, die kurz weg war und noch ein paar Erledigungen gemacht hatte. Was wollte sie mir nicht verraten. Ich hörte wie sie kurz aufschrie und bekam noch mehr Angst als ich sowieso schon hatte. Ich beschloss meine Augen zu öffnen.

Kapitel 11

Ich sah in den Spiegel vor mir und erkannte mich nicht wieder. Es sah total scharf aus! Sie waren richtig durchgestuft und franzlig, und überall waren braune Strähnen verteilt. Außerdem hatte ich einen glatten schrägen Pony! Es sah wirklich richtig geil aus! ICH sah richtig geil aus! Mir stiegen die Tränen in die Augen.
Schnell kam Meira auf mich zugerannt.
„hey! Wieso weinst du denn? Das sieht doch mal soooo geil aus!“
„ja! Genau deswegen!“, antwortete ich und musste lachen. Meira schaute mich an und lachte mit! Sie war so toll! Und ich sah soooo vollkommen anders aus!
„ok Süße! Wir machen das jetzt so!“ sie zog eine Kappe aus ihrem Rucksack.
„Du ziehst die hier an und gehst zurück ins Hotel. Die hier ziehst du an, damit dich meine Mum noch nicht so verändert sieht! Ich will ihr das heute Abend zeigen! Und ich geh jetzt nach Hause und mach mich fertig für heute Abend. Dann so in einer Stunde komm ich zu dir und gemeinsam brezeln wir uns dann richtig auf, ok?“
„ok! Gerne!“, sagte ich und ich zog die Mütze auf. Wir versteckten alle Haare darunter, vor allem den Pony! Sie brachte mich zur Busse und dann trennten wir uns.
Im Hotel angekommen lief ich schnell an Laura vorbei und stieg in den Aufzug. Im 8. Stock stieg ich aus! Ich lief den Gang entlang und stieß auf Tom und Bill, die gerade aus ihrem Zimmer kamen.
„ohh hi Pia!“
„hey ihr!“, grüßte ich mit einem Strahlen auf dem Gesicht. Mir ging es einfach so gut!
“wow! Du bist ja richtig gut drauf!“, bemerkte Tom und ich nickte lachend.
„Das ist gut! Wir wollten dich sowieso fragen was du heute Abend vor hast.“, sagte nun Bill.
„Ich und Meira wollen in irgendeinen Club gehen!“, sagte ich.
„ahh… habt ihr vllt Lust uns zwei mit zunehmen?“, grinste er dann.
„Ja klar!“, sagte ich begeistert. Ich erkannte mich zur Zeit selbst nicht mehr!
„Ok cool! Wann wollt ihr denn los?“, fragte Tom.
„öhhmmm… das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht..“, stammelte ich.
Die beiden lachten.
„gibst du mir deine Zimmernummer, dann rufen wir da nachher einfach an!“, schlug Bill vor.
„ok. Mein Zimmer ist das neben eurem.“, erklärte ich und die beiden schauten ziemlich überrascht aus der Wäsche.
„also 825?“, fragte Tom nach.
„genau!“
„ok! Dann bis nachher!“
„jaaa! Tschüss!“, sagte ich mit einem strahlenden Gesicht. Ich war schon ewig nicht mehr so glücklich gewesen.
Dann ging ich sofort unter die Dusche, wobei ich Pushed again von den Hosen summte.
Eine halbe Stunde später klopfte es an der Tür und ich machte im Bademantel bekleidet auf. Davor stand wie erwartet Meira. Sie sah extrem gut aus! Sie trug einen zerfranzten Jeansmini und dazu ein kakifarbenes Top. Es hatte keine Träger und sah echt heiß aus.
„wow!“, brachte ich nur hervor.
„wart bloß ab bis wir mit dir fertig sind!“, lachte sie und ich grinste.
„Ach ja… Bill und Tom gehen mit, ist das ok?“, fragte ich. Allerdings war ich mir schon ziemlich sicher dass es ok für sie war, denn ich hatte erfahren, dass sie Tokio Hotel wohl auch ziemlich mochte.
„soll das ein Witz sein?! Das ist ja mal richtig derbe!“, schrie sie während sie mir um den Hals fiel. Wir lachten beide und ließen und dann auf meinem Bett mit den neuen Klamotten nieder. Schließlich entschieden wir uns für den kaki Minirock und das schwarze Top, das ich auch schon im Geschäft zusammen anhatte! Dann gingen wir ins Bad. Wir föhnten meine Haare und dann holte Meira eine Tüte. Heraus fielen ganz viele Schminkartikel. Ich hatte mich noch nie in meinem ganzen Leben geschminkt, doch heute war ich offen für alles.
Meira legte mir Wimperntusche auf und dann richtig fiel Kajal, so dass meine Augen richtig schwarz waren. Außerdem schminkte sie sie außen mit schwarzem und innen mit kaki Lidschatten. Es sah wirklich geil aus! Meine Lippen ließ ich ganz normal, da sie so schon schön genug waren, wie Meira sagte. Das Endergebnis ließ sich sehen, das einzigste was fehlte waren Schuhe. Ich hatte nur meine braven roten, und die passten gar nicht zu dem Rest. Doch Meira hatte an alles gedacht und holte ein paar schwarze Stiefel mit flacher Sohle aus ihrer Tasche. Sie waren richtig toll und jetzt war alles perfekt. Wir betrachteten und noch mal im großen Spiegel und ließen uns dann zufrieden aufs Bett fallen.
„Meira?“, begann ich.
„mhh?“
„danke dass du das alles für mich machst!“
sie schaute zu mir!
„Ich bin froh, dass ich dich kennengelernt habe! Ich mag dich echt richtig dolle! Also… wehe du entschuldigst dich noch mal!“, lachte sie.
Dann klingelte das Telefon. Ich hüpfte vom Bett und nahm ab.
„ja?“
„hey! Pia?“, es war Bill.
“Jap! Ich bin dran!”
“ok! Also… wann wollen wir los?”, fragte er.
„Wir sin bereit! Wir kommen zu euch, ok?“
„ok! Bis gleich!“
Dann machten wir uns auf den Weg.

Kapitel 12

Wir standen vor dem Zimmer der Twins und ich klopfte. Ich war wirklich gespannt wie die beiden auf meine Veränderung reagieren würden!
Die Tür öffnete sich und dahinter stand Tom. Seine Augen wurden bei meinem Anblick größer und sein Mund stand offen. Ich musste grinsen und Meira hinter mir begann zu lachen.
„p-Pia? Bist du das?“, fragte mich Tom.
Nun musste auch ich lachen.
„Hey Tom!“
Dieser drehte sich nur um und rief:
„Bill!!!“
Dann drehte er sich wieder zu mir und schaute immer noch so doof aus der Wäsche! Plötzlich kam Bill hinter ihm angerannt.
„Was is de-?“, weiter kam er nicht. Er sah nun zu mir und auch sein Gesicht war zum Schreien.
„Hey Bill!“, begrüßte ich nun auch ihn.
Er schaute Tom an:
„Ist das?“, fragte er ihn. Tom nickte und begann nun zu grinsen.
„Wow!“, stieß Bill aus.
Irgendwie wurde mir die Situation langsam unangenehm und ich fragte:
„Können wir gehen?“
ich schien die 2 mal wieder aus den Gedanken gerissen zu haben, denn beide zuckten kurz zusammen.
„Ja klar…“, murmelte dann Bill und schloss die Tür. Tom und Meira liefen voraus. Ich wartete noch auf Bill.
„Du sieht einfach umwerfend aus!“, sagte dieser dann. Ich merkte mal wieder wie ich rot anlief! War das ein Kompliment gewesen?! Wow! Ich fühlte mich so toll! Ich hatte noch nie ein richtiges Kompliment bekommen! Außer das von Tom! Aber das war etwas andres gewesen!
„danke!“, murmelte ich verschämt. Bill grinste mich nur an! Wir stiegen zu den andren in den Fahrstuhl und sie begannen sich über eine Band, Metallica, zu unterhalten.
„Was hältst du von denen, Pia?“, fragte Bill dann.
„ähhmmm... na ja… also ehrlich gesagt… ich kenn die gar nicht…“, stotterte ich zusammen.
Alle 3 schauten mich nun verwirrt an.
„Im ernst? Du kennst nicht Metallica??“, fragte Bill ungläubig.
„in welcher Welt lebst du denn?“, fragte dann Tom.
Die beiden wussten ja nicht wieso ich die nicht kannte und von daher nahm ich ihnen das nicht übel. Meira wusste es und ließ kein Kommentar dazu ab. Ich war ihr echt dankbar und ich wollte auch nicht mit Bill und Tom darüber reden.
Wir gingen aus dem Fahrstuhl und liefen auf die Rezeption zu. Als Laura mich sah sieß sie einen kurzen schrei aus.
„Pia? Du- du siehst aus wie ein modell!!!“, rief sie. Ich lief schon wieder rot an.
„danke!“, stammelte ich. Also soooo gut sah ich jetzt ja wohl auch nicht aus… irgendwie wurde mir das momentan alles ein bisschen unangenehm…
„nicht wahr? Und ich war ihre Beraterin!!!“, sagte Meira stolz!
„Du sieht umwerfend aus! Mir fehlen die Worte!“, bemerkte Laura nun etwas leiser, was mir schon viel lieber war. Tom und Bill standen hinter mir und grinsten sich nur einen ab. Na super… das wollte ich nun gar nicht! Auch wenn ich froh über die ganzen Komplimente war, ich hasste es irgendwie im Mittelpunkt zu stehen! Dafür war mein Selbstbewusstsein viel zu klein.
Nachdem wir noch ein wenig erzählt hatten machten wir uns auf nach draußen. Die Zwillinge bogen nach links, was uns ziemlich verwirrte.
„ähhmmm… die Busse ist in der anderen Richtung!“, sagte Meira.
Die zwei begannen zu lachen. Ich blickte Meira nur unverständlich an. Dann erklärte uns Tom:
„Also, ich denke nicht dass wir mit dem Bus fahren können… zu viele Fans…“
Das leuchtete mir ein. Ich hatte schon ganz vergessen dass sie von Tokio Hotel waren! Natürlich konnten sie nicht mit dem Bus fahren! Wie dumm von uns!
Wir grinsten.
„und was habt ihr jetzt vor?“, fragte ich die beiden.
„Na wir fahren mit unserem Van!“, erklärte Bill wie selbstverständlich.
„und das geht einfach so? ich mein…. Können wir auch mitkommen?“, bemerkte ich vorsichtig.
Bill grinste.
„Dein Charakter hat sich kein bisschen geändert, im Gegensatz zum Äußeren! Natürlich könnt ihr mit fahren!! Denkst du wir lassen euch mit dem Bus fahren, oder was?“, sagte er.
Nun musste auch ich grinsen! Wir folgten den beiden und hielten vor dem großen Van. Tom hielt uns die Tür auf:
„die Damen!“, sagte er und wir grinsten ihn an. Dann gingen wir hinein und ließen uns auf der Rückbank nieder. Die andren 2 platzierten sich vor uns und der Van setzte sich in Bewegung.

Kapitel 13

Die Fahrt war ganz lustig. Wir unterhielten uns, oder besser gesagt die anderen unterhielten sich, da ich bei den meisten Themen nicht mitreden konnte, die ganze Zeit durch. Ich hörte interessiert zu. Zu sagen hatte ich ja schließlich auch bei den meisten Storys nichts. Bill schien es zu bemerken, denn oft warf er mir Blicke zu, die ich einfach nicht deuten konnte.
Meira erklärte dem Fahrer den Weg und so kamen wir eine viertel Stunde später am Club an. So langsam rutschte mir mein Herz dann doch in die Hose. Was machte ich hier eigentlich? Ich veränderte alles, das innerhalb von 16 Jahren gleich war, an nur einem Tag! Ich war doch verrückt! Ich sah die große Menschenmenge und bekam noch mehr Angst als ich sowieso schon hatte.
„Also ich würde sagen ich und Pia gehen raus und fragen den Türsteher wo wir am besten mit euch zwei reinkommen.“, schlug Meira vor. Die Jungs nickten. Doch ich wollte da nicht raus! Mich würden dann so viele Menschen sehen! Mich hatte doch nie jemand bemerkt, und jetzt sollte ich mit einem so auffälligen Outfit da raus gehen und mich vor die ganzen Leute stellen? Das würde ich nicht bringen! Das war einfach zu viel! Ich konnte es nicht!
„Pia!!!“, rief Meira und stieß mich in die Seite. Erschrocken fuhr ich zusammen.
„was? Hast du was zu mir gesagt?“, fragte ich verwirrt. Meira verdrehte die Augen.
„Wo bist du denn mal wieder mit deinen Gedanken? Ich wollte dich nur aus deinen Gedanken holen, damit du mit mir da raus kannst.“
Ich schluckte.
„Ich… ich.. ich kann da nicht raus…“, flüsterte ich. Ich hatte keine Lust, dass Tom und Bill es mitbekommen würden, doch momentan herrschte eine solche Stille im Van, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte.
„was? Natürlich kannst du!“, sagte Meira zu meinem Bedauern in normaler Lautstärke.
„nein… und ich kann auch nicht in den Club….“, flüsterte ich verschämt.
„wieso denn nicht?“, das war nun nicht mehr Meiras Stimme, nein, es war die von Tom.
Ich wollte nicht mit ihnen reden und von daher warf ich Meira einen bettelnden Blick zu.
Diese seufzte.
„na gut! Ich geh da alleine raus! Aba du gehst mit in den Club! Da ist widerstand zwecklos.“
Sie öffnete die Tür und stieg aus. Es herrschte Stille. Eine peinliche Stille. Schließlich wurde diese von Bill unterbrochen:
„Pia! Du kannst uns doch nicht weiß machen, dass nichts mit dir ist! Komm schon!“, sagte er.
„es ist wirklich nichts schlimmes!“, hielt ich mich kurz und schaute zu Boden.
„ach komm schon! Wir sind auch nicht blöd!“, begann nun auch Tom.
Wieso konnten die mich nicht einfach in Ruhe lassen?! Ich wollte nicht mit ihnen reden, und das mussten sie auch akzeptieren!
Ich hielt es dort drinnen nicht mehr aus. Ohne groß nach zu denken ging ich an den beiden vorbei aus der Tür. Ich blickte auf die Menschenmenge. Mannomann! Irgendwie verkrampfte sich mein Magen! Aba immer noch besser als da drin im Auto! Ich lief schnurstracks auf Meira zu, die gerade mit einem Security man redete.
„Ja und wo sollen wir dann rein?.... ja! Ich hab doch schon gesagt, die 2 Jungs und noch ein Mädchen!... wieso wollen sie das Mädchen erst sehn?! Das ist doch total egal!!!“, schnappte ich einzelne Sätze auf. Dann trat ich langsam hinter sie und tippte ihr auf die Schulter. Sie drehte sich um und grinste.
„Na? Hastes da drin nicht mehr ausgehalten?“, fragte sie frech. Ich grinste bloß und nickte.
Dann wendete sie sich wieder an den Security mann, der mich noch nicht gesehen hatte.
„Das ist das andere Mädchen.“, sagte sie und zog mich neben sich.
Der Security man musterte mich mich großen Augen und ich fühlte mich unwohler denn je! Ich fühlte mich irgendwie wie ein Objekt!
Dann grinste er und sagte:
„sie fahren da hinten um die Ecke und dann kommen sie zum Hintereingang. Sie werden dort wohl nicht sofort reingelassen werden, von daher geben sie ihm den Zettel hier.“, er kritzelte etwas auf einen kleinen Papierfetzen und gab ihn uns.
„danke!“, sagte ich und nahm ihn entgegen.
„Viel Spaß!“, rief er uns noch hinterher.
Meira grinste mich die ganze Zeit schräg von der Seite an.
„Was ist?“, fragte ich.
„ach nichts wichtiges!“, weigerte sie sich dann mir ihre Gedanken zu offenbaren. Na toll…. Ich wollte wissen was so lustig war!
Meira öffnete die Tür und wir fuhren wie uns der Türsteher gesagt hatte um die Ecke. Sofort fiel uns eine weitere Tür ins Auge und auch Der Securityman, der davor stand. Mir kam das hier alles irgendwie illegal vor! Hier waren so viele Sicherheitsleute und ich war das ja alles nicht gewohnt.
Tom stieg aus und hielt Meira und mir gentlemanlike die Hand als Ausstieghilfe entgegen^^. Wir lachten und als wir alle draußen waren gingen wir auf den Sicherheitsmann zu.

Kapitel 14

Dort verlief alles reibungslos. Wir gaben ihm die Nachricht und er führte uns in einen „vip-Bereich“. Wir setzten uns und beobachteten die ganzen Leute beim Tanzen. Wow! So etwas wie hier hatte ich noch nie erlebt! Es war eine gigantische Stimmung und jeder war gut drauf und lachte und hatte Spaß! Wir saßen auf einer Erhöhung, so dass wir nach unten auf die tanzende Menge schauen konnten. Plötzlich kam ein Kellner auf uns zu.
„Hey! Was wollt ihr bestellen?“, fragte er.
Tom fing an:
„ein Vodka-redbull!“
„für mich auch!“, stimmte Bill hinzu.
„3!“, sagte nun auch Meira.
Nun schaute er zu mir.
„Ein Mineralwasser, bitte!“, bestellte ich. Die anderen 3 schauten mich ziemlich abwesend an. Na toll! Was war denn nun schon wieder falsch?
Dann meldete sich Bill zu Wort.
„Streichen sie das Wasser und machen sie einfach 4 Vodka-redbull!“
Was?! Aba ich wollte doch ein Wasser! Ich wollte gerade etwas erwidern da erklärte Bill:
„du willst doch nicht wirklich ein Wasser in einer Disse trinken, oder?“
Ich zuckte nur mit den Schultern. Machte man das etwa nicht? Aba was hatte er mir jetzt bestellt?
„und was bekomm ich jetzt?“, fragte ich.
„ ein vodka-redbull!“, erklärte Tom. Was Vodka ist wusste ich ja, aba das andre.
„was ist Red bull?“, fragte ich schließlich.
Nun breitete sich ein grinsen auf Toms gesicht aus:
„Ist das dein ernst?“, fragte er.
Ich nickte und nun sagte Bill:
„Also du wirst immer geheimnisvoller!“, dabei schaute er mir tief in die Augen und ich hatte das Gefühl er versuchte in mich hinein zu schauen. Schnell schaute ich zu Meira, die mich lieb anlächelte.
Kurz darauf kamen dann auch schon unsere Vodka-Redbulls. Während die anderen fröhlich drauf los schlürften, betrachtete ich die Flüssigkeit skeptisch. Vodka war hart! Und ich war nichts gewöhnt! Ich hatte noch nie Alkohol getrunken, und das hatte ich ehrlich gesagt auch nicht vor.
„Pia? Willst du nicht mal trinken, oder macht es Spaß das Glas nur anzustarren?“, riss mich Meira dann aus meinen Gedanken. Sie lächelte mich lieb an. ich grinste gezwungen zurück. Langsam nahm ich das Glas und führte es vorsichtig zu meinem Gesicht. Ich nahm den Strohalm in den Mund und zog… wow! Das schmeckte sogar gut! Das hatte irgendeinen tollen Geschmack! Ich nahm sofort noch einen Schluck, diesmal einen größeren. Es war richtig gut! Das hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Ich dachte immer Alkohol würde total schlecht schmecken und die coolen Leute würden es nur trinken, da sie dann eben noch cooler wären. Doch nun verstand ich. Es schmeckte ja auch!
„na?“, riss mich Tom aus meinen gedanken. Ich sah grinsend auf.
„richtig lecker!!!“
Die anderen grinsten nun stolz zurück. Ich musste lachen! Jawohl! Ich lachte! Ich hatte wohl noch nie so oft an einem Tag gelacht.
So saßen wir noch eine Weile da und hatten wirklich sehr viel Spaß. Plötzlich kam ein Lied. Ich kannte es von meinen Eltern. Sie hörten es auch ab und zu. „girls just wanna have fun!“, hieß es. Meira sprang auf.
„komm Pia!! Wir gehen tanzen!“, rief sie. Was?! Tanzen? Nein! Ich…ich konnte nicht tanzen! Ich hatte noch nie in meinem Leben getanzt! Ich… nein! Das ging nicht.
Mal wieder bemerkte sie meine Gedanken, verdrehte ihre Augen und zog mich dann hoch. Ich sah sie bittend an, doch sie schüttelte nur den Kopf. Dann wandte sie sich zu den Jungs.
„Kommt ihr mit?“
„nee… lass mal lieber. Wir schauen euch zu!“, grinste Tom.
Ich wollte nicht tanzen! Doch ich hatte keine Wahl! Meira zog mich hinter sich her und ich hatte nicht genügend Kraft um mich zu wehren. Und schon stand ich mitten auf der Tanzfläche! Um mich herum waren alle schon wild am tanzen und auch Meira setzte sich in Bewegung. Ich allerdings blieb kerzengerade und steif stehen. Meira nahm plötzlich meine Hände und bewegte sie. Dann schrie sie:
„Na komm schon! Was ist peinlicher? Stehen bleiben oder tanzen?“, dabei grinste sie frech und mir wurde klar dass sie recht hatte. Ich müsste wohl oder übel tanzen.
„aba ich habe noch nie getanzt!“, erklärte ich ihr.
Ihre augen weiteten sich:
„noch nie?“, fragte sie ziemlich ungläubig.
Ich schüttelte den Kopf.
„na gut… beweg dich einfach zur Musik! Du musst die Musik fühlen, sie soll deinen Körper steuern und nicht dein Kopf! Denk nicht drüber nach was du tust, sondern machs einfach!“
Das würde ich nie schaffen! Doch ich hatte keine andere Wahl als es zu versuchen!

Kapitel 15

Langsam bewegte ich meine Beine. Ich kam mir ziemlich doof vor. Dann dachte ich an ihre Worte: ‚denk nicht drüber nach was du tust’! Und sie hatte Recht. Ich konzentrierte mich auf die Musik und nicht mehr auf meine Bewegungen. Plötzlich ging alles wie von selbst. Ich bewegte mich ohne drüber nachzudenken! Es machte tierischen Spaß und meine Bewegungen wurden immer sicherer und gewagter. Meira strahlte mich an:
„siehst du? Geht doch!!!“ ich strahlte zurück! Das machte so Spaß! Ich wollte gar nicht mehr aufhören! Ich kannte es nicht bei irgendeiner Sache Spaß zu haben! Das war völlig neu für mich! Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht raus. Das Strahlen wollte einfach nicht aufhören! Es war einfach nur toll! Ich schaute nach oben zu unserem Sitzplatz und sah in Bills Gesicht. Er schaute mir tief in die Augen und lächelte total lieb. Ich hatte ja immer noch das Grinsen auf dem Gesicht und nun wurde es noch größer.
Wir tanzten noch Ewigkeiten, bis wir uns dann wieder zu denn anderen gesellten. Doch die zwei Jungs waren nicht alleine. Bei ihnen saßen 2 Mädchen. Na ja… besser gesagt knutschte Tom mit einer der zweien rum. Bill unterhielt sich angeregt mit der anderen. Sie war recht hübsch. Allerdings kam sie mir ein wenig tussig rüber. Sie hatte extrem gebleichte Haare, und blaue Augen. Außerdem war sie meiner Meinung nach viel zu überschminkt! Meira warf mir einen skeptischen Blick zu und dann gingen wir zu den beiden. Als Bill uns erkannte stand er auf und kam auf mich zu. Er legte seine Hand auf meine Schulter und rief mir wegen der lauten Musik ins Ohr:
„wow! Du kannst echt richtig toll tanzen!“ er lächelte mich lieb an. Mal wieder bemerkte ich wie ich rot wurde.
„na ja… es geht so…“, murmelte ich und schaute zu Boden. Doch Bill nahm mein Kinn und hob mein Gesicht nach oben, sodass ich ihn in die Augen sah. Diese Augen waren wunderschön. Es lag so viel Gefühl in ihnen! Dann sagte er:
„nein! Es war umwerfend!“
Ich grinste ihn an. man! Wieso war der bloß so nett zu mir? Dann ließ er mich wieder los und wir gingen mit Meira zu unseren Sitzen. Das Mädchen funkelte mich böse an. Was hatte die denn? Ich hatte ihr doch gar nichts gemacht. Naja… vllt hatte ich mich auch getäuscht! Wir setzten uns, Bill wieder neben dieses besagte Mädchen und dann stellte er sie uns vor.
„das hier ist Caro! Sie ist hier zu Urlaub und die auf Tom…“, er nickte grinsend in Toms Richtung, der immer noch mit befummeln des Mädchens beschäftigt war. Wir mussten auch grinsen. Dann fuhr er fort:
„das ist ihre Freundin Luisa!“
Ich lächelte das Mädchen lieb an und sagte:
„Hey! Ich bin Pia! Schön dich kennzulernen!“
Und schon wieder warf sie mir einen bösen Blick zu.
„na ja…“, murmelte sie nur und ich schaute sie verwirrt an. Was hatte ich denn gemacht? Auch Bill schaute leicht komisch, sagte jedoch nichts.
„und ich bin Meira! Wie alt bist du denn?“, fragte sie um die Situation zu retten.
„15!“, sagte sie zickig.
„echt? Wie bist du denn dann hier reingekommen?“, fragte ich „ich mein… man darf hier doch unter 16 nicht rein! Bist du etwa illegal hier drin?“
Ich fragte mich das wirklich. Ich mein ich wusste ja nicht wie das hier so abgeht.
Sie funkelte mich nun noch böser an.
„sag mal hast du ein Problem mit mir? Dann sag es mir und ich geh, aba bitte fang jetzt nicht so an! du brauchst mich nicht dumm anzumachen nur weil du älter bist oder besser gesagt weil du die Jungs für dich alleine haben willst!“, zickte sie mich an. Was hatte die denn gebissen? Ich hatte doch gar nichts böses gesagt. Ich mein… was war denn wieder falsch gewesen? Und was sollte denn bitte das mit den Jungs?! Ich war nicht so!
Hilfesuchend blickte ich zu Bill, doch dieser sagte nur:
„also das hättest du dir eben wirklich sparen können!“, in seinem Stimme lag ein abschätziger Ton. Was war denn los? Wieso war er denn böse auf mich? Ich hatte mal wieder alles falsch gemacht. Langsam bemerkte ich wie mir die Tränen in die Augen stiegen.
Ich stand auf und rannte in Richtung Toilette. Wieso musste immer alles eskalieren was ich machte? Wieso konnte ich nicht mal einfach alles richtig machen.
Ich kam in den Toiletten an und stürmte in eine Kabine, schloss zu, setzte mich auf den Deckel und weinte! Ich weinte und weinte! Wieso war er sauer auf mich? Was hatte ich falsch gemacht? Ich wollte das doch bloß wissen! Ich wusste doch nicht wie das ist, ich hatte so etwas doch noch nie erlebt!

Kapitel 16

„Pia?“, rief jemand von draußen. „Pia! Ich weiß dass du hier bist! Komm raus!“, es war Meira, das hörte ich. Sie musste mich verstehn. Langsam ging ich zur Tür und schloss auf. Ich schaute in ihr besorgtes Gesicht und fiel ihr dann in die Arme.
„Ich hab doch nichts böses gesagt, oder?“, schluchzte ich.
„ach quatsch! Natürlich nicht! Die Tussi is ne doofe Schlampe, mehr nicht!“
„und warum ist dann auch Bill auf mich böse? Ich wollte das doch nur wissen, weil ich das eben noch nicht wusste! Ich kenn das doch alles nicht!“, seufzte ich.
„ja ich weiß! Aba Bill weiß das nicht. Überleg doch mal. Er weiß gar nicht was überhaupt mit dir los ist. Deswegen kann er wahrscheinlich kein Verständnis dafür zeigen! Er meint das doch nicht böse. Er weiß bloß nichts von dir und deinem Leben und von daher kann er das auch gar nicht verstehen!“
Sie schaute mir in die Augen und lächelte.
„komm! Lass uns noch ein wenig Spaß haben!“
ich grinste und nickte. Sie hatte recht! Ich sollte den Abend jetzt noch genießen!
Ich wischte mir schnell die Tränen weg und mit Meira an der Hand gingen wir raus. Wir gingen wieder zu unserem Tisch, wo Bill immer noch mit dieser Caro erzählte. Als er uns kommen sah wich er unseren Blicken aus. Das war mir ehrlich gesagt ganz recht! Ich hatte keine Lust mich jetzt mit ihm zu unterhalten.
Ich und Meira bestellten uns noch 2 Vodka-redbull, den wir in Nullkommanichts geleert hatten. Augenblicklich änderte sich meine Stimmung und ich und Meira lachten die ganze Zeit. Irgendwann gingen wir wieder auf die Tanzfläche. Diesmal hatte ich gar keine Hemmungen mehr und ließ meine Hüften zum Takt der Musik kreisen! Nach kurzer Zeit kamen 2 Typen auf uns zu. Sie sahen wirklich gut aus. Der eine war ziemlich groß und hatte blonde längere Haare, der andere hatte dunelbraune und tolle grüne Augen. Der 2. tanzte irgendwann immer näher an mich heran. Schließlich legte er sein Hände um meine Hüfte und zog mich immer näher an sich heran. Ich wusste nicht was ich machen sollte und blickte zu Meira, die mit dem andren tanzte. Sie nickte mir nur lächelnd zu und so ließ ich alles geschehen. Wir tanzten lange eng aneinander und mittlerweile hatten wir Meira und den andren verloren. Es war schön mit ihm zu tanzen und es machte Spaß. Doch irgendwann wanderten seine Hände immer tiefer und blieben auf meinem Po liegen. Das war mir jetzt aba wirklich zu viel! Also so etwas fand ich richtig unverschämt. Ich versuchte seine Arme wegzubekommen, doch er löste seinen Griff nicht im Geringsten! Im Gegenteil! Er zog mich noch näher an sich ran.
„könntest du mich bitte loslassen?“, fragte ich ihn, doch er grinste nur doof. Langsam bekam ich Angst vor ihm. Ich hörte auf zu tanzen und versuchte nun krampfhaft mich von ihm loszureißen! Doch es wollte mir nicht gelingen! Ich war einfach zu schwach!
„jetzt lass mich los!!!!“, schrie ich nun! Er grinste weiter.
„was denn? Das gefällt dir doch!“, sagte dieser. Ich schrie:
„NEIN!!! UND JETZT LASS MICH IN RUHE!“ es war zwar laut, doch keiner kam und machte Anstalten mir zu helfen. Ich völlig hilflos. In den Klauen dieses Schweins! Ich schrie weiter und zappelte wild um ihn abzuwimmeln. Ich bekam immer mehr Angst und mir stiegen die Tränen in die Augen. Wieso hatte ich mich bloß auf das ganze eingelassen?! Wieso hab ich nachgegeben?! Meine Eltern würden mich köpfen wenn sie erfahren würden was ich hier machte! Und mist! Meine Haare… sie würden es sehen! Und sie würden mich umbringen!!! Ich begann schon wieder zu zittern! Was würden sie sagen?! Ich würde sie enttäuschen! Ich durfte sie nicht enttäuschen! Nein- das ging nicht! Das konnte ich nicht tun! Wie konnte ich bloß so doof gewesen sein?! Wie kam ich um alles in der Welt auf die idee etwas ändern zu wollen?! Es ging mir doch gut! Ich hatte solche Angst! Das Zittern wurde immer schlimmer und mittlerweile schaute mich der Typ schon ängstlich an:
„hey, was ist mit dir? Ist ja ok, ich lass dich ja schon gehen! Jetzt hör auf so zu zittern!“
Doch ich nahm nichts mehr um mich herum wahr. Ich starrte einfach nur in die Leere und dachte an meine Eltern. Ich hatte sie enttäuscht! Das hatte ich noch nie gemacht! Wie würden sie reagieren?! Sie würden mich nie wieder ansehen, mich verleugnen. Ich konnte nicht zurück! Niemals! Das zittern wurde noch schlimmer und ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten! Mir wurde es schlecht und ich brach zusammen und fiel auf den Boden. Hier saß ich nun und hörte nicht mehr auf zu zittern. Ich war nicht mehr anwesend. Ich bekam nichts mehr mit! Nein! Was hatte ich getan? Das ging nicht. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte nicht weinen, ich konnte nicht schreien, ich konnte gar nichts mehr machen. Plötzlich spürte wie mich jemand in den Arm nahm. Ich reagierte nicht. Ich schaute nur vor mich und dachte an meine Eltern. Die Person strich mir nun meine Haare aus dem Gesicht und redete zu mir, doch ich hörte nicht was. Ich wollte es gar nicht hören. Ich wollte nichts mehr! Ich wollte mich nicht mehr bewegen und vor allem wollte ich nicht mehr nach Hause. Das Zittern wurde noch stärker als es schon war und nun konnte ich nicht mehr. Mich verließ die ganze Kraft und ich kippte einfach um. Kein einziger Muskel war mehr angespannt, alles schlapp. Dann nahm mich wer unter meinen Beinen und meinen Armen und hob mich hoch. Ich wusste nicht wer es war und es interessierte mich auch nicht. Ich wollte bloß nicht nach Hause. Ich ließ meinen Kopf nach unten hängen, da ich keine Kraft hatte ihn zu heben. Was hatte ich bloß getan?! Ich konnte nicht mehr! Ich war völlig am Ende! Ich bemerkte, dass ich an der frischen Luft war. Das tat gut, doch ich zitterte immer noch und mir war genauso schlecht wie vorher! Ich war echt am Ende. Dann war ich wieder in irgendetwas. Ich schätzte es war ein Auto. Ich wurde anschließend auf etwas weichem abgelegt. Langsam kam ich wieder zu mir. Ich drehte ganz vorsichtig meinen Kopf.

Kapitel 17

Mein Blick traf den von 2 schokobraunen Augen. Bills Augen. Er kniete neben mir und strich mir über die Wange. Ich zitterte immer noch und konnte einfach nicht aufhören. Doch irgendwie war es mir auch unangenehm dass Bill bei mir war. Er war mir doch böse. Ich öffnete den Mund und versuchte zu sprechen, doch bei Zittern war das gar nicht einfach. Außerdem versagte meine Stimme und heraus kam nur
„chhhhhhh…rhchhhh!“,
Bill legte den Finger auf meinen Mund.
„psssttt! Ganz ruhig. Nicht reden…. Atme erst mal wieder tief durch!“
Ich tat was er sagte und versuchte tief ein und aus zu atmen. Doch es war gar nicht so leicht. Ich war momentan einfach zu schwach!
„moment… ich rufe schnell Tom an, dass sie kommen und dann fahren wir zum Hotel, ok?“, fragte Bill ruhig.
Ich nickte. Ja! Ich wollte jetzt in mein Bett!
Ich hing wieder meinen Gedanken nach und auch das Zittern wurde schwächer. Plötzlich hörte ich Meira:
„Pia!!! Ohh mein gott! Ist alles ok bei dir?“, rief sie und stürzte sich neben Bill, der immer noch da kniete und meine Wange streichelte. Ich zeigte keine Reaktion. Nun kam auch Tom.
„Pia?? Was ist passiert?“, fragte er dann Bill. Doch der gab ihm keine Antwort.
„Lasst uns fahren!“, sagte er bloß und wir setzten uns dann auch wirklich in Bewegung. Er hob meinen Kopf an, setzte sich und legte ihn dann wieder auf seinem Schoß ab. Ich konnte mich immer noch nicht bewegen! Er strich mir die ganze Zeit über den Kopf und ich fühlte mich ein klein bisschen besser. Ich versuchte noch mal zu reden, und diesmal klappte es auch ein bisschen:
„danke!“, hauchte ich ganz leise. Bill schaute mir in die Augen und küsste mich dann auf die Stirn. Ich schloss meine Augen und beruhigte mich langsam wieder. Allerdings kam meine Kraft nicht zurück und so trug mich Bill ins Hotel. An der Rezeption hörte ich schnelle Schritte.
„Pia!“, rief sie und ich erkannte sofort, dass es Lauras Stimme war. Allerdings fehlte mir die Kraft aufzuschauen, oder etwas zu sagen. Ich hörte wie Meira ihr leise etwas erzählte, doch ich verstand nicht was, und wollte es auch gar nicht verstehen. Dann setzte sich Bill wieder in Bewegung und wir stiegen in den Fahrstuhl. Keiner sagte etwas. Es herrschte eine extrem drückende Stille.
Dann waren wir im 8. Stock angekommen.
„Meira, weißt du wo Pia’s Schlüssel ist?“, fragte Bill.
„ja, in meinem Rucksack, moment!“, antwortete diese. Dann hörte ich wie die Tür aufging und ich hinein getragen wurde. Auf meinem großen Bett wurde ich abgelegt. Dabei sah ich wieder in Bills Augen, da er sich ja über mich beugen musste. Ich lag einfach mit offenen Augen da! Ich hatte keine Kraft mehr mich zu bewegen, noch zu blinzeln. Dann nahm er wieder meine Hand und begann auf mich einzureden.
„Hey meine Maus! Komm erst mal wieder zu Kräften. Schlaf am besten. Und erzählst du mir dann morgen endlich was mit dir los ist?“
Ich überlegte. Ich konnte nun nicht mehr sagen, dass gar nichts sei. Das wäre total unlogisch. Außerdem könnte ich Bill bestimmt vertrauen, so wie er sich um mich kümmerte. Ja! Ich würde es ihm erzählten.
Langsam versuchte ich zu nicken, was mir sehr schwer fiel.
„ok!“, sagte er, strich mir die Haare aus dem Gesicht und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„und jetzt mach die Augen zu und schlaf!“
Ich tat war er sagte und während er mir weiter über die Wange strich schlief ich beruhigt ein.
Langsam öffnete ich meine Augen. Ich starrte an die Decke. Mann! War das ein Tag gewesen. Ich hatte alles falsch gemacht was man nur falsch machen konnte. Es war grauenhaft gewesen!
Ich drehte meinen Kopf langsam nach rechts und erschrak. Neben mir saß Bill. Er war allerdings eingeschlafen und lag mit dem Kopf auf meinem Bett. Erst jetzt bemerkte ich dass er immer noch meine Hand hielt. Ich erinnerte mich daran dass ich ihm versprochen hatte ihm heute die Wahrheit zu sagen. Es würde nicht leicht werden, doch auch ich wusste, dass ich es tun musste. Es gäb kein Weg drumherum!
Ich lag noch eine Ewigkeit da und dachte über alle möglichen Dinge nach. Dann irgendwann wurde meine Hand ein wenig fester gedrückt. Ich schaute nach rechts und sah wie Bill seinen Kopf bewegte. Langsam hob er ihn und schaute dann in meine Augen:
„hey! Bist du schon lange wach?“, fragte er mit zugekniffenen Augen und einem Lächeln im Gesicht. Ich grinste:
„geht so… aba ich hatte genug zum nachdenken!“
Er lächelte noch mehr. Dann setzte er sich gerade hin.
„wie geht’s dir heute?“
„wieder besser. Danke noch mal für alles!“
Er winkte ab.
„du brauchst dich für nichts zu bedanken.“
„doch! Das war echt toll von dir! Warst du die ganze Nacht hier?“
Er nickte.
„Tom und Meira auch, doch vor ca. 3 Stunden sind die beiden dann rüber gegangen um ein wenig zu schlafen.“
„Und du bist hiergeblieben?“, fragte ich ungläubig.
„Sieht so aus, ne?“, grinste er mich lieb an. Ich lächelte zurück. Mann! Er war so lieb!
Langsam stand er auf und setzte sich zu mir aufs bett. Dann schaute er mir ganz tief in die Augen.
„also… du hast mir gestern was versprochen…“, sagte er langsam. Ich wusste was er meinte. Ich hatte Angst davor das alles noch einmal zu durchleben, doch ich musste es ihm erzählen, das war mir klar. Ich atmete tief durch und nickte. Ich setzte mich gerade hin und fing dann an. Der Anfang war schwer, doch dann tat es sogar gut mit ihm darüber zu reden. Oder besser gesagt redete ich und er hörte zu. Allerdings schüttelte er immer ungläubig den Kopf. Ich hatte das Gefühl er würde langsam alles verstehen. Dann kam ich zur Disko. Ich erzählte ihm vom ersten Tanzen und schließlich kam ich zu Caro. Ich stockte. Was wenn er mir immer noch böse wär? Doch wenn ich es ihm nicht erklärte würde er es nie verstehen!

Kapitel 18

„Pia? Was war dann?“, riss mich Bill aus meinen Gedanken. Ich seufzte und erzählte ihm dann das mit Caro und meiner Frage. Er schaute mittlerweile auf den Boden. Als ich eine kurze Pause machte blickte er auf:
„Pia, das tut mir echt so leid! Ich wusste ja nicht was mit dir los ist. Sonst hätte ich das natürlich nie gesagt! Ich war dumm! Ich hätte es nicht mal so sagen dürfen! Es tut mir leid! Kannst du einem Blödmann wie mir noch mal verzeihen?“, fragte er und schaute mich mit großen Augen an. Diesen Augen konnte man einfach nicht böse sein. Ich nickte:
„Ja klar! Ich kann dir ja nicht böse sein! Du wusstest ja gar nicht wieso ich das gefragt habe!“
Er lächelte und dann fuhr ich fort. Ich erklärte ihm alle meine Gefühle. Er saß da und hörte mir zu. Ich fühlte mich gut und war auch wirklich froh, dass ich wen hatte mit dem ich nun drüber reden konnte.
Als ich fertig war herrschte kurze Stille. Diese wurde schließlich von Bill unterbrochen.
„Und willst du das? Also ich meine, willst du deinen Eltern gefallen? Oder willst du lieber so sein wie gestern?“
Ich überlegte. Was wollte ich? Das fragte ich mich immer, doch ich fand keine Antwort darauf.
„Ich weiß nicht so recht… also ich mein, ich hab einfach mein ganzes Leben alle Erwartungen meiner Eltern erfüllt und ich habe einfach viel zu viel Angst um etwas anderes zu machen.“, antwortete ich ihm wahrheitsgemäß.
Er nickte. Dann versank er kurz in Gedanken, schaute jedoch gleich wieder auf.
„Also ich finde ehrlich gesagt dass du jetzt mal dein eigenes Ding durchziehen solltest! Und das ganz ohne an deine Eltern zu denken!“
Ich überlegte kurz.
„Das würde ich ja gerne, aba ich habe einfach zu viel Angst dass meine Eltern dahinter kommen würden. Ich muss immer an das denken was mich dann erwarten würde.“
„und was wäre das?“, fragte er.
„Wenn ich das wüsste!“
Ich seufzte. Wieder stille!
„Hast du Hunger?“, fragte er schließlich. Und wie! Ich schaute an mir herunter und stellte fest, dass ich immer noch die Sachen von der Disko an hatte. Ich blickte wieder zu Bill und grinste.
„Klar! Aba erst würde ich mich vllt gerne erst umziehn!“
Nun grinste auch er.
„Das is ne gute idee! Sollte ich auch mal machen!“ Wir mussten beide lachen.
„ok! Soll ich dann grad in so ner halben Stunde zu dir rüber kommen?“, fragte ich.
„jap! Kannste machen! Ich guck mal ob Meira und Tom wach sind, auch wenn ich das nicht denke!“, grinste er.
Wir verabschiedeten uns und dann stieg ich erst mal unter die Dusche. Nun wusste er alles! Jede Einzelheit! Doch ich hatte ein gutes Gefühl bei ihm! Er würde es niemandem erzählen und ich bin mir auch sicher dass er mich dann jetzt besser verstehen würde.
Ich schlurfte zum Kleiderschrank und suchte mir eine neue zerrissene Jeans und ein braunes T-shirt raus. Dann föhnte ich mir die Haare und ich versuchte sogar mich ein wenig zu schminken! Das misslang mir allerdings so, dass ich schließlich bei Kajal blieb. Den Rest musste ich noch ein wenig üben. Ich schlüpfte in meine Schuhe, schnappte mir meinen Zimmerschlüssel und zog die Tür hinter mir zu. Fröhlich summte ich Hier kommt alex von den Hosen und ging zum Zimmer 824. Dort klopfte ich und Bill machte mir auf. Er war wieder perfekt zurechtgemacht! Er schaute an mit herunter.
„Du siehst echt klasse aus! Und du willst sicher wieder anders rumlaufen bei dir zu Hause? Die armen Jungs!“, grinste er. Ich streckte ihm bloß die Zunge raus. Merkte allerdings wie ich leicht rot wurde.
„sind die anderen zwei wach?“, fragte ich.
„eben grade aufgewacht! Die machen sich schnell fertig und dann kommen sie nach!“
Ich nickte:
„dann lass uns mal gehen!“, lächelte ich.
Wir liefen zum Fahrstuhl und unterhielten uns ein wenig.
„Und wann musst du dann wieder arbeiten?“, fragte er mich.
„weiß nicht so genau… also ich wollte schon heute noch arbeiten! Unbedingt! Aba ich weiß noch nicht wann! Ach ja… können wir vllt einfach noch mal an der Rezeption vorbei?“
„jap! Klar!“
„Gut danke! Wie lange bleibt ihr denn eigentlich hier?“
„noch ein einhalb Wochen!“
„ahhh super! Dann sieht man sich vllt ja noch öfter!“
Bill lachte!
„da bin ich mir sogar sicher!“, grinste er. Was meinte er denn damit? Na ja… ich musste mir bei ihm, sowie bei Meira und Tom keine Gedanken machen! Das wusste ich jetzt.
Der Fahrstuhl hielt und wir liefen auf die Rezeption zu. Laura war in irgendwelche Unterlagen vertieft und bemerkte uns gar nicht. Erst als ich sie begrüßte schreckte sie hoch:
„Guten Morgen Laura!“
„Pia!!! Wie geht’s dir? Mein Gott ich habe mir solche sorgen um dich gemacht! Was war denn mit dir los?“, fragte sie schnell und man sah deutlich die Angst in ihrem besorgten Blick.
„Keine Angst! Mir geht es gut! Das war nicht so schlimm!“, beruhigte ich sie. Doch anscheinend dachte sie gar nicht daran sich zu beruhigen!

Kapitel 19

„nicht so schlimm?!“, rief sie. „Kindchen, du warst ganz blass und wie du da so schlapp in seinen Armen lagst…ach…Da blieb mir fast mein Herz stehn, Kleine!“
Sie war soooo lieb! Was würde ich darum geben eine Mutter wie sie zu haben! Die sich um mich sorgte und nicht immer nur Erwartungen an mich hatte. Ich schmunzelte.
„Das war nur ein kleiner Schwächeanfall! Mittlerweile geht es mir wieder prima!“, grinste ich sie an.
„Ich weiß nicht… willst du vllt nicht doch lieber zum Arzt gehen?“
„was? Nein! Das ist wirklich nicht schlimm, glaub mir!“
„na gut… aba wenn das noch mal so wird gehst du zum Arzt, versprochen?“
Ich zögerte. Ich wusste wie oft mir so etwas geschah! Zwar wirklich selten in diesem Ausmaß, doch ich begann oft mit dem Zittern und auch die Übelkeit war mir schon gut bekannt. Aba wenn ich ihr das jetzt nicht versprechen würde, müsste ich vllt gleich zum Psychiater!
„Ok… versprochen! Jetzt wieso ich eigentlich da bin: Wann soll ich denn heute wieder arbeiten?“
„Arbeiten? Heute? Ich finde nicht dass du das schon wieder machen solltest!“
“was?!?! Aber ich will unbedingt arbeiten! Wenn du mir das nicht erlaubst hab ich keine ruhige Sekunde heute!!!!“, rief ich. Ich wollte unbedingt wieder an die Arbeit! Schließlich hatte ich ja trotzdem noch eine gewisse Pflicht meinen Eltern gegenüber! Und diese musste ich jetzt noch erfüllen!
Laura seufzte
„BITTE!“, flehte ich.
„na gut!!! Du kannst heute wieder beim Abendessen helfen, aber mehr nicht!“, sagte sie.
Ich war zwar nicht zufrieden doch es war ok.
„Besser als nichts…“, sagte ich und Laura seufzte noch einmal. Bill fing an zu lachen. Ich schaute ihn an. Was war denn jetzt so witzig?! Hallo?! Der sollte nicht lachen!
„schrecklich, oder?“, grinste er zu Laura.
Diese Nickte und fing nun auch an zu lachen.
Was?! Wieso war ich denn schrecklich? Ich wollte nich schrecklich sein! Ich wollte toll sein und vorbildlich! JA! Genau das wollte ich sein! Ein PERFEKTER Mensch! Ehrgeizig, zielstrebig, erfolgreich und hilfsbereit! Mehr brauchte man nicht, oder? Und wenn ich das schaffte, war ich meinem Ziel schon sehr nahe! Doch ich wollte garantiert nicht schrecklich sein! Och mann! Wieso verstand mich bloß keiner?
„wieso bin ich denn schrecklich?“, fragte ich traurig.
„ach das war doch nicht böse gemeint…“, sagte Bill und legte den Arm um mich.
„Und wie dann?“
„na du bist halt irgendwie einzigartig!“, erklärte er mir.
„Einzigartig schrecklich, oder was?“ Langsam wurde ich böse.
„Ach quatsch! Ich kenn bloß keinen der darauf besteht zu arbeiten! Das ist einzigartig! Außerdem bist du soooo in die Arbeit vernarrt, dass es schon schrecklich ist!“, lachte er.
Naja… ich wollte eben mein Ziel erreichen, und dafür tat ich alles!
„Jetzt geh erst mal essen und Kräfte sammeln! Und dann hab noch ein wenig Spaß! Um 6 kannst du dann hier her kommen! Ach und sag Meira, dass wenn sie Geld bekommen will auch mitkann!“, sagte Laura dann.
„Ok! Richt ich aus! Bis nachher!“, lächelte ich und ging dann mit Bill in den Speißesaal. Wir stürzten uns sofort aufs Buffet und beluden uns jeweils 2 Teller. Dann suchten wir einen Tisch und Bill nickte in die Richtung zu einem , an dem schon 2 Personen saßen. Ich ahnte dass es Georg und Gustav waren und ich hatte Recht! Ich hatte noch nicht viel mit ihnen zu tun gehabt, außer eben als ich am Abend vor 2 Tagen an ihrem Tisch das erste Mal zusammengebrochen bin. Doch geredet hatte ich da auch nichts mit ihnen. Ich folgte Bill und setzte mich auf den nächsten Stuhl neben ihm. Gegenüber von mir saß Gustav.
„Morgen Jungs!“, grüßte Bill die zwei!
„Hey Bill! Lässt du dich auch mal wieder blicken?“, grinste Georg.
„sorry wegen gestern, aber wir sind kurzfristig weggegangen!“, sagte Bill.
„Kein Problem. Aba heute ham wir ein Fotoshooting mit irgendso ner Zeitschrift. Hat uns David gestern noch mitgeteilt.“
„ohh… ok! Wann denn?“
„um 3 glaub ich.“, antwortete Georg. Ich schaute auf die Uhr. Jetzt war es ca. halb 12! Ich sollte mich den beiden vllt mal vorstellen! Ich meine, das wäre ja wohl das geringste!
„Hallo! Ich bin Pia! Ich dachte es wäre angebracht mich einmal vorzustellen!“, sagte ich dann auch gleich. Die beiden schauten ein wenig verwirrt, fanden aba relativ schnell ihre Sprache wieder!
„Hey! Georg!“, stellte er sich mir vor. Ich lächelte höflich.
„Und ich bin Gustav!“, sagte nun mein Gegenüber.
Erst jetzt merkte ich wie mich Bill von der Seite schräg angrinste.
„was is denn los?“, fragte ich vorsichtig.
„ach nix… musste bloß an unsere erste Begegnung denken!“, antwortete er. Ich musste grinsen. Das war so peinlich gewesen!
„Erinnere mich bloß nicht daran!“, sagte ich.
„Wieso denn nicht? Das war doch witzig!“
Ich schaute ihn prüfend an.
„Naja…!“, bemerkte ich nur kurz. Dann grinste auch ich. Wir unterhielten uns noch ein wenig und kurz darauf kamen dann Meira und Tom. Sie fielen beide erst mal auf mich ein und bombardierten mich gleichzeitig mit allen möglichen Fragen. Ich grinste die beiden an, als sie schließlich geendet hatten.
„Mir geht es gut, keine Sorge!“, antwortete ich nur, da ich unmöglich ihre Fragen verstehen konnte.
Tom sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Sicher?“, hakte er noch mals nach. Ich nickte. Dann ließ sich Meira neben mich fallen und Tom dann zwischen sie und Gustav.

Kapitel 20

Als wir schließlich alle mit vollen Bäuchen da saßen, beschlossen wir auf die Zimmer zu gehen. Ich und Meira wollten zu mir gehen und verabschiedeten uns von den Jungs. In meinem Zimmer angekommen schmissen wir uns erst mal aufs Bett und hielten uns unsere Bäuche.
„Du, Pia?“, unterbrach Meira dann die Stille.
„ja?“
„Erzählst du mir was gestern genau passiert ist? Ich fühl mich irgendwie verantwortlich dafür! Ich mein, schließlich hab ich dich mit in den Club geschleppt und dir auch zugenickt als du mit dem Typen getanzt hast.“, sagte sie ganz leise.
Ich setzte mich auf und schaute sie an.
„Ach Unsinn! Du ist doch nicht Schuld! Keiner ist daran Schuld, keiner außer mir! Du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen!“
Sie sah mich mit großen Augen an. Ich seufzte und begann schließlich ihr alles zu erzählen. Meine plötzlichen Gedanken auf der Tanzfläche bis hin zu meinen Gefühlen als ich meinen Anfall hatte. Sie lauschte gespannt. Als ich schließlich fertig war sagte vor erst keiner etwas. Es herrschte einfach nur Stille. Sie hing ihren und ich meinen Gedanken nach. Was wollte ich? Die Frage, die mir Bill gestellt hatte beschäftigte mich. Ich hatte Angst anders zu sein, als die letzten 16 Jahre. Ich war immer die brave, vorbildliche gewesen und wusste nicht wie es sein würde wenn ich anders sein würde. Andererseits würden meine Eltern das ja nicht mitbekommen und in vier Wochen könnte ich ja wieder so sein wie immer. Brav und gehörig. Ich hatte Lust mal etwas neues zu erleben, auch wenn mir eine innere Stimme davon abriet. Ich wollte wissen wie es wär wenn ich anders wär. Hätte ich dann mehr Freude am Leben, oder wäre alles nur schlimmer?
Meira riss mich aus meinen Gedanken:
„Sag mal…. Was hast du eigentlich für Eltern?! Die spinnen doch!“
Das durfte sie nicht sagen! Auch wenn ich gerne Eltern hätte, die sich um mich kümmerten, waren mir meine Eltern doch wichtig!
„sag so etwas nicht! Sie sind immer noch meine Eltern! Es ist mein Problem wenn ich alles mach was sie sagen!“, sagte ich ernst.
„ja, genau! Und das verstehe ich nicht! Schau doch mal, die machen dich doch kaputt! Du brichst sogar schon zusammen!“
„das ist nicht deren Schuld!“
„Ach nein? Und wessen dann?“
ich stockte. Ja? Wessen schuld war es dann? Ich wollte nicht meinen Eltern die Schuld in die Schuhe schieben, doch ich brach immer nur zusammen, wenn ich an sie dachte.
Schnell lenkte ich vom Thema ab und so unterhielten wir uns noch 3 Stunden. Dann ging sie nach Hause um sich zu duschen und etwas andres anzuziehen.
Ich hingegen ging auf den Balkon und schaute über Oberhausen. Wieso musste sich hier alles ändern? Ich hatte doch sonst immer alles im Griff. Und hier gelang mir gar nichts mehr! Wieso? Was machte ich falsch?!
Ich holte mir meinen Mp3 player und hörte Tokio Hotel. Das war irgendwie etwas andres sie zu hören und sie zu sehen. Doch beides gefiel mir. Wenn ich mit ihnen zusammen war sah ich sie nicht als Tokio Hotel und wenn ich ihre Musik hörte träumte ich von einem wunderschönen Leben. Sie gaben mir dann immer das Gefühl nicht die einzigste mit Problemen zu sein! Und das mochte ich.
Mittlerweile war es 5 Uhr und ich begann mich umzuziehen. Raus aus den zerrissenen Jeans und rein in das rote Kleid. Meine Haare steckte ich nach oben und schminkte mich ab. Na ja… viel Schminke hatte ich ja nicht drauf. Ein wenig Kajal und das war’s! Dann schlüpfte ich in meine Schuhe und pünktlich um viertel vor 6 war ich an der Rezeption. Es war nur Laura da.
„Hey Pia! Mal wieder zu früh!“, lächelte sie.
„Besser zu früh als zu spät!“, grinste ich zurück.
„Meira kommt denk ich auch gleich! Sie kommt ja sowieso immer auf den letzten Drücker!“
Ich schmunzelte. Eigentlich waren ich und Meira ja grundverschieden! Sie war vollkommen anders wie ich, doch irgendetwas verband uns einfach! Ich war froh dass ich sie hatte.
Nach weiteren 5 Minuten Smalltalk kam Meira dann die Tür herein. Sie hatte schon ihre Arbeitsklamotten an und ihr blonden Haare hatte sie ebenfalls zu einem Zopf gebunden, wobei mehrere Strähnen, da sie sehr stufig waren, in ihr Gesicht fielen. Mir fiel mal wieder auf wie hübsch sie doch war! Sie kam auf mich zu und umarmte mich.
„na? Freust du dich aufs arbeiten?“, fragte ich und sie verdrehte nur genervt die Augen. Ich musste lachen.
„Du aba bestimmt, oder?“, bemerkte sie dann und ich nickte und streckte ihr die Zunge raus. Wieder mussten wir beide lachen.
Dann gingen wir in den Speisesaal und deckten die Tische. Es machte einfach viel mehr Spaß das alles mit ihr zusammen zu machen.
Pünktlich um 7 trudelten dann die ersten Gäste ein und ich und Meira bedienten alle Tische gemeinsam. So waren die anderen Angestellten beruhigter und wir hatten mehr Spaß und waren nicht ganz auf uns alleine gestellt. Irgendwann sahen wir Campino mit seiner Band den toten Hosen den Saal betreten und waren beide total hin und weg. Wir schauten an welchen Tisch sie sich setzten und gingen ihnen dann nach um sie zu bedienen. Es war so toll als wir vor ihnen standen! Ich meine, das waren gestandene Musiker. Sie waren schon seit Jahren berühmt und hatten Erfolg. Außerdem wurden sie von Jahr zu Jahr besser. Ich kannte nicht so viele Lieder von ihnen, doch Mimmi erzählte ständig von ihnen.
Nun standen wir hier und keiner brachte ein Wort heraus. Schließlich riss ich mich zusammen:
„Können wir ihnen etwas zu trinken bringen?“, fragte ich mit einem höflichen Lächeln auf dem Gesicht.
„Gerne!“, beantwortete Campino und alle bestellten der Reihe nach ihre Getränke. Wir merkten uns alles und gingen dann zurück um die Gläser wie gewünscht zu füllen.
„Mann, sind die cool!“, schwärmte Meira. Ich grinste.
„ja… die sind echt witzig! Und vor allem richtig nett!“
Sie nickte eifrig!

Kapitel 21

Wir bedienten sie weiterhin und unterhielten uns auch teilweise mit ihnen. Die waren alle so nett! Auch wenn ich sie ab und zu ein wenig direkt fand.
„wie alt seid ihr denn eigentlich? Noch ziemlich jung, oder?“, fragte uns schließlich Campino.
Ich nickte.
„wir sind beide 16!“
„16? Ich hätte euch schon ein wenig älter geschätzt!“
„Was hört ihr denn dann so für Musik?“, fragte der nächste.
„Also auf jeden fall Rock! Und da eigentlich ziemlich vielfältig!“, antwortete Meira.
„Ahhh… und mögt ihr unsere Musik?“, fragte er dann.
„Und wie!“, meldete ich mich nun zu Wort.
„Kommt ihr zu unserem Konzert hier in Oberhausen?“
„gebt ihr hier denn eins?“, fragte ich erstaunt.
„Ja. Nächsten Mittwoch!“
„cool! Wussten wir gar nicht! Na ja… jetzt gibt’s bestimmt keine Karten mehr dafür!“, meinte Meira.
„Hättet ihr Lust zu kommen?“, fragte er.
„Natürlich, was für ne Frage! Aba das geht jetzt ja wohl leider nicht!“, sagte Meira. Sie schauten sich untereinander an, dann sprach Campino zu uns:
„Also, wir müssten das noch mal abklären, aba vllt könnten wir euch ein paar Karten besorgen.“
„Aba wir haben, also besser gesagt ich hab gar kein Geld, von daher wird das wohl leider nichts.“, murmelte ich traurig. Ich wär so gern hingegangen! Das wär dann mein erstes Konzert gewesen.
Plötzlich begann Campino zu grinsen.
„Ich meinte das eben eher so, dass wir euch die Karten schenken könnten!“, sagte er und dir andren der Band begannen zu lachen.
Ich schaute wohl ziemlich doof, denn auch Meira begann zu kichern.
„Is das euer ernst?!“, fragte ich ungläubig.
Alle vier Nickten. Wie klasse wäre das denn?! Mein erstes Konzert, zusammen mit Meira, und dann umsonst!
„Seid ihr morgen wieder hier zum bedienen?“, rissen sie mich aus meinen Gedanken. Ich nickte.
„Gut! Dann klären wir das ab und geben euch morgen bescheid, ok?“
Ich strahlte Meira an, und auch sie schien nicht weniger glücklich zu sein als ich! Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg in die Küche. „hey,hey,hey, hier kommt alex…“, sangen wir zusammen. Wir waren soooo glücklich und sangen die ganze Zeit andre Lieder der toten Hosen.
Plötzlich kamen wir an den Tisch von Tokio Hotel.
„Hey Pia! Hey Meira! Na?“, begrüßte uns gleich Gustav.
„Haaaalllooo!“, riefen wir beide glücklich. Alle vier starrten uns erstaunt an.
„Was is denn mit euch los?“, fragte dann Tom und sein Gesichtsausdruck war echt toll!
„Naja… wir bekommen vllt zwei Konzertkarten von den toten Hosen geschenkt!!!“, freute sich Meira und wurde immer lauter. Das war so toll!
„echt? Cool! Wie das?“, fragte Bill gleich nach.
„Nun ja… also wir haben sie bedient und dann wurden wir von ihnen in ein Gespräch verwickelt und schließlich boten sie uns an, sich um Konzertkarten für uns zu bemühen!“, erklärte ich und während ich redete breitete sich mal wieder ein Grinsen auf den Gesichtern der Jungs aus. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihnen. Was war denn um alles in der Welt so lustig wenn ich redete?
Bill sprach dann schließlich weiter:
„Is ja toll! Freut mich für euch!“, grinste er.
Wir strahlten uns an.
„Ich war noch nie auf einem Konzert!“, gestand ich dann.
Die Gesichtsausdrücke der 5 veränderten sich schlagartig von Freude in Schockiertheit.
„Noch nie???“, fragte Georg.
Ich schüttelte den Kopf.
„Wow! Das is ja heftig! Ehrlich nicht?“, stimmte dann auch Meira mit ein.
„nein, noch nie! Ist das so seltsam?“, bemerkte ich.
„Naja… wir waren denk ich alle schon mal auf einem, oder?“, kam es dann von Tom. Alle nickten. Mhhh… ich war noch nie auf einem, da ich gar keine Band kannte auf deren Konzerte ich gehen konnte. Die Beatles und Mozart sind ja schon tot, und deren Auftritte wären wohl die einzigsten gewesen, zu denen meine Eltern mich hätten gehen lassen. Von daher hatte ich gar keine Möglichkeit gehabt auf eines zu gehen.
Wir unterhielten uns noch kurz mit den Jungs und beendeten dann unsere Arbeit. Auf dem Rückweg ging ich noch mal zu Laura um meinen nächsten Tag mit ihr zu besprechen! Ich würde von 8 bis um 11 Uhr und dann wieder vom halb 7 bis um 9 arbeiten. Zwischendrin hatte ich Pause. Mit diesem Plan war ich schon zufriedener als mit dem heutigen. Bisher hatte ich ja noch gar nicht so richtig die Möglichkeit gehabt zu zeigen was wirklich in mir steckte. Das wollte ich in der nächsten Zeit nachholen.
Meira würde heute bei mir schlafen und in meinem Zimmer hatte sie die tolle Idee mal bei den Zwillingen anzurufen. Sie wählte die Nummer und ich verschwand kurz auf Toilette.
Als ich zurück kam stand Meira neben meinem Bett und wartete auf mich.
„Ahh Pia! Na endlich! Tom und Bill haben gefragt ob wir Lust hätten noch rüber zu ihnen zu kommen. Georg und Gustav kommen auch. Also?“, sagte sie in Höchstgeschwindigkeit.
„Ich hatte eigentlich vor ein bisschen früher ins Bett zu gehen!“, gestand ich.
Meira schaute mich prüfend an, dann lächelte sie.
„Ach quatsch! Hallo? Wir haben nur noch 3 Wochen zusammen, die müssen wir doch nutzen!“, sagte sie und setzte einen Dackelblick auf. Ich musste lachen:
„Sag mal kann es sein, dass dir ziemlich viel an den Jungs liegt?“, fragte ich schließlich. Sie schaute mich ertappt an, verneinte dann jedoch heftigst:
„Was?! Ach quatsch! Komm schon das glaubst du doch wohl selbst nicht! Wieso denn… nein!“, quasselte sie drauf los.
Ich musste lachen und ging dann zur Tür.
„na dann komm eben! Wollen wir dich mal zu deinen Jungs lassen!“, ärgerte ich sie weiter.
„Das sind nicht meine Jungs!!!!! Na gut! Von mir aus können wir auch hier bleiben!“, murrte sie dann und schaute empört. Ich musste noch mehr lachen und schließlich hatte ich wohl den ersten Lachkrampf in meinem Leben. Ich schmiss mich auf den Boden und Tränen stiegen mir in meine Augen!

Kapitel 22

Meira starrte mich die ganze Zeit an, doch schließlich musste auch sie lachen. Als wir uns dann nach gewisser Zeit wieder beruhigt hatten erzählte ich es Meira:
„puhhh… das war gerade mein allererster Lachkrampf!“, stöhnte ich.
„Sag mal was hast du denn dein ganzes Leben lang gemacht?“
„Gelernt und geputzt und gearbeitet! Glaub mir, das nimmt viel Zeit in Anspruch!“, entgegnete ich ihr ernst.
„ja, meiner Meinung nach ein bisschen zu viel! Mensch Pia, du musst endlich kapieren, dass du nur einmal lebst! Du kannst später nichts mehr nachholen! Du musst für den Augenblick leben, und nicht für die Zukunft!“
Ich lächelte sie an:
„wenn das bloß so leicht wäre…“
„wenn du es willst ist es nicht schwer!“
Kurze Zeit herrschte Stille.
„Komm… dann lass uns mal rüber gehen.“, unterbrach ich diese. Sie half mir vom Boden hoch und schließlich machten wir uns auf den Weg zum Nachbarzimmer. Wir klopften und ein strahlender Tom machte uns die Tür auf.
„Hey ihr! Na?“, begrüßte er uns.
„na? Hehe… gegenfrage!“, scherzte Meira und streckte ihm zurück raus. Er grinste und tat es ihr dann gleich. Ich beobachtete die 2. Konnte es sein dass da irgendetwas im Busch war? Sie starrten sich die ganze Zeit auf so eine gewisse Art und Weise an. Naja… ich würde mich jedenfalls für die beiden freuen!
Wir gingen hinter ihm her und blieben in dem Zimmer mit den vielen Fenstern stehen. Hier hatten wir uns kennen gelernt. Das war so peinlich gewesen. Obwohl, mittlerweile war ich wirklich froh darüber, dass ich sie kennen gelernt hatte. Ich musste grinsen. Damals konnte ich überhaupt nicht glauben wer da vor mir stand und nun konnte ich die Jungs schon beinahe meine Freunde nennen. Aba wieso sage ich ständig damals? Es war vor genau 4 Tagen! Das ist noch überhaupt nicht lange her. Und doch habe ich ihnen schon mein ganzes Leben anvertraut. Ich hatte teilweise das Gefühl dass sie sogar mehr über mich wussten als Mimmi. Und die war schon ewig meine beste Freundin. Naja… die Jungs und vor allem auch Meira waren halt irgendwie etwas ganz besondres. Ich grinste noch stärker.
Plötzlich fuchtelte jemand mit seinen Händen vor meinem Kopf herum.
„HAALLO??? ERDE AN Pia!!!“, rief derjenige und ich bemerkte dass es Gustav war. Ich zuckte leicht zusammen. Na nu? Hatten die etwa irgendwas gesagt?
„mhh… habt ihr was gesagt?“, fragte ich auch schon sofort.
Sie lachten.
„Nichts wichtiges, aber war ist denn so lustig dass du so ein Grinsen auf dem Gesicht hast?“, fragte er weiter.
„nun ja… Ich dachte gerade an unsere erste Begegnung. Die war auch in diesem Zimmer!“, erklärte ich und nun lachten auch Bill und Tom.
„Stimmt! Des war ja hier drin!“, erinnerte sich nun Bill. Ich nickte grinsen.
„war echt ne lustige Situation!“, fuhr er dann fort.
„Naja… ich fand sie eher peinlich…“, murmelte ich.
„Ach was! Wieso denn peinlich?! Naja… komm jetzt erst mal zu uns!“, sagte er und klopfte neben sich aufs Bett. Ich ging zu ihm und setzte mich. Dann redeten wir mal wieder über alles mögliche. Ich hatte wirklich mal wieder von vielem keine Ahnung. Irgendwann kamen wir dann auf das Thema was am nächsten Tag so alles anstand.
„also ich hätt ja mal wieder voll Lust auf Kino!“, bemerkte Bill euphorisch.
„Och nööö… keine Lust!“, murrte Tom. Auch Gustav und Georg schüttelten den Kopf.
„keine Lust auf die Tarnung!“
„und was is mit dir Meira?“, wandte sich Bill nun an sie.
„Mhh… ehrlich gesagt hab ich da auch keine Lust drauf…“, murmelte sie und schaute zu Tom. Natürlich! Ohne ihren Tom wollte sie nicht ins Kino! *gg* Ich musste innerlich lachen. Damit konnte ich sie noch richtig schön aufziehen!
„Und du, Pia?“, fragte er nun mich.
„Na ja…also ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung. Ich war bisher nur einmal im Kino und da war ich 6. Außerdem war der Film nicht so toll. Irgendso ein Dokumentationsfilm über die Römer. Wenn ihr mich fragt wären Ägypter viel interessanter gewesen.“, erzählte ich ihnen.
„Ist das dein Ernst?? Dann musst du des morgen mit mir machen!“, redete Bill auf mich ein. „Pass auf! Wir gehen morgen ins Kino und schauen uns ein Film nach dem andren an, ok?“
Ich grinste. Das wär bestimmt lustig!
„ok… ich kann aba nur von 11 bis halb 7 Uhr!“
„egal! Wir schauen so viel Filme wie möglich!“, erklärte er.
Ich musste lachen
„ok, von mir aus!“, stimmte ich dann zu. Das würde bestimmt witzig werden. Ich freute mich schon total drauf.
Wir saßen noch lange auf dem Bett und unterhielten uns. Bei den meisten Themen gaben sie mir erst mal eine Erklärung, um was es sich handelte, und so konnte auch ich besser mit reden. Tom und Meira warfen sich die ganze Zeit bestimmte Blicke zu und ich spürte die Spannung, die zwischen ihnen herrschte.
Es machte richtig Spaß, und ich lachte so viel wie schon lange nicht mehr. Außerdem verschwand ich keinen einzigen Gedanken an meine Eltern.

Kapitel 23


Gegen 12 gingen wir dann in mein Zimmer, machten uns bettfertig und ich schnappte mir noch mal das Telefon. Ich wählte Bills Nummer und nach wenigen Tutern nahm er auch schon ab.
„ja?“, meldete er sich.
„hohoho… ich bin der Nikolaus… warst du auch schön brav?“, antwortete ich und Meira neben mir lachte los. Ich wusste auch nicht wie ich gerade darauf gekommen bin. Schließlich war es gerade hochsommer. Ich veränderte mich immer mehr und ab und zu erkannte ich mich schon gar nicht mehr wieder.
Bill lachte nun auch.
„hey Pia!“
„woher wusstest du dass ich dran bin?“
„na ja… ich kenn sonst keinen der so verpeilt ist und im Hochsommer den Nikolaus macht!“, lachte er. Ich grinste.
„boahhh, sei froh dass ich jetzt nicht bei euch bin, sonst hättest du schon ein Kissen im Gesicht!“
„uhhh… da hab ich aba Glück!“, scherzte er mit einem sarkastischen Unterton. Wir mussten beide loslachen. Kurz danach beruhigten wir uns wieder und ich fuhr fort.
„Nun ja… ich wollte eigentlich nur noch mal gute Nacht sagen!“, gab ich dann zu.
„Lieb von dir! Gute Nacht und träum was schönes!“
„danke! Du auch! Ach ja… bevor ich’s vergesse. Ich soll den Hörer noch weiter geben, Meira will Tom noch Gute Nacht sagen!“, log ich. Meira neben mir bekam großen Augen und sah mich schockiert an. Sie schüttelte heftigst den Kopf, doch ich nickte ihr nur frech zu.
„Ok… ich gebe weiter! Also… bis morgen!“
„ja danke! Bis dann!“, verabschiedete ich mich.
Ich drückte Meira den Hörer in die Hand, die mich immer noch schockiert anstarrte. Ich musste loslachen. Dann ertönte ein
„hallo?“, aus dem Hörer und Meira führte ihn langsam an ihr Ohr.
„hey…“, stammelte und ich lachte noch mehr.
„Ahh hey Meira! Bill hat mir eben einfach den Hörer in die Hand gedrückt, was denn los?“, fragte er. Ich hatte auf lausprecher gestellt und konnte so alles mithören.
„Ähhhmmm ja… keine Ahnung! Pia hat das selbe getan“, erklärte sie und ich verdrehte die Augen. Sie waren ja so süß!
„mhh… ok, dann sag ich mal Gute nacht, ne?“, fuhr Tom fort.
„ja, schlaf schön!“
„Du auch und träum was schönes!“
Dann legten sie auf. Langsam hing Meira den Hörer auf. Dann drehte sie sich zu mir.
„DU!!!!“, rief sie und schnappte sich ein Kissen und stürtzte sich auf mich. Ich lachte laut los. Dann schnappte ich mir auch eins und die Kissenschlacht begann.
Nach gewisser Zeit blieben wir dann lachend und ineinander verknotet liegen. Wir befreiten uns von einander, legten uns dann nebeneinander unter die Decke und löschten das Licht.
„meira?“, unterbrach ich die Stille.
„Mhh?“, kam es von ihr zurück.
„Ich bin froh dass es dich gibt!“, lächelte ich.
„Ich freu mich auch dass du da bist!“, antwortete sie. „ versprich mir dass wir in Kontakt bleiben!“
„Auf jeden Fall! Versprochen!“, freute ich mich. Sie war eine richtige Freundin. Und ich mochte sie so sehr!
Irgendwann schliefen wir dann schließlich ein und wir verfielen in einen ruhigen Schlaf.
Pünktlich um 8 Uhr standen wir dann wieder an der Rezeption und wie immer war unsere Aufgabe den 8. Stock zu putzen. Wir machten alles wie immer und in dem Zimmer der Zwillinge saugten wir nur schnell drüber. Das wär sowieso gleich wieder schmutzig. Wir waren schon um 10 Uhr fertig und als wir uns nach unserer nächsten Aufgabe erkundigen wollten winkte Laura ab.
„Ach quatsch! Ihr habt das toll gemacht und ihr müsst jetzt nicht noch eine Stunde irgendetwas machen! Unternehmt was schönes! Vllt mit diesen netten Jungen von dieser Band! Die sind ja wirklich schnuckelig!“, sagte sie. Ich musste lachen, doch Meira lief rot an.
„mama!“, stöhnte sie. Nun lachte auch Laura mit und ich und Meira machten uns nach oben in mein Zimmer. Wir zogen uns um. Ich schlüpfte in mein neues Kleid und ein paar Flipflops, das mir Meira noch geschenkt hatte, da es heute wirklich extrem heiß war.
Dann machten wir uns auf zu den Jungs. Wir klopften und Tom machte uns auf.
„hey ihr zwei schönen!“, begrüßte er uns und wir gingen ins Zimmer.
„wo ist Bill?“, fragte ich, da er nirgendwo zu entdecken war.
„im Bad. Er macht sich fertig. Oder besser gesagt er tarnt sich!“, erklärt Bill mit einem Schmunzeln, das total goldig au sah. Das fand wohl auch Meira, denn sie starrte ihn förmlich an.
„Ok, ich geh mal zu ihm!“, grinste ich. Die beiden wollten jetzt bestimmt lieber alleine sein! Die waren ja so süß!
Ich machte mich auf den Weg zum Bad und klopfte.
„Ja?“, erklang Bills Stimme.
„hey! Ich bins der Nikolaus!“, scherzte ich. Die Tür wurde aufgeschlossen und ein grinsender Bill stand da.
„Also ich war brav! Ganz ehrlich!“, bemerkte er und wir mussten beide lachen. Er sah ganz anders aus! Er war ungeschminkt, was schon mal richtig ungewohnt war, jedoch sehr süß!
Er bemerkte wohl meine Gedanken.
„muss leider sein! Sonst erkennen mich ja alle sofort!“, erklärte er.
„sieht doch gut aus!“, lächelte ich. Er grinste dankend zurück. Dann schaute er an mir herunter.
„Du siehst übrigens auch mal wieder umwerfend aus!“, schmeichelte er mir. Und wie auch sonst, lief ich mal wieder rot an.

Kapitel 24

Mittlerweile standen wir im Kino. Bill sah echt witzig aus! Er trug eine Cappi, eine überdimensionale Brille, mit der er fand ich aussah wie eine Mücke, und dann ein Polo shirt. Es war einfach total ungewohnt, stand ihm aba, bis auf die Brille.
Er stand vor dem Plan auf dem die Filme standen.
„Willst du irgendetwas bestimmtes sehen?“, fragte er.
Ich schüttelte den Kopf.
„hab ja gar keine Ahnung was überhaupt läuft!“, grinste ich.
„ok, dann würd ich sagen wir machen das so. Wir haben jetzt ja erst 11 und wir schauen einfach von jeder Kategorie einen! Also ne Komödie, einen Aktion und einen Horror film! Danach bist du dann Profi im ins Kinogehen!“, lächelte er.
„mhhh… ok, aba was ist mit Romantik, oder Drama?“, fragte ich.
„ach… das muss man nicht sehn!“, grinste er frech zurück.
„na hör mal!“, spielte ich die Empörte.
Er hob beschwichtigend die Hände.
„ok, wenn wir noch Zeit haben gucken wir noch ein Drama oder ein Liebesfilm, ok?“
Ich nickte grinsend. Ich würde schon dafür sorgen dass wir noch Zeit hätten.
„Alles klar Mücke!“, neckte ich ihn. Er tat beleidigt und kniff mir in die Seite. Ich kam aus dem Grinsen einfach nicht mehr raus. Es war so schön mit ihm! Wir gingen zur Kasse und Bill bestellte für drei Filme Karten. Ich zückte meinen Geldbeutel, zum bezahlen, doch er wollte das anscheinend nicht.
„Lass stecken! Das geht auf mich!“, lud er mich ein. Das war mir gar nicht recht! Ich wurde nicht gern eingeladen, dann hatte ich immer das Gefühl, ich wäre demjenigen etwas schuldig.
„nein, das kommt nicht in Frage, ich will bezahlen!“, bestand ich darauf. Bill, die Mücke^^, verdrehte seine Augen.
„Dann machen wirs so dass du das Trinken bezahlst, ok?“, fragte er.
„nagut…“, murmelte ich und steckte mein Geld wieder ein. Wir nahmen die Karten und gingen schließlich zum Essen und Getränke.
„du, ich geh was zum Futtern holen und du holst die Getränke, ok?“, fragte Bill. Ich nickte.
„was willst du denn?“
„ne große Cola!“, antwortete er. Dann verschwand er. Ich überlegte. Normalerweise trank ich immer nur Mineralwasser, da es das gesündeste war. Sollte ich heute nicht auch mal was andres trinken? Einfach mal zum Wissen wie es so ist. Schließlich beschloss ich es Bill gleich zu tun.
„2 große Colas!“, bestellte ich. Die Verkäuferin schaute mich mit großen Augen an.
„2 große???“, fragte sie.
„ja…. 2 große!“, wiederholte ich meine Bestellung. Sie zuckte mit den Schultern und verschwand. Was war denn das gewesen? Was war denn so besonders an 2 großen Cokes? Als sie wiederkam wusste ich wieso sie noch mal nachgefragt hatte. In ihren Armen hielt sie 2 riesengroße Becher. Mir klappte die Kinnlade runter. Ich hatte noch nie so große Becher gesehen! Das waren nicht mal mehr Becher, das waren schon Eimer!!!
Sie stellte sie auf der Theke ab und grinste mich an.
„wie viel ist das drin?“, fragte ich nach.
„ein einhalb liter!“, lachte sie. Ich stutzte noch mehr! Wer sollte denn das trinken?! Ich bezahlte und nahm die ‚eimer’ in meine Arme. Man waren die schwer. Dann drehte ich mich um und lief zu Bill, der gerade am bezahlen war. Er drehte sich ebenfalls um und bei meinem Anblick klappte ebenfalls sein Mund auf. Was hatte ich denn jetzt schon wieder gemacht? Es klappte einfach nichts!
Plötzlich kam Bill auf mich zu blieb stehn, zeigte auf die Eimer und lachte laut los. Ich musste grinsen. Er stand da und lachte und ich hatte das Gefühl er konnte nicht mehr aufhören.
„was hast du denn bestellt???“, brachte er irgendwann unter Lachtränen hervor.
„zwei große Cokes!“, antwortete ich ihm. „ich hab erst danach erfahren, dass das ein einhalb Liter sind!!!“, ergänzte ich. Er starrte mich mit offenem Mund an und nun begannen wir beide los zu lachen! Das war so lustig! Wir lachten und lachten und mein Bauch tat schon weh. Schließlich beruhigten wir uns langsam wieder.
„dann lass uns mal in den Film, hier hab ich übrigens noch Popcorn und son Gummizeugs…“, sagte Bill.
„mhhh…“, sagte ich und schnappte mir diese Gummibärchen, oder was auch immer das war. Bill hingegen bekam von mir seine ein einhalb Liter cola. Wir gingen ins Kino 4 und ich wusste nicht welcher Film lief. Wir unterhielten uns noch ein wenig und dann begann auch schon der Film. Ich hielt es für einen Aktionfilm, doch schnell stellte sich heraus, dass es eine Komödie war. Und zwar eine extrem lustige. Ich lachte die ganze Zeit. Es war wirklich ein super Film! Den musste ich mir unbedingt auf Dvd holen. Nach einer gewissen Zeit bemerkte ich wie mir Bill immer solche bestimmten Blicke zuwarf. Irgendwann wurde ich dann doch neugierig.
„was is denn los?“, fragte ich. Er grinste:
„es ist schön wenn du so viel lachst!“, erklärte er. Mann, war das lieb. Ich lächelte.
„danke!“, sagte ich. Er grinste nochmals und dann wandten wir uns wieder dem Film zu.

Kapitel 25

Der war allerdings viel zu schnell zu Ende.
„mann, den kauf ich mir wenn’s ihn gibt!“, sagte ich begeistert.
„au ja! Und dann treffen wir uns und gucken ihn gemeinsam!“, steuerte Bill hinzu. Ich nickte eifrig.
„das machen wir!“
wir grinsten und gingen aus dem Kino. Die Gummisachen waren schon leer und so kauften wir noch schnell ein paar neue, bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Film machten.
„Und was kommt jetzt für einer?“, fragte ich.
„ein Aktion film. Keine Ahnung wie der is, aba des war der einzige, der grade läuft!“, erklärte er mir. Ich nickte. Wir setzten uns wieder in die hinterste Reihe, wo Bill auch beruhigt seine Mückenbrille absetzen konnte. Ich schnappte sie mir und setzte sie auf.
„Na? Steht sie mir?“, fragte ich grinsend. Bill räusperte sich.
„hey!“, rief ich und knuffte ihn in die Seite. Wir lachten.
„Ach was… sie steht dir sogar wirklich!“, sagte er dann.
„schleimer!“, gaggte ich.
„nein! Das ist mein Ernst!!!“, rief er und schaute mich mit seinen wunderschönen Augen an. Mal wieder wurde ich rot.
„danke“, murmelte ich und drehte mich zur Leinwand. Der Film war wirklich richtig schlecht!
„gefällt dir der Film?“, fragte mich dann Bill mit hochgezogenen Augenbrauen.
„um ehrlich zu sein nicht so…“, gestand ich vorsichtig.
„gut! Mir auch nicht!“, grinste er. Erleichtert atmete ich aus.
„un jetzt?“, fragte ich.
„lass uns doch mal gucken was in den andren Kinos so läuft…“, schlug er vor. Was?! Das geht doch nicht! Das war illegal! So etwas würde ich nicht machen.
„das geht nicht! Wir haben keine Karte, da können wir nicht einfach rein gehen!!!“, sagte ich in strengem Ton. Bill verdrehte die Augen.
„mensch Pia! Ich hab das schon oft gemacht! Das geht! Glaub mir! Und selbst wenn man erwischt wird isses net so schlimm… dann wird man nur rausgeschickt und des wars!“, redete er auf mich ein.
„Ich weiß net…. Ich mein, ich hab noch nie was gemacht was net erlaubt ist…“, murmelte ich. Also irgendwie war das dann doch ein bisschen zu viel!
„dann wird’s aba mal höchste Zeit!“, grinste Bill frech. Es war so ein Grinsen, bei dem man nicht nein sagen konnte. Ich schmunzelte.
„Du bist richtig schlimm!“, stöhnte ich.
„ich weiß!“, erwiderte er und sein Grinsen wurde noch größer.
„Na gut! In welches Kino jetzt?“, gab ich dann genervt nach.
„super! Wir gehen erst mal raus und dann sehn wir weiter!“, strahlte er. Ich musste lachen.
Wir stiegen auf und gingen aus dem Saal! Draußen angekommen schaute sich Bill suchend um.
„Lass uns mal einfach ins nächste gehen!“, schlug er vor und gezwungen folgte ich ihm. Er öffnete die Tür und ging rein als wäre alles ganz normal. Ich versuchte auch ganz natürlich zu wirken, doch ich glaube man sah mir meine Angst an. drinnen angekommen schauten wir was für ein Film gerade lief. Es war die Komödie, in der wir vorher waren. Also auch wenn ich den Film gut fand, musste ich ihn nicht gleich wieder sehen! So gingen wir raus und schauten ins nächste. Hier konnte man sofort erkennen, dass ein Liebesfilm lief. Ich glaube er hieß Stolz und Vorurteil, ich hatte schon mal in der Zeitung davon gelesen. Den wollte ich unbedingt sehen!
Ich schaute zu Bill der demonstrativ den Kopf schüttelte. Ich setzte meinen Dackelblick auf:
„BITTE!!!!“, flehte ich ihn an. Er verdrehte die Augen und man sah richtig wie er mit sich kämpfte.
„na gut!!“, stöhnte er dann. Ich strahlte und ging dann in die letzte Reihe. Der Film war total schön. Und total traurig. Ich seufzte oft und fieberte total mit. Bill hingegen amüsierte sich über mich. Am Schluss war es dann soo schön, dass mir die Tränen kamen. Bill lachte und ich strafte ihn mit einem bösen Blick. Er legte seinen Arm um mich und grinste mich lieb an. Irgendwie kribbelte es plötzlich in meiner Magengegend. Es war richtig schön. Ich legte meinen Kopf auf Bills Schulter und genoss das Ende des Films. Doch leider war auch dieser meiner Meinung nach viel zu schnell vorbei.
Wir gingen wieder aus dem Saal und hatten dann noch 10 Minuten Zeit bis der nächste Film begann. Da wir beide ziemlich volle Blasen vom vielen Cola hatten gingen wir beide erst mal auf Toilette. Dann kauften wir uns die dritte Packung Gummizeugs und gingen in den letzten Film. Es war ein Horrorfilm und ich wusste nicht was auf mich zukommen würde. Ich hatte ja noch nie einen Horrorfilm geguckt. Wir setzten uns mal wieder nach ganz hinten und lauschten dann gebannt dem Anfang des Filmes. Allerdings war ich auf das nicht gefasst gewesen. Sofort am Anfang wurde einem Mädchen auf brutalste Art und weise der Kopf abgehackt. Ich schrie kurz auf. Ich hatte mich so erschrocken. Als sich alle Leute zu mir nach hinten umdrehten rutschte ich schnell vom Sitz und blieb auf dem Boden sitzen. Das war mal so peinlich gewesen! Aba woher hätte ich das auch wissen sollen? Das war ja das erste Mal, dass ich einen Horrorfilm gesehen hatte. Ich saß da oben und bemerkte erst jetzt, wie Bill sich vor Lachen auf seinem Sitz kugelte. Das sah so drollig aus dass ich auch grinsen musste. Langsam rutschte auch er zu mir auf den Boden.
„also ich war schon oft im Kino gewesen, aba heute war es mit Abstand das witzigste mal.“, stöhnte er, während er sich seine Lachtränen wegwischte.
Auch ich musste nun lachen. Das muss zu geil ausgesehen haben, wie wir da so unten auf dem Boden saßen und lachten. Langsam beruhigten wir uns wieder. Er schaute mich an und blickte mir ganz tief in die Augen. Ich hatte das Gefühl sein Blick würde mich durchbohren. In meiner Magengegend begann es wieder zu kribbeln. Es war ein wunderschönes Gefühl und ich wollte seltsamerweise dass es nie wieder aufhörte. Wir saßen da und schauten uns an.

Kapitel 26

Dann hob er seine Hand und strich mich über meine Wange. Ich tat nichts, sondern schaute ihm einfach nur in seine wunderschönen einzigartigen braunen Augen und genoss das Kribbeln. Er strich mir meine Haare aus dem Gesicht und kam dann immer näher auf mich zu. Ich ließ es zu. Wir waren uns ganz nah und das Spüren seines Atems auf meiner Haut löste bei mir eine Gänsehaut aus. Alles kam mir vor als wäre es in Zeitlupe, doch es war wunderschön. Das Kribbeln wurde immer stärker. Ich schaute ihm immer noch in seine Augen, dann legte ich langsam meine Hand auf sein Herz, das ich leicht schlagen spüren konnte. Ich schaute zu meiner Hand und dann wieder zu ihm. Er hatte seine Augen nicht von mir abgewendet und als sich unsere Blicke erneut trafen war es als würden sie aufeinander brennen. Es war ein wunderschöner Moment, und wir kamen uns noch ein Stückchen näher. Unsere Nasenspitzen berührten sich und dann schloss ich die Augen. Im nächsten Moment spürte ich seine Lippen auf meinen. Es war als würde etwas in meinem Bauch explodieren, und eine Welle der Freude durchfuhr meinen Körper. Seine Lippen waren so weich und fühlten sich traumhaft an. Wir lösten uns kurz von einander. Ganz langsam und vorsichtig öffnete ich die Augen, da ich Angst hatte alles wäre nur ein Traum und könnte im nächsten Augenblick wieder vorbei sein. Doch ich erkannte dass es die Realität war. Wieder schaute ich ihm in seine traumhaften Augen und ein schüchternes Lächeln zierte nun seinen Mund. Ich lächelte ebenfalls. Ich war so glücklich wie noch nie zuvor und nahm nichts mehr um mich herum wahr, ich hatte nur noch Augen und Gedanken für Bill. Ein weiteres mal schloss ich meine Augen und wir küssten uns nochmals. Diesmal war er länger und noch berauschender als zuvor. Es war so wunderschön und ich hatte das Gefühl ich wäre in einer anderen Welt. Ich vergaß alle mein Probleme und versank in dem Kuss. Es war als würden wir beide zu einer Person verschmelzen. Ich wollte ihn nicht loslassen und ich hatte das Gefühl er dachte auch nicht daran, denn wir küssten uns weiter und keiner machte Anstalten sich vom andren zu lösen. Es war traumhaft.
Irgendwann mussten wir dann von einander ablassen. Wir wichen beide ganz langsam zurück und öffneten dann die Augen. Es herrschte eine Stille und keiner sagte etwas. Doch das war nicht schlimm! Es war eine schöne Stille, keine drückende! Wir sahen uns in die Augen und es war als konnten wir so mit einander reden. Keiner musste etwas sagen, denn jeder wusste was los war und der andere verstand einen auch ohne Worte.
Irgendwann lächelte ich und sagte:
„mein erster Kuss!“, ich grinste. Und auch auf Bills Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.
„Mein schönster Kuss!“, lächelte er. Ich war so glücklich und ohne nachzudenken legte ich meine Hände um Bills Hals und kam ihm ein weiteres Mal näher. Er legte seine Hand auf meine Wange und wir küssten uns ein drittes Mal. Schon wieder durchströmte eine neue Welle des Glücks meinen Körper. Nun erfuhr ich endlich wie es war verliebt zu sein. Es war das schönste Gefühl der Welt!
Der Film war aus und wir waren erst bei den letzten 10 Minuten wieder auf unseren Sitzen gewesen! Da lag ich allerdings auch die ganze Zeit bei Bill im Arm und er hatte meine Hand gehalten. Das war so ein tolles Gefühl. Jemand mochte mich so wie ich war und ich musste mich nicht verstellen. Außerdem hatte ich das Gefühl er wüsste was in mir vorging und verstand mich.
Eng umschlungen gingen wir aus dem Kino. Ich schaute auf meine Uhr. Es war kurz vor 5. Wir mussten uns beeilen. Um 6 musste ich wieder fertig zum arbeiten sein. Bill rief seinen Manager an, dass er uns den Van schickte. Dann zog er seine Mückenbrille wieder an und ich musste lachen. Die sah einfach so lustig aus. Er spielte den Beleidigten und piekste mich in den Bauch. Ich ging rückwärts, damit er mich nicht mehr pieksen konnte. Doch ich war natürlich so schlau und lief direkt an die Wand. So stand ich nun da und konnte ihm nicht mehr ausweichen. Er stand direkt an mir und kein mm trennte uns mehr. Jeder cm meines Körpers berührte seinen! Es war mal wieder wunderschön. Er grinste immer noch frech, küsste mich dann allerdings. Ich legte meine Hände auf seine Brust und erwiderte den Kuss. Wir versanken mal wieder darin und vergaßen ganz die Zeit. Als wir uns voneinander lösten schaute ich auf die große Wanduhr hinter ihm. 20 nach 5!!! Wir hatten uns tatsächlich 20 Minuten lang geküsst? Ich stieß ihn sachte von mir und erklärte ihm was ich gerade entdeckt hatte. Schnell rannten wir nach draußen. Der Van wartete schon auf uns und wir sprangen hinein und ließen uns auf die Hinterbank fallen. Während der Fahrt lag ich in seinen Armen und schaute aus dem Fenster. Es war ein schönes Wetter und es entsprach meiner momentanen Stimmung. Ich war fröhlich und einfach nur überglücklich. Wie konnte ich so viele Jahre ohne diese Gefühle leben? Ich fühlte mich in Bills armen so wohl und als ob mir nichts mehr passieren könnte. Ich wusste ja nicht dass ich mich da gewaltig täuschte!

Kapitel 27

Wir kamen schon 10 Minuten später im Hotel an, da der Fahrer extra schneller gefahren ist. Wir stiegen aus und kaum waren wir beide draußen hingen wir uns auch schon wieder in den Armen. Es war als wäre da ein Magnet, der uns immer und immer wieder anzog. Eng umschlungen liefen wir die Treppen hoch, an den roten Männchen vorbei, die in den Eingangsbereich führten. Wir gingen auf die Rezeption zu, hinter der Laura und Meira über irgendetwas diskutierten. Sie schienen ziemlich ernst zu sein, doch ich war zu glücklich um mir Gedanken zu machen über was sie wohl redeten. Normalerweise hätte meine Neugier mich wahrscheinlich wieder mal gepackt. Doch heute war alles anders! Nichts war wie sonst. Ich hatte das Gefühl ich wär jemand ganz anders. Nicht mehr das brave, unscheinbare Mädchen, sondern eine selbstbewusste, glückliche junge Frau. Momentan liebte ich mein Leben und das war sonst nie so. Ich liebte es zu leben und ich liebte es diese wundervollen Menschen um mich herum zu haben. Sie waren so besonders und einfach anders als der Rest. Sie gaben mir eine Chance, und das sogar schon als ich noch so unscheinbar und normal war wie am Anfang. Langsam fiel mir auf, wie viel Spaß ich gehabt haben könnte, wenn ich schon vorher nicht auf meine Eltern gehört hatte, doch ich war dumm gewesen und hatte somit mein ganzes Leben langweilig gemacht. Durch diese Leute begann ich langsam zu leben.
Wir schlenderten verliebt auf die beiden zu.
„hey ihr!“, begrüßte ich sie. Erschrocken schauten sie auf und bei unserem Anblick breitete sich ein Strahlen auf beiden Gesichtern aus.
„Pia! Bill! Seid ihr etwa…?“, fragte Meira begeistert. Ja, waren wir überhaupt? Oder war ich nur eine für 2 Wochen? Ich meinte er hätte ja jede haben können. Eine an jedem Finger, doch er nahm mich. Konnte ich ihm trauen?
Fragend und auch ein wenig ängstlich schaute ich zu ihm hoch. Er lächelte lieb und als Antwort gab er mir einen wunderschönen Kuss.
Wir waren zusammen, das war mir nun klar!
Meira strahlte uns an und hüpfte.
„das ist ja super! Wow! So toll! Ich freu mich so für euch! Is das süß!!!“, schwärmte sie euphorisch und auch Laura lächelte ganz lieb. Sie schien sich wohl auch für uns zu freuen und das machte mich noch glücklicher. Sie war immer so lieb zu mir und irgendwie hatte ich sie schon richtig in mein Herz geschlossen.
„danke!“, grinste ich und auch Bill strahlte. Mann. War ich glücklich. Ich fühlte mich wie der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt.
„dann schätz ich mal ihr hattet Spaß im Kino, ne?“, fragte Laura.
Bill fing an zu lachen.
„das war mit Abstand der witzigste Kinobesuch meines Lebens!!“ ich wusste was er damit meinte und kniff ihn in die Seite.
„lachst du etwa über mich?“, fragte ich mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
„Nein!!!! Ich doch nicht!“, log er und lachte wieder los. Dann küsste er mich mal wieder. Als wir uns wieder zu Meira und Laura drehten erschraken wir. Ihre Gesichtsausdrücke waren schrecklich. Ihnen stand sozusagen die Angst ins Gesicht geschrieben. Was war denn los? Wieso schauten sie so komisch. Ich bekam irgendwie Angst. Sie sahen schrecklich aus, wie sie so da standen und an uns vorbei starrten, ihre Gesichter wie ein Buch aus dem man pure Angst lesen konnte. Mein Herz bekam kurz einen Stich, ich wusste nicht wieso, doch irgendetwas beunruhigte mich. Ganz langsam drehte ich mich um und was ich sah ließ mein Herz auf hören zu schlagen Das konnte nicht sein!

Kapitel 28

Ich blickte in die entsetzten Gesichter meiner Eltern! Ja ganz genau! Meine ELTERN!!!! Ich konnte es nicht glauben! Sie waren hier! Ich schaute an mir herunter. Mist! Ich hatte das Kleid an! Und meine Haare!!! Und meine Schminke! Nein! Das konnte doch jetzt nicht wirklich passieren! Wie lange hatten sie da schon gestanden?! Ich schaute zu Bill. Ich hatte ihn gerade geküsst!!! Hatten sie das gesehen?! Ihrer Gesichtsausdrücke nach hatten sie alles mitbekommen! Ich begann zu zittern. Jetzt war es aus! Ich wusste nicht was auf mich zukommen würde, doch ich hatte Angst! Ich hielt Bills Hand ganz fest, obwohl ich wusste, dass er mir nicht helfen konnte. Ich musste etwas sagen. Doch ich konnte nicht. Bei dem Blick in die Gesichter meiner Eltern kam die Übelkeit wieder in mir hoch!
Langsam löste ich mich von Bills Griff und ging auf meine Eltern zu. Diese starrten mich nur ungläubig an. Ich ging auf sie zu. Ganz langsam. Ich konnte den Zorn und die Enttäuschung in ihren Augen aufblitzen sehn! Was würde gleich passieren? Ich hatte Angst, und das Zittern wurde schlimmer. Ich stand nun direkt vor meiner Mutter und sah sie flehend an.
„mama, bitte…“, begann ich, doch ich kam nicht weit. Sie holte aus und gab mir meine Ohrfeige. Ich hörte den lauten Knall und durch den Hall in der Lobby schallte er noch oft durch meinen Kopf. Meine Wange schmerzte und mir stiegen Tränen in die Augen. Ich hörte schnelle Schritte und dann nahm mich Bill in den Arm. Ich drückte mich ganz fest an ihn und versuchte mich auf den Beinen zuhalten. Mein Zittern war schon fast wieder unerträglich und ich merkte wie mein Kreislauf immer mehr versagte. Meine Wange pochte und ich hatte das Gefühl sie würde auf die doppelte Größe anschwellen. Dann hörte ich meinen Vater.
„Lassen sie sofort meine Tochter los! Für wen halten sie sich!“, schrie er Bill an.
„sag mal geht’s ihnen noch gut! Wissen sie was sie ihrer Tochter da antun?!“, brüllte Bill zurück.
Ich vergrub einfach nur meinen Kopf in seiner Brust. Wieso musste das geschehen?! Ich war doch so glücklich gewesen! Das Zittern wurde immer stärker und ich hatte mittlerweile richtige Schwierigkeiten mich auf den Beinen zu halten.
„ach, was weißt du denn schon von meiner Tochter?!“
„anscheinend mehr als sie!“
„na hören sie mal! Lassen sie sie sofort los!“, rief er, doch Bill hielt mich ganz fest. Ich wusste dass die Situation noch weiter eskalieren würde, wenn ich jetzt nicht weg von Bill gehen würde. Ich löste mich und schaute ihm in die Augen.
„Ich muss zu ihnen… glaub mir! Das ist das beste für uns beide!“, brachte ich unter Zittern hervor, was gar nicht leicht war. Er schaute mich mit großen Augen an.
„aber…“, fing er an, doch ich unterbrach ihn in dem ich ihm den Finger auf den Mund legte und den Kopf schüttelte. Dann gab ich ihm einen kurzen Abschiedskuss, was ich besser nicht gemacht hätte. Meine Mutter packte mich fest am Arm und zog mich aus der Tür. Draußen waren mittlerweile dicke schwarze Wolken aufgezogen und es donnerte. Meine Mutter zog mich vor die Treppen und blieb dann stehen. Ich hatte allerdings Schwierigkeiten stehen zu bleiben, da mein Kreislauf mittlerweile ganz am Boden war. Plötzlich hörte ich meinen Namen.
„PIA!!!“, rief jemand. Ich deutete die Stimme Bill zu. Schnell drehte ich meinen Kopf in Richtung Eingangshalle und sah wie Bill raus rannte. Allerdings wurde er dort von meinem Vater aufgehalten, der ihn fest hob und somit verhinderte, dass er zu mir kommen konnte. Auch Meira und Laura stürzten nun nach draußen. Als ich meinen schwummrigen Kopf wieder meiner Mutter zuwandte konnte ich nichts mehr erkennen! Klatsch!!!! Meine Mutter hatte mich ein zweites Mal geohrfeigt. Nun ging nichts mehr! Das war einfach zu viel! Ich zitterte so stark wie noch nie und mein Kreislauf versagte ganz, so dass ich schlapp auf den Boden fiel. Wieso musste das sein?! Wieso hatte ich jetzt alles wieder verloren?! Ich wollte mein altes Leben nicht mehr, doch ich hatte wohl keine andere Wahl. Ich hörte weitere Rufe von Bill und das letzte was ich spürte war der Regen, dann wurde alles schwarz.
Weiß- alles weiß. Das war ein ziemlich krasser Unterschied. Das letzte was ich gesehen hatte war schwarz und nun war alles weiß! Wo war ich?! Was war passiert?! Und vor allem, wo war Bill?! Ich lag in einem Bett und starrte an die Decke. Langsam drehte ich meinen Kopf zur Seite und so langsam wusste ich wo ich war. Im Krankenhaus! Das war eindeutig. Doch außer mir war hier keiner im Zimmer. Ich wollte aber zu Bill! Unbedingt! Ich brauchte ihn jetzt. Langsam stand ich auf. Es fiel mir schwer zu gehen, denn meine ganze Kraft hatte mich verlassen. Ich stützte mich an der Wand ab und ging dann zur Tür. Auf dem Weg bemerkte ich, dass ich nicht mehr das Kleid anhatte, sondern ein altmodisches hässliches Nachthemd. Ich öffnete sie Tür und stand auf dem Flur. Sofort sah ich meine Eltern, die neben der Tür auf Stühlen saßen und sich unterhielten. Ich wollte jetzt nicht mit ihnen reden, ich wollte einfach nur zu Bill. MEINEM Freund! Doch da hatte ich wohl die Rechnung ohne meine Eltern gemacht. Sofort kam meine Mutter auf mich zu. Sie breitete ihre Arme aus, doch ich wich zurück. Die konnte mir gestohlen bleiben.
„Schatz, bist du wach? Wie geht es dir? Keine Angst, wir werden gleich nach Hause fahren! Das haben wir alles schon mit dem Arzt abgesprochen!“, redete sie auf mich ein. Moment! Nach hause?! Ich wollte nicht nach Hause! Nein ich wollte hier in Oberhausen bleiben! Bei Bill, Tom und Meira! Ich wollte nicht wieder zurück in mein altes Leben. Das war doch gar kein Leben! Zurück in Stuttgart war ich eingesperrt!!!! Mir stiegen wieder Tränen in die Augen.
„wo ist Bill?“, fragte ich meine Mutter scharf. Sie schüttelte den Kopf.
„denk nicht an diesen Jungen. Er hat dir den Kopf verdreht und dir Sachen eingeredet, doch glaube mir, er empfindet nicht wirklich etwas für dich! Außerdem ist er kein guter Umgang für dich!“, sagte sie eiskalt! Nein! Das stimmte nicht! Ich wusste, dass Bill mich liebte, und ich ihn! Er empfand etwas für mich! Das wusste ich! Und es ging mir nur bei ihm gut! Ich brauchte ihn!!
„Ich will zu Bill!“, schrie ich nun schon fast! Ich begann wieder einmal zu zittern! Ich brauchte ihn doch! Wo war er verdammt noch mal?! Ich heulte nun ohne Hemmungen und brach schließlich wieder zusammen. Ich saß auf dem Boden und weinte. Ich wollte zu Bill! Bill! Bill! Bill! Bill! Das war alles was ich denken und sagen konnte!!! Bill!

Kapitel 29

Wir waren mittlerweile schon eine halbe Stunde unterwegs. Ich hatte Oberhausen hinter mir gelassen. Wir waren vom Krankenhaus aus gefahren. Tante Vivian hatte alle Sachen aus meinem Zimmer in den Koffer gepackt und ihn uns vorbei gebracht. So hatte ich keine Möglichkeit mehr gehabt Bill, Tom, Meira, und den Rest zu sehen. Ich war traurig zu gehen, doch ich hatte keine Wahl. Es tat weh Bill zurück zu lassen und ihm nie wieder in seine wunderschöne Augen sehen zu können. Seid dem Tag im Krankenhaus war ich nur noch traurig gewesen und hatte keine Lust mehr dazu gehabt noch weiter zu leben. Meine Eltern taten so als wäre nichts passiert. Außerdem hatten sie mir mein Handy entnommen und das war die einzige Nummer die Meira und der Rest von mir hatten. Sie versuchten mich wieder wie vorher von allem was Spaß machen könnte fernzuhalten, doch ich nahm mir vor dies nicht zu zulassen. Sie würden mir nicht noch einmal vorschreiben wie ich zu leben hatte, das hatte ich mir versprochen! Es war mein Leben und ich wollte Spaß haben!
Alle im Auto schwiegen. Ich schaute aus dem Fenster und zählte die an uns vorbeirauschenden Bäume. Etwas besseres hatte ich nicht zu tun. Ich hatte schon den letzten Tag nur nachgedacht, sodass ich jetzt nicht mehr denken wollte. Ich fühlte momentan nichts mehr. Keine Freude, keinen Hass, keinen Schmerz, nichts! Ich war leer. Irgendwann nahm ich mir meinen Mp3player und hörte Musik. Natürlich Tokio Hotel. Schon beim ersten Lied kamen mir die tränen. Ich dachte an die Zeit die ich mit ihnen verbracht hatte. Es waren so glückliche Stunden gewesen! Unsere erste Begegnung, im Zimmer mit den vielen Fenstern. Ich schmunzelte. Dann unsere Begegnung beim Abendessen. Schon damals hatte Bill sich um mich gesorgt. Unser gemeinsamer Clubabend und mein Zusammenbruch. Bill war so lieb gewesen. Dann hatte ich ihm alles erzählt, und er hat zugehört. Mittlerweile rannen die Tränen über meine Wangen. Dann auch noch unser Kinotag. Der schönste Tag meines Lebens. Wenn ich an den Kuss dachte bekam ich jetzt noch ein Kribbeln im Bauch. Es war wirklich eine andere Welt gewesen. Doch anscheinend wollte man mir nicht gestatten in dieser zu leben.
Ich schaute weiter aus dem Fenster und nach einer weiteren halben Stunde waren wir wieder zu Hause. Nein! Das war nicht mein zu Hause. Das war mein Gefängnis! Mein Zuhause war Oberhausen! Aba nich Stuttgart bei meinen Eltern. Gezwungen betrat ich das Haus. Ohne ein weiteres Wort ging ich mit meinem Koffer die Treppe hoch in mein Zimmer. Hier schaute ich mich um. Alle alten Erinnerungen kamen wieder in mir hoch! Doch ich würde etwas ändern!
Schnell riss ich meinen Koffer auf und durchwühlte meine Klamotten. Ich schnappte mir eine zerrissene Jeans und ein kaki farbenes Top mit Ed Hardy Auftrug. Ich rannte ins Bad und sprang unter die Dusche. Es war toll, wie das warme Wasser so auf mich prasselte. Es fühlte sich an, als ob dadurch eine große Last von meinen Schultern fallen würde.
Dann schlüpfte ich in die Klamotten und föhnte meine Haare. Ich legte Maskara und Kajal auf und schminkte mir meine Augen richtig stark schwarz. Ab jetzt würde sich etwas ändern!! Der Satz hallte in meinem Kopf auf und ab.
Als ich fertig war schnappte ich mir den Haustürschlüssel und rannte die Treppen runter. Als mich meine Eltern sahen erschraken sie. Meine Mutter stieß sogar einen kleinen Schrei aus. Es tat gut zu sehen, dass ich nicht ihren Erwartungen entsprach. Ich grinste:
„Was denn? Gefall ich euch nicht?“, fragte ich sarkastisch, da ich ihre Antwort ja schon kannte.
„So kannst du doch nicht aus dem Haus gehen!“, zischte mein Vater.
„ohh doch! Das kann ich! Und das mach ich!“, erwiderte ich.
„nein! Das wagst du nicht!“, rief meine Mutter.
„wollen wir wetten?“, grinste ich.
„ich bin bei Mimmi!“, rief ich noch bevor ich dann aus dem Haus stürzte.
Ich hörte noch wie meine Eltern mir hinterher riefen, doch ich beachtete sie nicht. Es tat gut in den Klamotten Rumzulaufen und ich war selbstsicher wie nie zuvor.
Bis zu Mimmi waren es nur 10 Minuten. Als ich vor der Haustür stand atmete ich noch mals tief durch. Ich wusste, dass es mit Mimmi nicht so sein würde, wie mit Meira, Tom, Bill, Georg oder Gustav, doch es wär besser als alleine.
Ich klingelte und hörte ihre Stimme aus der Freisprechanlage:
„Bucher, Hallo?“, ertönte ihre Stimme an mein Ohr.
„Hey Mimmi, ich bins, Pia, kann ich rein?“
„was? Seid wann bist du denn wieder da? Aba ja klar, moment…“, dann war sie weg und kurze Zeit später öffnete sie mir sie Tür. Ihr Gesicht als sie mich sah war zum Wegwerfen! Ich grinste.
„siehts so schlimm aus?“, fragte ich ironisch.
„du… du… Pia?“, brachte sie nur heraus.
„Jap, das ist mein Name! Du kannst mich aba auch einfach Nikolaus nennen.“, scherzte ich und wunderte mich gerade selbst wie stark ich mich verändert hatte.
Sie lachte und starrte mich immer noch weiterhin ziemlich erstaunt an.
„was ist mit dir geschehen?“, fragte sie.
„vieles! Aba kann ich vllt erst ein mal reinkommen?“, fragte ich. Sie Nickte. Wir gingen in ihr Zimmer und sofort erzählte ich ihr alles. Von der ersten bis zur letzten Minute. Sie starrte mich an als wäre ich vom Mars.
„Wow!“, brachte sie nur heraus. Sie hatte tränen in den Augen, so wie ich!
„is das traurig!!! Und du bist jetzt echt mit Bill zusammen?“, fragte sie.
Ich zuckte mit den Schultern.
„ich war! Was jetzt ist weiß ich nicht!“, gestand ich ihr.

Kapitel 30

„Mann Mann…!“, stöhnte sie. Wir unterhielten uns noch eine Weile und gegen 9 Uhr ging ich dann wieder nach Hause.

5 Wochen später

Mittlerweile war wieder Schule. Ich kleidete mich modern und schminkte mich. Außerdem hatte ich mittlerweile schon eine 2 in Mathe geschrieben, und nicht wie immer eine 1, worauf ich sehr stolz war. Das hörte sich jetzt vllt blöd an, doch mit jeder Tat, die nicht der Erwartung meiner Eltern entsprach ging es mir besser. Ich hatte auch einige ‚freunde’ gefunden. Richtige Freunde waren es nicht, doch ich konnte etwas mit ihnen unternehmen! Ich wollte gar keine Richtigen Freunde finden, da diese immer Meira, Bill, Tom, Georg und Gustav bleiben würde. Sie hatten mir beigebracht zu leben, und dafür war ich ihnen über alles in der Welt dankbar.
Sie hatten sich nicht mehr bei mir gemeldet. Ich war irgendwie schon sehr enttäuscht, dass sie mir nicht mal einen Brief geschrieben hatten. Die meiste Zeit meines Lebens saß ich auf meinem Bett, hörte laut Tokio Hotel und weinte. Ich war nicht richtig glücklich, doch auch nicht mehr so tot wie vor meinem Aufenthalt in Oberhausen!
Mein Dad hatte alles so geregelt, dass ich nicht mehr die Haustür aufmachen durfte, nicht mehr das telefon abnehmen durfte und mein Handy hatte ich auch noch nicht zurück. Ach ja… die Post durfte ich auch nicht öffnen, ohne es von meinem Vater absegnen zu lassen. Eigentlich war das hier wirklich wie im Gefängnis. Mit meinen Eltern redete ich kein Wort mehr und ich ging nur noch zum Essen aus meinem Zimmer. Es war nicht schön so zu leben, doch ich hatte ja schließlich keine andere Wahl.
In 2 Tagen war die Brav-Super-Show und Mimmi und ein paar weitere ‚freunde’ hatten schon ausgemacht, dass wir uns treffen würden um diese gemeinsam zu schauen. Ich war zwar nicht wirklich heiß drauf, da ich nicht mal wusste wer da kommen würde, doch es war besser als alleine im Gefängnis zu sitzen!!!
Heute war Donnerstag und wir hatten Freitag frei. Ich stand um viertel nach 6 auf! Eine halbe später als früher. Ich hüpfte unter die Dusche und schlüpfte in meinen Kaki Minirock und mein schwarzes Top. Die Klamotten von Oberhausen waren mir heilig und ich liebte sie einfach. Jedes Kleidungsstück weckte eine bestimmte Erinnerung in mir. Dann schminkte ich mich, so schwarz wie immer. Danach zog ich mich an und rannte zurück in mein Zimmer. Ich packte meine Schulsachen und hüpfte die Treppen runter in die Küche. Dort schmierte ich mir erst einmal ein Brot mit ordentlich Nutella, ganz ungesund^^. Ich aß es allerdings nicht im Haus, da ich keine Lust hatte meinen Eltern über den Weg zu laufen, sondern schlenderte damit zur Busse. Dort warteten auch schon Mimmi und Paul.
„morschen!“, begrüßte ich sie. Sie lächelten.
„Morgen Pia!“, begrüßte mich Paul. Er war ganz nett. Mit ihm konnte man irgendwie gut reden.
Dann wandte er sich wieder zu Mimmi und sie führten ihre Unterhaltung fort.
„also… ich hab im Internet für Bullet for my Valentine gestimmt. Ich finde die hams echt verdient!“, erzählte Paul. Ich hatte keine Ahnung um was es gerade ging.
„Echt?“, erwiderte Mimmi. „ne, also ich bin ja für Tokio Hotel!“ Bei dem Namen bildete sich ein Klos in meinem Hals. Tokio Hotel! Ich hörte zwar immer noch ihre cd, doch ich versuchte so wenig wie möglich an die Jungs zu denken! Es tat mir so weh, dass sie nicht einmal versucht hatten mich zu erreichen. So schnell hatten sie mich also wieder vergessen. Ich wusste wirklich nicht was ich davon halten sollte. Ich war verletzt und trotzdem dankbar. Dankbar dass sie mir beigebracht hatten zu leben und verletzt dass sie mich eben so schnell wieder vergessen hatten.
Ich lief zum Mülleimer und schmiss mein Nutellabrot weg. Plötzlich hatte ich gar keinen Hunger mehr.
„von was redet ihr eigentlich gerade?“, fragte ich schließlich die zwei.
„na von was wohl?!?! Samstag Abend?“, half mir Mimmi auf die Sprünge. Da war die Brav-Super-Show, aba was hatte das denn mit Tokio Hotel zu tun? Nun fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das konnte nicht sein! Oder doch?
„nein!“, rief ich.
Mimmi und Paul schauten mich verwirrt an.
„was is denn mit dir los??“, erkundigte sich Paul.
Ich schüttelte bloß den Kopf.
„Sag bloß nicht das Tokio Hotel zur Bravo-super-show kommen!!!“, rief ich und meine Beine begannen leicht zu zittern. Ich wollte sie nicht sehen! Dann würden doch alle Erinnerungen wieder hochkommen.
Mimmi legte einen Arm um mich. Nur sie wusste das. Ich hatte es sonst keinem erzählt und auch Mimmi hatte geschwiegen.
„Ich kann am Samstag nicht kommen!“, sagte ich nun. Paul schaute mich verwundert an.
„Was?!? Wieso denn nicht?“, fragte er verdutzt.
Mimmi wollte anscheinend dass ich kam und so versuchte sie auf mich einzureden.
„Ach Mimmi, du wirst sie vielleicht einmal sehn und das wars! Komm schon! Das wird bestimmt so ein toller Abend, den darfst du nicht verpassen! Ich hab mich doch schon so darauf gefreut das mit dir zusammen zu schauen.“
Ich hatte mich ja irgendwie auch gefreut mit den ganzen Leuten in Mimmis riesen großen Zimmer auf dem 16:9 Fernseher diese show zu schauen. Wahrscheinlich hatte Mimmi recht.
Langsam nickte ich und dann kam auch schon der Bus. Ich stieg ein und ließ mich auf einen Platz ans Fenster fallen. Dort schaute ich die Gegend an und hing meinen Gedanken nach

Kapitel 31

Die Schulstunden gingen schnell vorbei und die anderen fragten mich ob ich Lust hätte mit ihnen noch ein wenig in Stadt zu gehen. Ich hatte nicht wirklich große Lust, doch es wäre besser als im Gefängnis. Also lief ich mit ihnen in die Innenstadt. Nur die Mädels! Wir bummelten an den Schaufenstern vorbei und irgendwann blieb ich an einem stehen. In diesem hing ein großes Plakat. ED HARDY- die Trendmarke aus den Usa! Nur bei uns. Stand dort in großen Buchstaben. An der Puppe daneben entdeckte ich dann den Jeansmini, den Meira im Club getragen hatte. Was war das heute für ein Tag?! Überall holten mich die Erinnerungen ein. Was sollte das?! Hatte es jemand auf mich abgesehen? Das war doch nicht fair! Langsam stiegen mir die Tränen wieder in die Augen. Ich lief ohne etwas zu sagen die Treppen hoch und stürmte in das Geschäft. Meine Freundinnen hetzten mir hinterher. Wütend rannte ich auf die Verkäuferin zu und schrie:
„Was fällt ihnen ein?! Macht es ihnen etwa Spaß mich zu quälen?! Was soll das verdammt noch mal?! Es macht mich fertig!!! Warum sag ich ihnen das denn eigentich?! Das amüsiert sie doch bestimmt nur!!! Aba lassen sie mich etwas sagen: Das ist nicht lustig! Das ist einfach nur beschissen!!!“
Ich drehte mich um und rannte an meinen ziemlich verdutzten Mädels vorbei. Die Tränen rannten über meine Wangen, die Wangen, die Bill immer so lieb gestreichelt hatte. Und die Wangen, auf die meine Mutter geschlagen hatte. Das Leben war so gemein!
Ich rannte und rannte und dachte nicht im geringsten daran langsamer zu machen. Es tat gut, wie mir der Wind um die Ohren wehte. Ich lief und lief. Langsam baute sich auch wieder die Wut in mir ab und mir wurde gerade klar was ich da getan hatte! Mann! Das war ja mal wieder typisch! Die frau wusste doch gar nicht um was es ging! Ich musste lachen! Das war wirklich soooo typisch für mich! Ich schaffte es immer wieder mich zu blamieren! Aber mittlerweile hatte ich gelernt darüber zu lachen! Von Bill.
Augenblicklich verstummte mein Lachen wieder. Ich lief zur nächsten Busse und fuhr zurück ins Gefängnis!
Mal wieder saß ich in meinem Zimmer, hörte Tokio Hotel und weinte - wie so oft. Es war einfach alles so kompliziert und ungerecht! Ich weinte und irgendwann schlief ich einfach ein.
Als ich meine Augen öffnete war es schon hell. Ich schaute auf den Wecker neben meinem Bett. 11 Uhr! Zum Glück hatte ich heute keine Schule! Meine Eltern hätten mich garantiert nicht geweckt!! Das wär denen doch ganz Recht gewesen, wenn ich Ärger bekommen würde.
Ich tat den ganzen Tag nichts als Musik hören, ein wenig zeichnen (das hatte ich angefangen und ich liebte es) und weinen! Ich wusste nicht wie oft ich weinte in letzter Zeit, doch ich dachte mir irgendwie dass es nicht gesund war! Naja… wie sollte es schon schlimmer sein als es sowieso schon war.
Der Tag verging schnell und schon war Samstag. Ich frühstückte ausgiebig und irgendwie war ich extrem guter Laute. In meinem Zimmer nahm ich mir erst einmal ein paar Socken und schaltete dann meine Stereoanlage an. ‚girls just wanna have fun’ tönte daraus hervor. Lauthals sang ich mit und ich schnappte mir meine Bürste. Sie diente mir als Mikrofon. So hüpfte ich in meinem Zimmer herum und sang in meine Bürste:
„I come home in the morning light,
My mother says "When you gonna live your life right?"
Oh, mother, dear,
We're not the fortunate ones,
And girls,
They wanna have fu-un.
Oh, girls,
Just wanna have fun.“
Ich weiß, es war blöd, doch irgendwie erinnerte mich der Text an meine Situation. Eltern die wollen dass man sich um seine Zukunft kümmert, doch man selbst will leben und „fun“ haben! Ich wollte mein Leben genießen, so weit es natürlich möglich war und nicht die ganze Zeit nur büffeln und arbeiten!
Als das Lied zu Ende war ließ ich mich mit einem Seufzer aufs Bett fallen und starrte die Decke an.
Dann kam das nächste Lied, I wonder, vom freaky Friday Soundtrack:
„and i wonder if you ever think about me anymore
and i wonder if you ever think about me when your bored
and I wonder if you ever think about me when you're hangin' in New York.”
Dieses Lied stand bei mir immer für Bill. Dachte er wohl an mich? Hatte er mich schon total vergessen, oder gab es doch noch momente in denen sich seine Gedanken um mich drehten?
Schnell schaltete ich weiter und nach einer Stunde beschloss ich mich dann endlich mal fertig zu machen.

Kapitel 32

Ich lief die Straße zu Mimmi. Mittlerweile war es schon 7 Uhr und in ein bisschen mehr als einer Stunde würde die Show beginnen.
Ich hatte mich in eine zerrissene Jeans gesteckt und ein schwarzes Ed hardy shirt! Ich liebte die Marke einfach! Meine Haare hatte ich wie fast immer offen gelassen und meine Augen waren stark schwarz.
Langsam trottete ich die wenigen Straßen entlang, die zu Mimmis Haus führten. Das hier war ne ziemliche Bonzen Gegend! Überall standen überdimensionale Häuser, so dass unseres eigentlich total aus der Rolle fiel. Aber wie schon gesagt. Meine Eltern wollten am Boden bleiben, wie sie immer so schön betonten. Ich lachte in mich hinein. Meine Eltern waren schon irgendwo krank!
Nach wenigen Minuten stand ich dann vor Mimmis Haustür. Ich klingelte. Aus der Freisprechanlage meldete sich Paul.
„ja?“
„hohoho… ich bins, der Nikolaus!“, irgendwie war der Nikolaus schon zu einer Gewohnheit geworden. Ich machte ihn immer und überall.
Paul lachte.
„Moment, ich komme!“
Kurz darauf ging die Tür auf.
„Na?“, fragte ich.
„Du bist mal wieder die letzte...“, teilte er mir mit.
„Was heißt hier mal wieder ?!“, tat ich beleidigt und knuffte ihn in die Seite.
„is schon gut…ausnahmsweise…besser?“, lachte er.
Ich grinste.
„Viel besser!“
„super! Willst du dann mal reinkommen oder isses da draußen soooo schön?“
Ein weiteres Mal wurde er von mir in die Seite geknufft.
„Wenn du dich mal nicht so breit in der Tür machen würdest, würde ich auch reinkommen..“, scherzte ich.
„Pahh! Ich und breit!“, grinste er zurück. Mit ihm verstand ich ihn wirklich gut.
„jaaa! Schau mal, du versperrst den ganzen Eingang! An deiner Stelle würde ich mal nicht so viel Essen!“, lachte ich nun.
„Na warte!“, rief er und rannte auf mich zu. Schnell flüchtete ich vor ihm, doch er war um einiges schneller und hielt mich schließlich an meinem Bauch fest. Wir fielen auf den Rasen und mussten beide herzhaft lachen.
Langsam standen wir wieder auf und watschelten zur Tür.
„Siehste, jetzt wo du nicht mehr hier bist komm ich locker rein!“, neckte ich ihn weiter.
„Pia!!!!“, rief Paul von hinten. Ich musste lachen.
„Was denn?! Ich sag doch nur die Wahrheit!“, grinste ich!
„boahh ey! Wart bloß ab! Das wirst du heut noch bereuen!“, lachte er.
„na da bin ich ja mal gespannt!“, musste ich nun auch lachen.
Wir gingen die Treppen hoch und ich hörte schon die Stimmen von der ganzen Truppe.
„Hey Pia!“, wurde ich freudig begrüßt als ich im Türrahmen stand.
„Na? Hunger?“, fragte gleich Moritz. Ich nickte.
„siehste. Hab ich doch gesagt, dass sie auch essen will! Hätten wir doch schon bestellen können“, erklärte er Mimmi besserwisserisch.
„jaja… is ja gut!“, verdrehte diese die Augen.
Dann bestellten wir Pizza und machten es uns auf dem Matratzenlager bequem, das Mimmi hergerichtet hatte. Als es 20 Minuten später an der Tür klingelte sprangen wir alle nach einander auf und rannten hinunter. Hastig nahmen ich und Moritz ihm die Pizzen ab und rannten nach oben. Die empörten Rufe, wir sollten auf sie warten, überhörten wir und rissen die Schachteln auf!
„Guten appetit!“, grinste mich Moritz an und biss in das erste Stück.
„Gleichfalls!“, lachte ich und lies es mir ebenfalls schmecken. Ich hatte während diesen 6 Wochen 7 Kilo abgenommen, da ich wirklich nur noch sehr wenig aß. Außerdem hing es auch mit der Psyche zusammen, erklärte der Arzt, zu dem mich meine Eltern geschleppt hatten. An mir war wirklich nicht mehr sonderlich viel Fleisch. Nicht dass ich magersüchtig wär, nein, aba ich war einfach extrem dünn! Meine Freunde hatten dies auch bemerkt und bei jeder Party etc. versuchten sie mich mit essen voll zustopfen, was mir gar nicht gefiel. Essen machte keinen Spaß wenn man nicht glücklich war, und das war ich garantiert nicht.
Auch heute aß ich nur eine viertelse Pizza, was meine Leute gar nicht toll fanden. Doch ändern konnten sie es auch nicht, dafür war ich viel zu dickköpfig.
Eine halbe Stunde später waren wir alle auf den Matratzen und schauten in den Fernseher. Die Show konnte beginnen!

Kapitel 33

Oli Pocher moderierte die Show. Ich fand ich total lustig und freute mich nur noch mehr! Es begann auch gleich mit einer Parodie über die Hits 2005. Es war so lustig wie er da rumhampelte! Ich musste die ganze Zeit durch lachen!
Als diese zu Ende war erzählte er welche großartigen Gäste heute kamen. Us5, Lafee, blablabla und Tokio Hotel! Mein Bauch krampfte kurz. Ich hatte Angst davor sie zu sehen! Richtig schlimm Angst. Ich wusste nicht wie es sein würde. Doch mein Gott! Ich würde es überlegen!
Dann kam der erste auftritt: Marc Terenci. Ich fand den Typ echt lächerlich. Machte einen auf Rocker. Dabei war der doch genauso ein typischer amerikanische „schönling“ wie alle anderen. Us 5, Backstreet boys. Sie alle waren die typischen „prinz Charmings“.
Ich fand sie alle einfach nur zu perfekt! Ich mochte es, wenn ein Mensch auch kleine Fehler hatte. Die machten einen dann wieder zu etwas besonderes.
Der Auftritt war schrecklich und auch der Applaus hielt sich in Grenzen. Im Zimmer bei uns wurde er ausgebuht^^!
Die Show ging weiter und das beste waren die Sprüche von Olli Pocher! Er war einfach zu lustig. Irgendwann verschwand ich auf dem Klo. Tokio Hotel waren bisher noch nicht da gewesen und dafür war ich sehr dankbar.
Als ich wieder zurückkam war anscheinend gerade eine Laudation gewesen, denn ich bekam nur noch mit wie so ein alter Typ den Umschlag öffnete. Schnell setzte ich mich neben Paul und lauschte dem Mann.
„and the winner is…“; sagte er langgezogen. Ich wusste nicht mal welche Kategorie es war, geschweige denn wer nominiert war, doch es war trotzdem spannend.
„Tokio Hotel!!“, reif er und die Halle fing an zu toben. Was?!?! Hatte er gerade Tokio Hotel gesagt?! Nein! Ich wollte sie nicht sehen! Bitte! Nein! Ich hatte Angst! Bitte nicht!
Mein Bauch verkrampfte sich und schon sah ich die vier Jungs auf die Bühne kommen! Sofort stiegen mir die Tränen in die Augen. Da waren sie wieder. Die wunderschönen braunen Augen! Bills Augen. Allerdings strahlten sie meiner Meinung nach nicht so wie sonst. Etwas trauriges, leeres lag in ihnen. Ach quatsch! Wahrscheinlich sah ich durch meine Tränen in den Augen nicht mehr richtig!
„wow!!!“, rief Bill ins Mikro und sofort war es um mich geschehen. Diese Stimme! Ich heulte hemmungslos. Ich schluchzte laut und die Tränen rannten über meine Wangen.
„Hey… was ist denn los?“, fragte Paul und legte seinen Arm um mich, doch ich wollte nicht reden! Die Jungs hatten schon mit ihrer Dankesrede begonnen und Bill und Gustav waren schon durch. Nun kam Tom. Er dankte der Familie und en Freunden und dann sagte er noch einen Satz, der mich wieder richtig aufpassen lies:
„ach und außerdem danke ich ganz ganz doll meiner Süßen, Meira!“
WoW! Sie hatten es geschafft! Sie waren zusammen! Ich wusste es doch. Zwischen ihnen lag eine solche Spannung, es war klar dass sie zusammen kamen! Ich grinste. Ich freute mich für sie. Sie war bestimmt glücklich! Und das gönnte ich ihr! Von ganzem Herzen.
Nun war Georg an der Reihe. Er bedankte sich beim ganzen Produzenten Team und so weiter.
Puhhh…ich freute mich dass es fertig war! Doch da hatte ich mich wohl getäuscht. Bill ging ein zweites Mal zum Mikro. Oh nein! Ich wollte nicht noch einmal seine Stimme hören. Ich heulte doch so schon genug.
„und außerdem noch jemanden ganz wichtiges. Es ist jemand, der mir vieles gezeigt und beigebracht hat und durch den ich vieles schätzen gelernt habe! Danke! Pia, ich vermisse dich!“, sagte er in die Kamera und sein Blick war traurig und leer. Was?! Hatte er gerade gesagt er vermisst mich?! Nein! Das kann nicht sein! Das- wieso verdammt noch mal meldete er sich dann nicht bei mir?!
Tom griff zum Mikro:
„Nein! WIR vermissen dich!“, sagte er und die anderen zwei nickten.
Verdammt! Tat das weh! Mein Herz! Es fühlte sich an als würde es zerbrechen und verwesen. Es war als wäre es einfach nicht mehr da.
Die Jungs hatten mittlerweile die Bühne verlassen. Ich saß nur da und schaute in die Leere. Außerdem rannten mir die Tränen in Strömen über die Wangen. Sie vermissten mich?! Verdammt! Ich verstand die Welt nicht mehr!!! Wieso meldeten sie sich dann nicht bei mir!!!??!! Das war alles so gemein.
Ich hörte wie die anderen sich unterhielten, doch es war mir egal. Ich saß einfach nur da und weinte! Wieso?! Wieso!!! Diese Frage hallte durch meinen Kopf, doch ich fand keine Antwort.
Ich bemerkte wie mich jemand in den Arm nahm und am Geruch konnte ich schließen dass es Mimmi war. Sie wusste was los war und als ich mich von ihr löste konnte ich Tränen in ihren Augen erkennen. Ich versuchten zu grinsen:
„wieso weinst du?“, stieß ich hervor.
Sie lächelte und eine weitere Träne bahnte sich den Weg über ihre Wange.
„Das ist so traurig!“, schluchzte sie.
Ich lächelte sie dankend an und nahm sie dann wieder in den Arm. Sie war so lieb!

Kapitel 34

Der Abend war für mich gelaufen! Ich schaute stur in die Leere und sagte oder hörte nichts mehr. Ich fragte mich nur Wieso! Wieso um alles in der Welt?!
Beim Auftritt der vieren ging ich aufs Klo und zog mich um. Ich schief nicht gut. Die ganze Zeit schauten mich zwei große braune Augen an und der Satz ich vermisse dich und die Frage Wieso hallten immer wieder durch meinen Kopf. Am nächsten Morgen frühstückte ich nicht. Ich war einfach total am Boden. Ich wusste einfach nicht was ich davon halten sollte.
Sofort ging ich ins Gefängnis und schmiss mich auf mein Bett. Den Rest des Tages weinte oder schrie ich. Ja, ich schrie. Ich schlug mit den Fäusten an die Wand und schrie! Immer und immer wieder. Danach fiel ich dann auch immer auf mein Bett zurück und weinte. So ging das den ganzen Tag, bis ich schließlich einschlief.
Urplötzlich wachte ich auf und saß kerzengerade in meinem Bett. Mir war gerade etwas klar geworden! Ich würde nie eine Antwort bekommen, wenn ich mich nicht drum bemühen würde! Ich müsste die Antwort suchen! Und finden!
Schnell sprang ich auf. Auf dem Wecker sah ich dass es erst 5 Uhr war. Das war mir egal! Ich war nicht müde! Aus einer Ecke zog ich hastig eine Reisetasche und warf alle möglichen Klamotten hinein. Dann ins Bad unter die Dusche. Ich beeilte mich und föhnte nicht einmal meine Haare. Hastig schlüpfte ich in eine zerrissene jeans und ein braunes T-shirt. Dann holte ich Waschzeug und warf diese ebenfalls in die Tasche. Ich rannte zu meiner Dose, in der ich die ganzen Ersparnisse hatte und krallte mir 300 Euro. Das müsste reichen! Ich wusste ja noch nicht wo mich diese Reise verschlagen würde!
Schnell sprang ich die Treppen hinunter und stürzte aus dem Haus. Es war Oktober und noch richtig warm, von daher benötigte ich keine Jacke. Ich lief zur Busse und las den Plan. In 4 Minuten kam der nächste, der in Richtung Bahnhof fuhr. Ich wartete und als der Bus hielt sprang ich schnell ein.
Am Bahnhof herrschte das pure Chaos. Heute war Sonntag und viele reisten ab, bzw. an! Ich schaute auf die Anzeigetafel. Der nächste Zug nach Oberhausen würde in einer halben Stunde fahren. Ich holte mir ein Ticket und schlenderte dann an den Geschäften vorbei. Zwischendurch kaufte ich mir einen Kaffe, extraschwarz, da ich doch sehr erschöpft war und vor allem seit ber einem Tag nichts mehr gegessen hatte. Ich war zwar nicht hungrig, doch mein Bauch knurrte an einem Stück. Uns so beschloss ich ihn mit Kaffe zu füllen. Ich kam an einem Zeitungsgeschäft stehen. Auf der neuesten Bild waren die Jungs zu sehen, wie sie gerade den Otto in Empfang nahmen. Als Titel stand dort: Pia - wer ist diese Unbekannte? Ich musste grinsen. Wieso machten die medien bloß immer um alles solch einen Wind? Das war doch kein bisschen interessant!
Ich ging weiter und vertrieb mir so die Zeit. Pünktlich um halb 7 kam dann auch der Zug. Ich stieg ein und setzte mich auf den nächsten freien Fensterplatz. Während der Fahrt starrte ich auf die Häuser und Bäume die an uns vorbeirauschten und hin meinen Gedanken nach. Ich hatte vor als erstes ins Hotel zu gehen. Vielleicht würde ich dort ja Laura treffen. Meira über den Weg zu laufen hatte ich Angst. Wir hatten keinen Kontakt mehr gehabt und auch sie war nicht auf die Idee gekommen sich bei mir zu melden! Ich hatte Angst dass die Wut in mir hochsteigen würde und das wollte ich ihr nicht antun! Ich hatte mich in den ganzen Wochen immer wieder ziemlich vergessen gefühlt. Und sehr sehr einsam. Die wichtigsten Menschen in meinem Leben waren nicht bei mir gewesen und sich nicht einmal gemeldet. Das hatte mich sehr verletzt!
Wir fuhren noch ziemlich lange und ich dachte immer wieder darüber nach was ich erwartete zu erfahren. Doch ich wusste es selbst nicht so genau. Ich hoffte irgendwie dass alles wieder so werden würde wie in dieser einen Woche, doch daran glaubte ich selbst nicht! Es war schwer zu erklären doch ich wusste auf der einen seite nicht was ich eigentlich macht, auf der anderen Seite allerdings tat ich es ohne zu überlegen.
Eine Stunde später ertönte dann schließlich „Hauptbahnhof Oberhausen“ aus dem Lautsprecher. Ich setzte mich auf und schnappte mir meinen Koffer aus der Gepäckablage. Dann stieg ich aus. Ich war hier noch nie gewesen, doch ich fand mich trotzdem ziemlich gut zurecht und kurze Zeit später stand ich im Eingang. Schnell suchte ich mir ein freies Taxi und stieg ein.
„Hotel *******“, sagte ich und somit setzte sich das Auto in Bewegung.

Kapitel 35

Nun stand ich wieder da wo ich auch vor 6 Wochen stand. Vor dem wunderschönen und edlen Eingang des Hotels meiner Tante Vivian.
Mal wieder verkrampfte sich mein Magen und ich bekam Angst. Was erwartete ich eigentlich?
„Madame, kann ich ihnen etwas abnehmen?“, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ich zuckte zusammen und schaute in das Gesicht eines roten Männchens. Ich grinste. Die hatte ich irgendwie vermisst.
„ähhmm... nein, danke, ich bin kein Gast!“, sagte ich und das rote Männchen verschwand wieder. Nun stand ich hier vor dem Eingang und ganz viele Szenen spielten sich vor meinen Augen ab. Meine erster Tag, mein Zusammenbruch. Ich hatte Angst dort hinein zugehen! Es würde alles wieder auf mich zu kommen! Alle Erinnerungen!
Doch ich war hier und da musste ich jetzt durch, das wusste ich.
Langsam setzte ich einen Fuß vor den anderen! Ich ging die Treppen hoch und betrat die Eingangshalle. Mein Blick fiel sofort auf die Rezeption. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Laura war nicht da. Ich atmete tief durch. Irgendwie hatte ich Angst ihr zu begegnen!
„Pia?“, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ich drehte mich zur seite und sah in ein mir vertrautes Gesicht. Lauras Gesicht. Sofort war mein Puls wieder auf hundertachtzig! Da hatte ich mich wohl zu früh gefreut!
„Pia!!!“, rief sie nun und rannte auf mich zu. Sie nahm mich stürmisch in den Arm und mir flossen die Tränen übers Gesicht! Wie hatte ich sie vermisst. Ich drückte sie ganz fest und wollte sie nicht mehr los lassen! So standen wir eine ganze Weile und hielten uns einfach in den Armen. Ich weinte durchgehend. Es war eine Mischung aus Freude und Trauer.
Schließlich ließen wir wieder voneinander ab. Sie schaute mir in die Augen.
„Wie geht’s dir? Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht! Ich saß so oft da und habe an dich gedacht! Komm mit, du musst mir vieles erzählen!“, redete sie in gewöhnlicher Schnelligkeit und schob mich mit ihr hinter die Theke! Ich lies es zu und folgte ihr. Dort setzten wir uns auf zwei Stühle im hinteren Raum und ich musste ihr erst alles vom Krankenhausaufenthalt erzählen. Ich lies nichts aus. Dann über mein Leben im Gefängnis! Sie hörte zu und mit einem schockierten Gesichtsausdruck schüttelte sie oft empört den Kopf. Dann erzählte ich ihr das mit der Show und der Rede und schließlich wieso ich hier war, obwohl ich das selbst nicht so wusste.
„Pia, ich glaube du solltest mal mit Meira reden. Ihr habt euch einiges zu sagen, glaub mir! Und ich will das nicht tun, das sollt ihr schon selbst regeln!“, sagte sie schließlich nachdem ich ihr auch erzählt hatte dass sich nie jemand bei mir gemeldet hatte.
„Ich weiß, aber ich habe Angst!“, gestand ich ihr dann mit herunterhängendem Kopf.
„Wovor hast du denn Angst? Das brauchst du nicht, glaub mir!“, versuchte sie mich ein wenig aufzumuntern. Ich lächelte sie an:
„danke!“, hauchte ich.
„Ach, du brauchst dich doch für nichts zu bedanken! Komm mit, Meira ist zu Hause! Ich fahr dich hin, ok?“, fragte sie.
Ich atmete tief durch.
„ok…“, murmelte ich dann.
Laura holte Tony der mich auch erst wieder ganz lieb begrüßte und bat ihn die Stellung zu halten. Dann gingen wir raus und stiegen in ihren roten Audi. Wir fuhren eine Weile schweigend. Dann unterbrach ich die Stille:
„laura?“
„mhh?“
„wie ist es Meira eigentlich gegangen als ich weg war?“, fragte ich vorsichtig.
„na wie wohl! Sie war total am Boden, genauso wie die anderen! Sie hat sich wochenlang im Zimmer eingeschlossen und getrauert. Du bedeutest ihr sehr viel, weißt du?“, erzählte sie mir.
Ich nickte:
„ja, sie mir auch! Sehr viel!“
Laura lächelte mich lieb an und konzentrierte sich dann wieder auf die Straße. Mich beruhigte es dass sie mich vermisst hat und nicht einfach ganz normal weitergelebt hat. Das hört sich jetzt vielleicht egoistisch an, doch ich war froh, dass ich ihr etwas bedeutet hatte. Ich war froh, dass sie mich anscheinend genauso mochte, wie ich sie. Allerdings hatte ich immer noch Angst davor wie sie auf mich reagieren würde. Ich fragte mich wieso sie sich nicht bei mir gemeldet hatte wenn sie mich doch so vermisst hatte. Wieso hat sie mir keinen Brief geschrieben, oder mich angerufen oder irgendwie anders versucht mich zu erreichen?! Wieso?!
Mir kamen die Tränen – mall wieder! Doch bevor ich irgendetwas sagen oder tun konnte bogen wir in eine Einfahrt und hielten vor einem sehr gemütlich aussehenden Haus. Es sah irgendwie urig aus! Nicht so steif und streng wie unser Haus.
Laura stieg aus und ich tat es ihr gleich.

Kapitel 36

Ich sah Laura zu wie sie die Tür zu schloss und mit jeder Umrundung des Schlüssels verkrampfte sich mein Bauch mehr. Was tat ich hier eigentlich? Was war wenn Meira mich gar nicht sehen wollte? Ich hatte solche Angst ihr unter die Augen zu treten! Ich wusste ja nicht was in der Zeit alles so passiert war! Gut, ich wusste dass sie mit Tom zusammen war, aba was wenn sie mittlerweile eine andere bessere Freundin gefunden hatte als mich? Außerdem hatte ich auch eine kleine Wut auf sie. Wieso hatte sie sich nicht gemeldet verdammt noch mal!?!
Ich vernahm ein leises Klacken und schon flog die Tür auf. Laura lächelte mir lieb zu und betrat dann das Haus. Ich zögerte, atmete dann jedoch tief ein und setzte den ersten Schritt in das Haus. Dann den zweiten und schließlich den dritten. Nun stand ich im Flur und ich wusste es gäbe jetzt kein Zurück mehr!
Das Haus war richtig schön eingerichtet! Alles war sehr hell gehalten und man fühlte sich von der ersten Sekunde an wohl!
„Deine Schuhe kannst du da abstellen!“, riss mich Laura aus meinen Gedanken und deutete auf einen Platz unter dem Jackenständer. Ich lächelte dankend und tat was sie sagte. Dann drehte ich mich wieder zu ihr.
„Also Meira ist oben in ihrem Zimmer. Das ist die zweite Tür rechts. Klopf einfach an und geh dann rein.“, erklärte sie mir und lächelte mich ganz lieb an. „viel Glück!“
Und damit verschwand sie in einem anderen Raum. Ich stand vor der Treppe und atmete ganz tief ein und aus. Langsam setzte ich einen Fuß vor den andren und ging dann dir Treppe hoch. Mit jeder Treppenstufe die ich hinter mir lies schlug mein Herz ein Tick schneller. Ich hatte solche Angst. Und doch war ich wütend. Auf der anderen Seite freute ich mich sogar. Es herrschte ein Mischmasch der Gefühle in mir und ich wusste nicht was ich denken oder tun sollte. Plötzlich fielen mir die Worte ein, die Meira einst zu mir gesagt hatte:
„denk nicht drüber nach was du tust, sondern tus einfach!“
Sie hatte Recht gehabt! Wozu sollte man sich all die Gedanken machen?! Ich musste mich von meinem Herz leiten lassen, und das sagte mir, dass ich da jetzt rein müsste.
Ich war vor der Tür angekommen. Jetzt war es soweit. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, hob meine Hand und klopfte. Sekunden der Stille. Dann:
„herein!“, das war sie. Meiras Stimmt. Sie war wie ein Schlag ins Herz.
Langsam drückte ich die Türklinke nach unten und öffnete die Tür die in Meiras Zimmer führte. Und dort saß sie. Ihre langen blonden Haare hingen glatt herunter und ihre braunen Augen weiteten sich bei dem Blick auf die Person die jetzt in ihr Zimmer trat! Mich!
Sie war anscheinend gerade am telefonieren, denn die hatte ihr Handy am Ohr. Sie schmiss es auf ihr Bett und kam auf mich zu.
„Das- das kann nicht sein!“, sagte sie mit Tränen in den Augen.
„Das- „, weiter kam sie nicht, denn sie fiel mir einfach um den Hals. Ich erwiderte die Umarmung und auch mir stiegen mal wieder Tränen in die Augen. Es tat so gut sie wieder bei mir zu haben! Ich hatte sie doch so vermisst! Für einen kurzen Moment verflogen alle Fragen und die ganze Wut aus meinem Bauch und ich verspürte nur noch Freude! Endlich war sie wieder da!
Sie löste sich von mir und sah mir tief in die Augen.
„dein Handy….“, flüsterte ich und grinste.
„ohhh!“, stieß sie nur aus und rannte wieder zum Bett auf dem ihr Handy lag.
„Tom?“, rief sie hinein. Tom war also dran! Ich musste grinsen. Ich wusste schon damals dass sie zusammen gehörten.
„Du… sorry aba ich kann nicht…. Erzähl ich dir später… ja, ich dich auch! tschüüü!“, machte sie schnell.
Dann kam sie wieder auf mich zu und grinste.
„Ich hab dich so vermisst!“, sagte sie.
Das hätte sie nicht sagen dürfen. Augenblicklich übernahm wieder die Wut der Oberhand und ich funkelte sie böse an.
„ach ja?! Und warum verdammt noch mal hast du dich dann nicht bei mir gemeldet?!“, rief ich und die Tränen flossen in Strömen.
„du wolltest das ja anscheinend nicht!“, gab sie zurück und ihr Blick war verletzt. Was redete sie denn da?!
„Von was um alles in der Welt sprichst du?! Ich saß Wochen lang in meinem Zimmer und habe darauf gewartet dass sich einer von euch bei mir meldet! Aba nein! Ihr hattet mich ja anscheinend alle wieder ganz schnell vergessen!“, rief ich. Es tat so weh, diese Gedanken alle nochmals zu durchleben!
„Jetzt mach mal halblang! Wir haben alles versucht um mit dir irgendwie in Kontakt zu treten. Alles haben wir versucht. Doch immer wieder wurde uns nur gesagt dass du nichts mit uns zu tun haben willst!!!“
„Was redest du denn da?! Wie habt ihr denn versucht mit mir in Kontakt zu treten und wer verdammte scheiße soll euch so etwas erzählt haben?!“

Kapitel 37


„Wir haben alles versucht, Pia!!! Wir haben ständig bei dir angerufen, dir Briefe geschrieben und wir sind auch sogar einige Male zu dir gefahren und haben geklingelt!!! Aba alles was wir immer wieder gesagt bekamen war, dass du nichts mehr mit uns zu tun haben willst!!! Natürlich haben wir das nicht geglaubt, doch als es nach 4 Wochen immer noch so war, mussten wir uns wohl langsam damit abfinden, dass wir für dich nichts wichtiges waren!“, schrie sie mich an. Moment mal!!! Sie waren da? Sie haben mir Briefe geschrieben und mich angerufen?? Das…das konnte ich nicht glauben!
„Wer hat euch das gesagt?“, fragte ich nun ganz leise. Ich schaute Meira tief in die Augen.
„Na deine Eltern!“, antwortete sie mir und auch ihre Stimme hatte sich wieder beruhigt. Ich lies mich aufs Bett fallen und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. So langsam wurde mir alles klar. Ich war ihnen gar nicht egal. Sie waren sogar zu mir gekommen und hatten geklingelt! Doch meine beschissenen Eltern hatten ihnen so eine Lüge aufgetischt! Verdammt! Ich begann nun wirklich hemmungslos zu heulen. Meira setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Ich war ihr sehr dankbar.
„ich hasse sie!“, murmelte ich.
„wen?“, fragte Meira nach.
„Meine Eltern! Ich hasse sie soooo sehr!“
Meira nahm mich fester in dem Arm.
„psssst… wir werden schon eine Lösung finden! Jetzt bist du ja da, und ich verspreche dir, du wirst nicht wieder zurück zu deinen Eltern gehen, dafür werde ich schon sorgen!“, flüsterte sie.
„danke…“
Ich saß da in ihren Armen und zum ersten Mal seit der letzten 6 Wochen fühlte ich mich wieder wohl und geborgen.
„Meira… ich wollte nicht dass ihr geht, ich wusste nicht mal dass ihr bei mir wart, geschweige denn dass ihr angerufen habt…“, erklärte ich ihr.
„Wie? Haben dir deine Eltern das etwa nicht mitgeteilt?“, fragte sie überrascht.
„Nein… eben nicht. Ich habe mit meinen Eltern sowieso kein Wort mehr geredet!“
Meira seufzte und fuhr dann fort:
„Tut mir leid dass ich dich eben angeschrieen hab, aber weißt du, wir haben uns alle total Sorgen um dich gemacht. Erst das mit deinem Zusammenbruch. Deine Eltern hatten dem Arzt erzählt, dass du nur wegen uns so viel Stress hattest und so durften wir dich nicht besuchen. Dann ist irgendwann eine Freundin von mir zum Krankenhaus gefahren, da ich sie gebeten hatte dir einen Brief von uns zu geben. Allerdings hat sie uns dann mitgeteilt dass du nicht mehr da warst sondern wieder in Stuttgart. Erst mal waren wir verwirrt, da wir nicht wussten wieso du wieder da hin wolltest, doch dann ist uns eingefallen, dass du wohl von deinen Eltern gezwungen wurdest. Naja…wir waren total traurig und fertig, und dann wollten wir dich anrufen, doch an dein Handy ging keiner ran…“
„dad hat es mir abgenommen…“, erklärte ich.
„das haben wir uns dann auch gedacht. Dann haben wir deine Nummer von Stuttgart ausfindig gemacht und dort angerufen. Doch da is immer nur dein Vater rangegangen und der hat uns eben gesagt dass du uns nicht sprechen willst. Wir hatten das selbstverständlich nicht geglaubt, und so haben wir dir Briefe geschickt, doch entweder kamen sie wieder zurück, oder wir haben gar keine Antwort bekommen. Wir waren alle ziemlich fertig und wussten nicht wie wir sonst mit dir reden konnten. Dann kamen wir auf die Idee bei dir vorbeizuschauen, doch wie hätte es auch anders sein können hat uns dein Vater geöffnet.“
„und der hat euch erzählt dass ich nichts mit euch zu tun haben wollte, stimmts?“, folgerte ich daraus.
Meira nickte.
„Wir haben es noch ewig versucht, doch irgendwann mussten wir einsehen dass es sinnlos war. Und nach der Zeit kam dann auch die Wut, dass du uns vllt doch nicht sehen wolltest!“
Ich schaute ihr tief in die Augen. Jetzt war mir alles klar.
„Ich hab dich so vermisst!“, schluchzte ich.
Sie lächelte:
„ich dich doch auch!“

Kapitel 38

„Ich hab mich tagelang hier oben eingeschlossen und geweint! Ich hab dich doch so lieb!“, erklärte sie mir. Ich lächelte und erzählte ihr dann wie meine Situation war. Immer wieder schüttelte sie den Kopf und seufzte. Dann war ich irgendwann bei der Bravo-Super-Show angekommen. Ich hatte Bills Worte noch ganz genau in meinem Gedächtnis und gab sie nun wieder.
Meira schaute zu Boden.
„Bill ging es wirklich schlecht…und er ist immer noch nicht drüber weg. Ihn hat es wirklich sehr getroffen was dein Vater gesagt hat und er wollte es am wenigsten glauben.“, erzählte sie mir. Ich lächelte.
„Also hat er mich vermisst?“, fragte ich. Meira lachte:
„nein, er vermisst dich immer noch!“
Ich lächelte. Ich vermisste ihn auch. Und wie. Er war mir so wichtig gewesen, und es war als hätte man mir einfach einen Teil meines Herzens herausgerissen. Es hatte einfach etwas gefehlt; Bill!
„und jetzt?“, fragte ich.
Meira überlegte, dann grinste sie.
„Ich hab da schon eine Idee, vertrau mir!“
Ich grinste ebenfalls, denn ich wusste dass ich ihr vertrauen konnte.

Ein einhalb Wochen später

Die ganze Woche hatte ich bei Meira und Laura gewohnt. Meinen Eltern war es egal ob ich bei ihnen war oder nicht. Ich glaube sie hatten nun endlich die Schnauze voll von mir. Außerdem hatte Laura vor mit ihnen darüber zu reden ob ich nicht für immer bei ihr leben durfte. Das war so toll. Die Vorstellung bei Meira und Laura zu leben war einfach traumhaft!
Meira hatte einen Plan wie ich mit den Jungs am besten wieder zusammenstoßen konnte. Sie hatten diesen Samstag einen Gig bei irgendeiner Veranstaltung. Danach wäre dann eine riesige Aftershow party und Tom hatte Meira 2 Karten besorgt. Für sie und eine Freundin. Für welche wussten sie nicht. Wir würden uns zusammen aufbrezeln und dann dorthin gehen. Ich war gespannt wie die Jungs auf mich reagieren würden. Einerseits freute ich mich, andererseits hatte ich ein wenig Angst. Doch ich wollte endlich Bill wieder treffen. Bill! Er beherrschte zurzeit meine Gedanken. Alles drehte sich um ihn.
Heute war es Freitag und wir wollten uns noch etwas Schönes zum Anziehen kaufen. Es sollte schön, aba nicht zu fetzig sein, da es anscheinend schon eine sehr feine Veranstaltung war.
Wir shoppten glücklich durch die Straßen und schauten in die Schaufenster. Es gab so viele schlechte Klamotten. So viele hässliche und billige Sachen. Wir lachten uns oft über die Mädchen, die so etwas trugen schlapp.
„Die habens echt nötig!“, prustete Meira.
Irgendwann kamen wir an dem tollsten Laden den es gab an. Natürlich dem Ed Hardy Laden. Wir gingen hinein und begrüßten die Verkäuferin. Dann durchstöberten wir die Regale. Irgendwann waren wir alle Vollbeladen mit Klamotten und gingen in die Kabinen. Das erste was ich anzog war eine schwarze dreiviertel Hose, an der viele Ketten hingen und ein rotes Neckholdertop, das mit Strasssteinen besetzt war. Es sah zwar gut aus, doch es war nichts für diese Veranstaltung. Da stimmten ich und Meira uns überein. Ich probierte weiter und irgendwann hatte ich dann das passende Outfit gefunden. Es war ein wunderschönes braunes Kleid. Es ging ungefähr bis zu den knien und ging unten nach außen. Außerdem band man ein goldenes Band um die Hüfte und die mini Spagettiträger waren kaum zu sehen. Es saß am Oberkörper ganz eng und oben rechts war noch eine goldene kleine Blume aufgemalt. Es sah einfach wunderschön aus und ich verliebte mich sofort in es.
Meiras Wahl fiel auf einen Weißen Minirock und ein dunkelgrünes Top. Es sah richtig gut aus, da auf dem Top noch weiße Blumenmuster waren.
Ja, so konnten wir gehen. Wir shoppten noch ein bisschen weiter und gingen schließlich nach Hause. Jawohl! Das war mein Zuhause! Wir aßen noch eine Fertigpizza und gingen dann nach oben in Meiras Zimmer, wo wir erst noch eine große Tüte Gummibärchen verdrückten. Seit ich wieder bei ihr war aß ich mehr und ich hatte in dieser einen Woche schon 1-2 Kilos zugenommen! Darauf war ich so stolz, denn auch Meira hatte gleich gesagt wie dünn ich doch wär. Ich fühlte mich wieder richtig wohl und genoss es zurzeit einfach.
Wir legten uns ins Bett und da wir vom Shoppen so erschöpft waren schliefen wir schon 10 Minuten später ein!
Sonnenstrahlen blendeten mich. Mürrisch drehte ich mich um. Bumm! AUTSCH!!!! Was war denn das gewesen? Ich bin mit meiner Stirn gegen irgendetwas geknallt. Ich hieb mir meine schmerzende Stirn und öffnete ganz langsam meine Augen. Ich konnte erst gar nich definieren was ich dort sah, doch dann blickte ich dass es Meiras Fuß war. Wie kam der denn da hin? Langsam setzte ich mich auf und bemerkte, dass ich mich wohl im Schlaf gedreht haben musste, denn ich lag plötzlich diagonal im Bett, mit dem Kopf zum Fußende. Ich musste lachen. Meira lag total zusammengekauert in der Ecke, die ich ihr noch gelassen hatte und trat ab und zu mit ihren Füßen aus. Sie tat mir voll Leid, denn viel Platz war das nicht.
„Meira!“, rief ich.

Kapitel 39

„Meira!“, rief ich noch mal und beugte mich nun ganz nah über sie. Immer noch nichts.
„Meira!“, schrie ich nun schon fast. Sie hob ihren arm und rammte ihn mir in einer irren Geschwindigkeit auf die Nase. Verdattert blickte ich sie an und beobachtete wie sie ihre Augen nacheinander aufschlug. So langsam bemerkte sie meinen abwesenden Blick.
„was is denn los? Haste nen Außerirdischen gesehen?“
„nein, aba da war schon so ne ziemlich komische Gestalt, die hat mir erst ihren Fuß auf die Stirn und dann ihre Hand auf die Nase gerammt!“, erklärte ich ihr vorwurfsvoll. Ihre Miene hellte sich.
„Meinst du damit etwa mich?“, lachte sie los. Ich nickte und sie schmiss sich weg vor lachen. Das ließ ich mir natürlich nicht gefallen, rief „hey!“ und kitzelte sie durch.
Als wir uns wieder beruhigt hatten fragte sie:
„sag mal? Wie komm ich denn mit meinem Fuß an deine Stirn?“
Ich grinste:
„ach, das is nich so wichtig, komm, ich hab Hunger!“, lenkte ich ab.
„Au ja!!! Jetzt erst mal richtig fett frühstücken!“, grinste sie und ich musste lachen. Wir waren überhaupt nicht verfressen, neiiin^^! Schnell sprangen wir auf und rannten die Treppe runter. Dort lag ein Zettel von Laura.

Hey ihr zwei Süßen!
Bin im Hotel, Geld für unsre Brötchen verdienen! Im Kühlschrank ist übrigens selbst gemachter Schokopudding, bedient euch!
Bis heute Abend ,
hab euch lieb
Laura!

Sofort rannte ich zum Kühlschrank und schnappte mir den Schokopudding! Mann sah der lecker aus! Meira holte noch zwei Löffel und wir hauten ordentlich rein.
Als wir die ganze Schüssel leer gelöffelt hatten hoben wir uns beide die Bäucher.
„Mann ist mir schlecht!“, stieß Meira hervor.
„Mir auch!!! Das war viel zu viel am Morgen!“, krächzte ich.
Schwer schleppten wir uns die Treppe hinauf und dort angekommen lies ich mich sofort aufs Bett plumpsen. Meira schaltete noch die Musik an und kam dann zu mir.
Eine Stunde und viele Lieder später ging es uns auch wieder besser und ich hüpfte unter die Dusche. Heut war es so weit! Ich würde die Jungs wieder sehen. Doch eigentlich war ich überhaupt nicht aufgeregt, Meira war ja bei mir und das machte mir jede Menge Mut. Naja… die Angst würde bestimmt noch kommen!
Eine halbe Stunde später war ich endlich fertig und ging zurück ins Zimmer. Meira war schon total genervt:
„boaahhh… wie lange duscht du denn?“
Ich streckte ihr bloß die Zunge raus. Dann verschwand sie auch schon im Bad. Ich setzte mich aufs Bett und hörte der Musik zu. Tote Hosen. Mir fiel wieder die Begegnung im Hotel ein und das Angebot fürs Konzert. Was wohl daraus geworden ist…. Na ja…irgendwann würde ich noch auf eines ihrer Konzerte gehen, das versprach ich mir.
20 Minuten später kam dann auch Meira wieder. Mittlerweile war es schon 14 Uhr und um 20 Uhr würden wir dort erwartet werden. Wir gingen zusammen wieder ins Badezimmer und föhnten unsere Haare. Ich beschloss sie offen zu lassen, so hatte ich sie am liebsten. Meira steckte sie sich zu einer Hochsteckfrisur und lies überall kleine Strähnen raushängen. Es sah richtig gut aus! Dann schminkten wir uns. Ich umrandete mir meine Augen erst schwarz und legte dann goldenen Lidschatten auf. Passend zum Kleid. Meira machte sich „smoky eyes“ und Außerdem legte sie sich einen perlutlipgloss auf. Wir sahen echt gut aus und als wir bemerkten, dass schon 3 Stunden vergangen waren beschlossen wir dann auch uns so langsam anzuziehen. Ich schlüpfte in das Kleid und richtete mir meine restlichen Sachen, sprich goldene Highheels, dazu braune Stulpen und ein wenig Geld. Die restliche Zeit machten wir es uns noch vorm Fernseher bequem und schließlich war es 19 Uhr. Zeit zu gehen. Ich schlüpfte in die Schuhe und stülpte mir die braunen Stulpen drüber. Allerdings lies ich sie nicht glatt, sondern schob sie nach unten, damit sie voller Falten und nicht sehr hoch waren. Auch Meira zog ihre weißen Highheels an und nachdem wir noch einen Zettel an Laura geschrieben hatten, verließen wir dann das Haus.
Dort riefen wir uns dann ein Taxi und fuhren zu dieser After show party. Sie war in irgendeinem bestimmten Club, das wusste ich. So ein Nobelclub. Doch was genau auf mich zukommen würde, davon hatte ich keine Ahnung!

Kapitel 41

Wir hielten vor einem Haus, das ich nicht unbedingt als Club deuten würde. Das einzige was darauf hinwies war die Musik. Ansonsten sah es ganz normal aus, wie jedes andre auch!
Wir bezahlten und stiegen aus. Sofort bemerkten wir die vielen Menschen, die anstanden um in den Club zu kommen. Die meisten waren irgendwelche aufgetakelten Mädchen, die mit ihren schrillen Klamotten wohl ihren Stars imponieren wollten.
Wir gingen zu einem der Türsteher und zeigten ihm unsere Karten. Er warf uns einen prüfenden Blick zu, führte uns dann aber hinein. Die ganzen Mädchen protestierten natürlich laut, das war uns allerdings ziemlich egal. Wir folgten dem Türsteher und gelangten somit ins innere dieses Hauses. Es war atemberaubend. Die vielen Lichter und überhaupt der Flair dieses Schuppens war einfach nur gigantisch. Das alles hatte Stil, das war klar.
Ich schaute Meira an, die genauso verdattert da stand wie ich.
„Wow!“, brachte sie hervor und ich nickte zustimmend. Dann kam sie näher zu mir, da die Musik soooo laut war und redete drauf los:
„Also, ich geh jetzt mal Tom suchen. Du gehst am besten an die Bar und wenn ich soweit bin hol ich dich, einverstanden?“
„Ok! Aber bleib nicht allzu lange weg, ok? Ich kenn hier ja keinen!“, legte ich ihr noch mal ans Herz.
„ja klar! Ich beeil mich!“
ich lächelte sie noch mal kurz an und verschwand dann zur Bar. Ich setzte mich auf einen noch freien Hocker und bestellte mir erst einmal einen Vodka-redbull. Das einzige alkoholische Getränk, das ich kannte. Aus den Boxen ertönten Hiphop bässe. Nicht so meine Musik. Doch in Diskos wurde ja selten etwas anderes gespielt. Gelangweilt starrte ich in mein Glas. Sehr spannend war es momentan wirklich nicht. Ich nahm einen schluck und betrachtete dann wieder mal die Flüssigkeit.
„was macht so ein schönes Mädchen hier so ganz alleine?“, fragte plötzlich eine Stimme hinter mir. Es war eine ziemlich schöne Männerstimme. Ich drehte mich um und schaute in zwei grüne Augen. Der Typ war relativ groß und hatte dunkelblonde Haare. Er lächelte mich lieb an. Ich grinste vorsichtig zurück. Wer wusste was das für ein Typ war.
„Darf ich dir etwas zu trinken ausgeben?“, fragte er weiter.
Ich hob mein Glas.
„danke, hab schon!“
„ohh ok! Macht es dir dann etwas aus, wenn ich mich neben dich setze?“
Ich schüttelte den Kopf. Das konnte er von mir aus machen. War ja nichts dabei. Also setzte er sich und bestellte eine Bacardi-cola. Dann wandte er seinen Blick wieder mir zu.
„Mit wem bist du hier?“, fragte er und ich sah die Neugierde in seinem Blick aufblitzen.
„Mit einer Freundin, die hat da so ihre Bekanntschaften…“, log ich. Obwohl ich ja auch nicht richtig log. Ich bin nur durch Meira, die ja durch Tom zusammen war, herein gekommen. Also hatte ich ja schon die Wahrheit gesagt. Ich hatte bloß ein paar Einzelheiten ausgelassen. So konnte das jetzt stehen bleiben.
„Und wo ist deine Freundin?“, fragte er mich weiter aus. Langsam wurde es mir doch ein wenig unangenehm und ich fühlte mich wie in einem Verhör.
„weg…“, antwortete ich von daher nur knapp.
„Wie ‚weg’?“, bohrte er weiter. Was dachte der denn wo sie wohl sei und wieso um alles in der Welt war das so wichtig?!
Mir wurde die Situation immer unangenehmer. Am liebsten wäre ich aufgestanden und abgehauen. Doch das ging ja nich, ich musste ja hier auf Meira warten.
Wie gerufen tippte mir plötzlich jemand auf die Schulter. Endlich war Meira da! Schnell drehte ich mich um und blickte in die 2 Augen hinter mir. Ich kannte diese Augen, doch es waren nicht Meiras! Es waren Gustavs!!! Gustav?? Was machte der denn hier?!
„was…ähhh…wie?“, stammelte ich stutzend. Er hingegen grinste mich nur schräg an.
„Hey Pia! Na? Meira hat es mir erzählt!“, lächelte er.
Ich schaute zu Boden. Freute er sich überhaupt mich wieder zu sehen? Was wenn er noch nicht wusste wieso ich keinen Kontakt zu ihnen gehabt haben konnte?
„Hey, was ist denn los? Bist du irgendwie böse?“, fragte er mit einer bedrückten Stimme.
„Böse? Ich? Nein, aba ich dachte du vielleicht…“,murmelte ich.
„Was?! Ach quatsch! Wieso sollte ich denn böse sein?!, fragte er und mir fiel ein Stein vom Herzen.
„ach, schon gut!“, lenkte ich schnell ab. „ich freu mich dich endlich wieder zusehen!“
Er breitete seine Arme aus und ich sprang hinein und drückte ihn ganz fest an mich. Es war so schön zu wissen, dass zumindest einer sich freute mich wieder zusehen. Das brachte mir irgendwie ein wenig Mut. Langsam lösten wir uns wieder von einander.
„Ich mich auch!“, grinste er. „ ohhh…. Bevor ich’s vergesse! Meira hat gesagt ich soll sobald ich dich begrüßt habe wieder zurück kommen und dann kann sie hier zu dir kommen!“
Ich nickte:
„ok!“, brachte ich nur heraus.

Kapitel 41

Jetzt würde es ernst werden! Wie würden Bill und Tom wohl auf mich reagieren? Hatte Meira mir nicht gesagt, dass es Bill schlecht gegangen wäre? Bestimmt wäre es dann nicht wirklich sonderlich toll für ihn mich wieder zu sehen! Mich, wegen der es ihm nicht gut ging. Außerdem könnte er mir bestimmt nicht mehr vertrauen, da er ja immer damit rechnen müsste, dass ich wieder einfach abhauen würde. Und das obwohl ich doch immer noch so verliebt in ihn war!
Gustav ging und ich setzte mich wieder an die Bar. Der Typ war immer noch da und er hatte das alles mit großen Augen beobachtet. Schließlich bekam er seinen Mund auch wieder auf:
„das war also ein Freund von dir? Einer von Tokio Hotel, was?“, fragte er neugieriger denn je.
Ich allerdings tat ihm nicht den Gefallen ihm alles haarklein zu erzählen, sondern nickte nur. Außerdem waren meine Gedanken ganz wo anders! Bei Bill! Wie so oft schon in den letzten 6 Wochen! Ständig hatte ich an ihn gedacht! An sein wunderschönes Gesicht und seine traumhafte Art. Alles hatte sich einfach nur um ihn gedreht. Bei jedem Schritt den ich getan hatte spukten seine so wunderschönen Augen in meinem Kopf herum. Ich vermisste ihn so sehr und auf der einen Seite freute ich mich tierisch ihn endlich wieder sehen zu können. Auf der anderen Seite allerdings graute es mir davor ihm wieder in eben diese wundervollen Augen schauen und alles noch mals durchleben zu müssen. Was wenn alles wieder in mir hochkam? Ich hatte doch so stark daran gearbeitet mich zu ändern und endlich richtig zu leben! Was wenn mich bei Bills Anblick alle meine alten Gewohnheiten und lebensweisen wieder einholen würden?! Das wollte ich nicht! Damit hatte ich doch endgültig abgeschlossen! Oder nicht? Was sollte die Frage denn schon wieder! Natürlich hatte ich. Ich wollte nie mehr so werden wie früher! Das war schon Geschichte und ich vermied es so gut wie möglich darüber nachzudenken!
Meine Gedanken wurden immer verwirrter und auch wurde ich zunehmend nervöser. Hoffentlich würde alles gut gehen! Ich hatte solche Angst mal wieder alles zu vermasseln! Wie ich es doch schon so oft getan hatte.
Ich dachte so stark nach, dass ich wie in einer anderen Welt war und nichts mehr um mich herum wahrnahm. Immer wieder wechselte sich meine Stimmung von Freude zu Angst. Immer und immer wieder.
Plötzlich legte jemand den Arm um mich. Ich zuckte zusammen und kehrte zurück in die Realität. Ich schaute wer den Arm um mich gelegt hatte und blickte in 2 braune Augen, von blonden Haaren bedeckt waren. Meira war da!
„Na Süße? Bereit?“, fragte sie lächelnd. Ich versuchte zurück zu grinsen, doch das war wirklich schwer. War ich denn überhaupt bereit? Wahrscheinlich konnte man dazu gar nicht bereit sein, man musste es einfach durchziehen! Am besten ganz schnell und ohne groß nachzudenken!
Langsam hob ich mich von meinem Stuhl und ging einen Schritt auf Meira zu. Diese lächelte mich ermutigend an und nahm dann meine Hand. Ich war ihr so dankbar dass sie jetzt hier bei mir war! Alleine hätte ich das nie geschafft! Ich nickte und dann erklärte sie mir den weiteren Ablauf.
„Also, die anderen vier sind jetzt draußen! Wir gehen auch raus und du läufst hinter mir, so dass sie dich nicht sofort erkennen, ok?“, sie stoppte und schaute mich fragend an.
Ich nickte.
„Gut! Und dann lässt du mich einfach reden!“
Ich lächelte noch mal kurz dankbar an und schon setzte sie sich in Bewegung. Wir drückten uns durch die Menschenmassen und Meira steuerte auf eine riesengroße Tür zu. Mit jedem Schritt wurde ich zunehmend nervöser und langsam drehte sich auch mein Magen. Ich hatte einfach solche Angst.
Kurz vor der Tür blieb Meira noch mal stehen und drehte sich zu mir um.
„Alles ok bei dir? Du bist ziemlich blass!“, bemerkte sie und in ihrem Blick lag etwas Sorgendes.
„Ja, geht schon! Da muss ich jetzt wohl durch…“, antwortete ich und versuchte locker zu klingen. Doch Meira bemerkte wohl meine Anspannung.
„Keine Angst! Es wird schon alles gut gehen! Wieso auch nicht?“, lächelte sie. Ich grinste ebenfalls. Wie hatte ich bloß sechs Wochen ohne sie leben können?! Sie gab mir soviel Kraft und meinem Leben Schwung!
Dann drehte sie sich wieder um und lief kerzengerade auf die große eiserne Tür zu. Ihre Schritte hallten auf dem Boden wieder und langsam setzte auch ich mich in Bewegung. Du schaffst das Pia! Du schaffst das Pia! Du schaffst das Pia!
Dieser Satz war das einzige was ich noch denken konnte.

Kapitel 42

Dann nahm Meira den Türgriff in die Hand und drückte ihn nach unten. Langsam und mit einem grauenhaften Quietschen öffnete sie die Tür und setzte den ersten Schritt nach draußen. Eine kühle Sommerluft wehte mir entgegen.
Ganz vorsichtig ging ich hinter ihr her. So, dass man mich nicht sofort erkennen konnte. Sie lief immer weiter und ich sah schon 4 Jungen in einer Gruppe stehen. Da waren sie nun. Wir kamen ihnen immer näher und ich konnte Gustav und Georg erkennen, die zu mir gedreht standen. Dann mussten Bill und Tom die sein, die mir den Rücken entgegen hielten. Mein Magen verkrampfte sich. Du schaffst das Pia, redete ich mir weiter ein. Tief atmete ich die frische Luft ein und folgte weiterhin Meira. Wir kamen ihnen immer näher und ich vergrub mein Gesicht hinter meiner Freundin. Sie hatte gesagt ich sollte so laufen dass man mich nicht sofort erkennen konnte. Gesagt getan! Ich versuchte direkt in ihrem Schatten zu laufen. Irgendwann blieb sie stehen.
„Hey ihr!“, begrüßte sie wohl die anderen. Ich konnte nichts erkennen. Es wäre bestimmt besser wenn ich mich umdrehen würde, dachte ich mir. Dann könnten sie mich garantiert gar nicht erkennen. Schnell drehte ich mich um. So, nun hörte ich nur noch ihre Stimmen.
„Hey Süße!“, hörte ich Tom sagen und so wie ich vernehmen konnte gab er ihr einen Kuss.
„Also, ich bin ja mit einer Freundin hier, wie ihr wisst, ne?“, redete sie dann weiter. Nach einer kurzen Pause redete sie dann weiter:
„Und ihr habt sie ja noch nicht gesehen. Ich dachte ich sollte sie euch mal vorstellen, schließlich ist sie ja eigentlich mit mir da und ich bin ja auch irgendwie nur wegen euch da.“
„ja klar!“, hörte ich Georg zustimmen. Dann nahm jemand meine Hand. Meira! Ich war aufgeregter denn je! Jetzt müsste ich mich umdrehen und allen in die Augen sehen. Das würde so schwer werden, da war ich mir sicher!
„Gut, also hier ist sie!“, sagte Meira und zog mich zu sich. Langsam drehte ich mich um, blickte allerdings noch zu Boden. Ich spürte die neugierigen Blicke und ganz vorsichtig hob ich den Kopf. Bumm! Da war er. Bills Blick. Ich sah ihm direkt in die Augen. Sein Mund fiel auf und ich konnte seinen Blick nicht deuten. Ich konnte daraus einfach nichts lesen!
„Pia?“, nahm ich eine Stimme neben Bill wahr. Tom. Ich drehte meinen Kopf zu ihm. Er schaute mich genauso geschockt an, grinste dann allerdings langsam.
„Pia!! Wie geil! Das is ja mal richtig urst!!!!!“, rief er und lief mit offenen Armen auf mich zu. Erleichtert atmete aus, lief ihm entgegen und lief ihm in die Arme. Ganz fest drückte er mich an sich. Auch ich hielt ihn fest in meinen Armen. Da hatte ich ihn endlich wieder! Ich wollte ihn nie mehr loslassen, da war ich mir sicher. Nie wieder würde ich gehen! Er war mir doch so wichtig!
So standen wir da und drückten uns ganz fest. Irgendwann liesen wir leicht voneinander los. Er schaute mir in meine Augen. Ich hatte schon wieder Tränen in diesen! Es war einfach so schön ihn wieder bei mir zu haben! Ich lächelte.
„ich hab dich so vermisst!“, stieß ich aus. Er grinste ebenfalls.
„Ich dich doch auch!“
Nun liesen wir ganz voneinander ab und ich lief auf Georg zu, der direkt hinter Tom stand. Auch ihn drückte ich ganz fest an mich. Mann, wie wichtig diese Jungs doch für mich waren! Ich merkte gerade jetzt so deutlich wie viel mir doch an ihnen lag! Sie freuten sich mich wieder zu sehen und waren mir nicht böse. Ich war so froh und erleichtert! Ein riesen Stein fiel mir vom Herzen!
Als ich ihn auch wieder losgelassen hatte fiel mein Blick auf Gustav. Er grinste und auch ich lächelte ihn an.
„Ach komm, begrüßen wir uns noch mal!“, lachte er dann und ich musste auch kurz lachen. Das zweite Mal an diesem Abend fiel ich in seine Arme. Er war so lieb!
Irgendwann hatte ich dann auch ihn wieder abgelassen und nun würde das schwerste kommen! Bill! Ich hatte ihm nicht mehr ins Gesicht gesehen seid er mich bemerkt hatte. Ich hatte Angst vor seinem Blick. Doch dieser Angst musste ich mich jetzt wohl oder übel stellen.
Ganz langsamer wandte ich meinen Kopf in Bills Richtung. Da stand er und schaute mich mit einem undeutbaren Blick an. Was hatte dieser Blick zu bedeuten? Ich hatte auf jeden Fall Angst.
Er stand einfach da und schaute mich an. Sonst tat er nichts. Er sagte nichts und bewegte sich auch nicht. Die Situation wurde mir immer unangenehmer!
„Also, mir ist es hier draußen kalt! Ich geh rein, was sagt ihr?“, fragte dann Meira und warf Tom, Georg und Gustav vielsagende Blicke zu.
„ja, würd ich auch sagen…“, murmelte Tom und so ließen sie mich und Bill alleine hier stehen.
Na toll! Und was jetzt?!
Ich schaute ihnen hinterher und blickte dann wieder in Bills wunderschöne Augen.

Kapitel 43

Ich kam mir so doof vor wie wir hier standen und uns anschauten. Was hätte ich doch gegeben um in diesem Moment in ihn hinein schauen zu können? Alles! Ich hätte so gerne gewusst was gerade in ihm vorging! Was er momentan dachte! Was er über mich dachte!
Langsam machte ich einen Schritt auf ihn zu und auch er kam mir langsam näher. Er sah so gut aus! Doch das wunderbarste überhaupt war seine Ausstrahlung! Sie war wirklich umwerfend! Einmalig!
Wir kamen und ganz langsam immer näher. Ich wusste nicht wieso, oder was ich erwartete, doch wir taten es einfach. Ohne zu denken! Es war ganz unwillkürlich!
Irgendwann standen wir dann ganz nah aneinander. Meine Nasenspitze berührte schon fast seine. Und immer noch schauten wir uns einfach in die Augen! Wie wunderschön sie waren!
Dann, ohne irgendwie nachzudenken fiel ich ihm stürmisch um den Hals! Was tat ich denn da!?!? Wahrscheinlich war ihm das total unangenehm! Doch ich dachte wohl falsch, denn auch er drückte mich ganz fest an sich. Ich fühlte mich so wohl und vergrub einfach nur noch meinen Kopf in seiner Schulter und drückte ihn. Ich hielt ihn so fest ich konnte. Meine Augen waren wieder ganz feucht und es dauerte nicht lange bis die erste Träne den Weg über meine Wange gefunden hatte.
Wie gut es tat ihn im Arm zu halten! Ihn endlich wieder bei mir zu haben!
Vorsichtig lockerte ich meinen Griff und schaute ihm dann ganz tief in die Augen. Die tränen rollten nur so über meine Wangen und auch in seinen Augen sah ich etwas aufblitzen. Ganz langsam öffnete ich meinen Mund. Ich musste etwas sagen, doch was? Es kam nichts heraus. Ich stand da mit offenem Mund und nichts kam heraus. Wie blöd musste das ausgesehen haben?! Sehr blöd, denn sofort begann Bill schräg zu grinsen. Na toll! Doch auch ich musste bei der Vorstellung an mein Anblick grinsen! Das musste wirklich total lächerlich ausgesehen haben. Dann ergriff Bill das Wort:
„Ich hab dich so vermisst! Ich, ich…ach, es war schrecklich als du nicht bei mir warst und ich noch nicht einmal wusste was mit dir war. Dein Vater hat uns gesagt du wolltest nichts mehr mit uns zu tun haben.“
„Ja, das hat mir Meira erzählt… aber das stimmt nicht! Sie haben mir nie etwas von euren Versuchen gesagt!“, erklärte ich ihm die Situation.
Bill lächelte.
„Das ist ja jetzt auch egal! Ich bin so froh dass du hier bist, Pia! Ich liebe dich!“
Wow! Er hatte gerade wirklich gesagt dass er mich liebte!!! Das war so wunderschön! Es war wie an dem Tag im Kino als mich die Welle des Glücks durchfuhr. Schon wieder breitete sich in meinem ganzen Körper ein wunderschönes Gefühl aus! Er liebte mich! Das war das großartigste was mir je gesagt wurde!
„ich liebe dich auch!“, lächelte ich übers ganze Gesicht.
Wir näherten uns wieder einander und ich schloss meine Augen. Im nächsten Moment spürte ich seine traumhaften Lippen auf meinen und wir versanken in einem wunderschönen Kuss. Es war einfach nur gigantisch! Es war umwerfend und ich war endlich wieder glücklich!
Als wir uns langsam wieder von einander lösten hörten wir bekannte Stimmen hinter uns tuscheln:
„Na ein glück!“
„ja…. War ja auch eigentlich klar!“
„sie sind ja soooo süß!“
Wir grinsten uns an und drehten uns dann um. Dort standen, wie erwartet, Meira Tom Georg und Gustav. Als sie bemerkten dass wir sie gehört hatten zuckten sie allesamt zusammen. Das sah so lustig aus. Bill und ich schauten uns an und mussten lachen!
Dann stimmten auch die andren 4 mit ein. Als wir uns wieder ein bisschen beruhigt hatten meldete sich Gustav zu Wort:
„Jetzt sind wir ja wieder alle zusammen!“, grinste er.
Ich lächelte. Ein Glück, dass alles so gut gelaufen war! Ich hatte eine solche Angst gehabt! Doch es lief alles super! Sie freuten sich über mich und keiner war mir auch nur ansatzweise böse. Und vor allem: Bill liebte mich!
So gingen wir alle glücklich und zufrieden zurück in den Club und genossen den Rest des Abends noch in vollen Zügen. Ich merkte, dass es mir endlich wieder gut ging!

Kapitel 44

„boaahhh… bin ich fertig!“, stöhnte ich laut und lies mich auf Meiras Bett fallen. Es war 5 Uhr morgens und wir waren gerade vom Club nach Hause gekommen. Die ganze Zeit hatte ich Bill geküsst, mit ihm getanzt (jahaaa, er hatte sich ab und zu erbarmt, mir zu Liebe^^) und mit dem Rest tierischen Spaß gehabt. Es war der mit Abstand beste Tag meines Lebens. Es war einfach genial gewesen! Bill war wieder bei mir und dazu noch die besten Freunde die man haben konnte.
Leider mussten die 4 gleich weiter und so konnten wir nicht mehr viel mit ihnen machen. Doch sie hatten uns mitgeteilt, dass sie uns so schnell wie möglich wieder besuchen kommen würden.
Nach einer ganz langen Verabschiedung ließen wir die 4 dann also endlich gehen und sind zurück zu Meira gefahren. Wir waren beide total ko und wollten einfach nur noch ins Bett.
„ich auch! Ich will mich nicht mal mehr bettfertig machen!!!“, stöhnte Meira und lies sich neben mich fallen.
„Ich auch nicht, aba ich glaub in dem Kleid isses nicht sonderlich bequem zu schlafen…“, überlegte ich mir dann.
Mühevoll raffte ich mich auf und schleppte mich zu meiner Tasche. Heraus kramte ich eine Hotpan und ein rotes top. Ganz langsam stieg ich aus meinem Kleid und zog mich um.
Auch meira war mittlerweile aufgestanden und war dabei sich in ihr nachthemd zu zwängen.
Ich war vor ihr fertig und schmiss mich wieder ganz schnell ins Bett. Das war soooo gemütlich! Jetzt musste ich erst mal ganz lange schlafen, da war ich mir sicher! Ich nahm mir die Decke und zog sie bis zur Nase. Schließlich kam auch Meira und kuschelte sich neben mich. Wir wollten gerade das Licht löschen da vibrierte mein Handy. Och neee!
„Meira, kannst du mir mal meine tasche neberm Bett geben?“, brummelte ich.
Sie seufzte und murmelte irgendetwas unverständliches. Dann allerdings drehte sie sich zur Seite und holte mir meine Tasche.
„Danke!“, brachte ich noch hervor.
Dann holte ich mein Handy und schaute wieso es vibriert hatte. Eine sms. Ich öffnete sie und las dann gebannt:

Hey Süße!
Na? Seid ihr heil angekommen? Wir sind
Mittlerweile schon am Flughafen…wäre viel
Lieber bei dir! Vermiss dich jetzt schon!
Schlaf schön und träum was Süßes,
ich liebe dich
Bill!

P.s.: wünsch Meira auch noch ne schöne Nacht von Tom.

Ein grinsen breitete sich beim Lesen dieser Sms auf meinem Gesicht aus. Wie süß! Er war einfach so toll! Ich liebte ihn auch! Da war ich mir sicher! Ich liebte ihn über alles!
Ich war schon zu müde um Meira noch eine schöne Nacht von Tom zu wünschen also gab ich ihr einfach mein Handy. Sie las und auch ihr Gesicht zierte nun ein Lächeln.
Ohne etwas zu sagen legte sie es dann neben das Bett und löschte das Licht. Sofort fielen wir beide in einen ruhigen und tiefen Schlaf.
„sunshine on the window,
makes me happy…”
was war denn das?!?! Ich wollte schlafen!! Das sollte aufhören.
Ich merkte wie sich etwas neben mir bewegte. Meira! Auch sie grunzte ein paar mal! Es war eindeutig zu früh am morgen!!!
Jetzt fiel mir auch ein was das für ein Ton war. Meiras Handy!
Langsam öffnete ich die Augen. Meira war schon aufgestanden und kramte in ihrem Rucksack nach dem Handy. Der ton wurde immer lauter und schließlich hielt sie es in der Hand.
„Mhhh?“, brummte sie in den Hörer.
„ohhh….hey! ja, ganz gut… es war bloß zu kurz!!! Wie viel?! Ohhh… ups!“, redete sie hinein. Wer wohl dran war?? Ich kam immer mehr zu mir und schließlich bemerkte auch meira dass ich wach war.
„Ohh warte! Sie ist gerade aufgewacht! JA mach ich… ich dich auch! Tschüüü!“, sagte sie und drückte mir den Hörer in die Hand.
Was?! Was sollte ich jetzt damit?? Ich stand mal wieder voll auf der Leitung! Das lag wohl daran dass ich zu wenig schlaf bekommen hatte!
Meira verdrehte die Augen und erklärte mir mit ihren Händen dass ich das Handy ans Ohr heben sollte. Ohh ja klar! Es war ja ein Handy.
Also führte ich das Handy an mein Ohr und lauschte. Nichts.
„Hallo?“

Kapitel 45

„Hey Süße! Na? Gut geschlafen?“, dröhnte Bills Stimme in mein Ohr.
„ja, bloß viel zu kurz…“, nuschelte ich. „aba ich freu mich dich zu hören!“
„Dann is ja gut! Du, ich wollte fragen ob du schon genug von mir hast oder mich gerne sehen würdest?“
„wasn des für ne Frage?“, lachte ich.
„Naja… sag mal…“
„Natürlich will ich dich sobald wie möglich wieder sehn!!!“
„ja? Gut! Was hälst du dann davon wenn ich und Tom ab Samstag ne Woche zu euch kommen?“
„häää? Wie jetzt?“
Bill lachte.
„Naja… wir könnten ne Woche zu euch nach Oberhausen kommen… ganz ohne Termine, nur für euch!“
„Waaaaahh!!!! Das ist ja mal sooooo geil!!!!! Wie toll!!!!!“, rief ich ins telefon und Meira schaute mich erschrocken an. Ich konnte nur grinsen! Das war ja mal wahnsinn!!!!
Nach einer weiteren halben Stunde legte ich auf. Ich freute mich schon soooo sehr Bill wieder zu sehen! Er war einfach etwas ganz besonderes!!! Er hatte mir beigebracht zu leben und spaß zuhaben! Das war das größte Geschenk das er mir hatte machen können! Und er liebte mich! Ein Grund warum ich lebte! Endlich hatte ich einen gefunden! Ich wusste dass ich jemandem fehlen würde wenn ich weg wäre und dass sich jemand um mich kümmerte! Bill!

ENDE



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